Der TSV Großglattbach greift wieder an
Großglattbach (ev) – Der TSV Großglattbach hat gestern Abend den letzten Tabellenplatz verlassen. Gut fünf Minuten reichten dem Team von Martin Weeber, um gegen den TSV Häfnerhaslach drei Tore zu schießen und mit dem Dreier an Sönmez Bietigheim vorbeizuziehen.
Eine Sonderschicht absolvierten gestern die Teams des TSV Großglattbach und des TSV Häfnerhaslach. Nötig geworden war sie, weil die Kirbachtäler am eigentlichen Spieltermin im Trainingslager in der Türkei waren. Mit dem Nachholspiel hatten aber beide Teams ihre Probleme. Großglattbach hat nach wie vor eine sehr lange Verletztenliste und auch Erich Wirth, Trainer des TSV Häfnerhaslach, saß zunächst alleine auf der Auswechselbank. Ramazan Yurtsever musste wegen einer Zerrung passen, Hayri Ceylan war beruflich verhindert und Alexander Emer, Ömer Keskin sowie Rainer Schell kamen erst nach Spielbeginn.
Dabei war es allen Beteiligten klar, dass es ein wichtiges Spiel ist. Mit 19 Punkten ist Häfnerhaslach noch immer nicht gesichert und „die Großglattbacher müssen heute gewinnen, um sich die Chancen auf den Relegationsplatz, beziehungsweise einen Nichtabstiegsrang zu wahren“, meinte Erich Wirth und wollte mit diesen Worten eigentlich seine Spieler warnen.
Zunächst begannen seine Mannen auch gar nicht schlecht, waren vor allem spielerisch überlegen. Großglattbach kam zunächst gar nicht aus der eigenen Hälfte heraus. Mit zunehmender Spieldauer und zunehmendem Regen kamen die Gastgeber aber besser ins Spiel. Viel spielte sich nun im Mittelfeld ab, Torchancen waren Mangelware. Erst nach 13 Minuten hatte Großglattbach die erste Chance (Alessandro Parasuco). Nur kurze Zeit später hätte Marcel Nagel den Ball reinmachen müssen. Dann kam aber auch die Elf von Martin Weeber besser ins Spiel. Zweimal wurde der Ball von außen scharf in den Sechzehner gespielt. Zweimal sprangen die Offensivkräfte daran vorbei. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt offen, auch wenn die Gäste spielerisch immer noch einen Tick besser waren. Großglattbach war vor allem dann gefährlich, wenn lange Bälle in die Spitze gespielt wurden. Häfnerhaslach tat aber auch nicht viel dagegen. Die Spieler nahmen das Tempo aus der Partie – zum Frust ihres Trainers, denn immer wenn das Spiel schnell wurde, waren die Kirbachtäler gefährlich.
Gegen Ende des ersten Durchgangs hatte Großglattbach vermehrt damit Probleme, den Ball hinten heraus zu bekommen und über eine Häfnerhaslacher Führung hätte sich der heimische TSV nicht beschweren dürfen.
Die Halbzeit dauerte nur gut fünf Minuten, wahrscheinlich hatte der Schiedsrichter Bedenken, das Spiel sonst nicht mehr beenden zu können. Denn es regnete und graupelte immer noch. Großglattbach schien die kurze Erholung trotzdem gut getan zu haben und die Mannschaft erarbeitete sich gleich nach Wiederanpfiff eine Großchance. Nicht die einzige in Hälfte zwei. Die Weeber-Elf kam jetzt besser mit den Bedingungen klar. Im Gegensatz zu Häfnerhaslach schoss sie bei dem durchnässten Rasen auch mal aufs Tor.
Kein Wunder, dass der Übungsleiter langsam nervös wurde: „Wie hatten seit der Pause so viele Chancen Jetzt müssten wir eigentlich führen.“ Kaum hatte er seinen Mund geschlossen hatte Dincer Morteppe aber eine sehr gute Möglichkeit. Das Aufbäumen der Häfnerhaslacher war nur von kurzer Dauer, denn in der 50. Minute zog Marcus Kugler einfach mal ab – mit Erfolg. Noch abgefälscht landete der Ball unhaltbar für Raffaele Alessandro im Netz – 1:0. Kaum war der Jubel abgeebbt, stand es schon 2:0. Dirk Weis hatte aus spitzen Winkel getroffen. In der 55. Minute fiel dann das dritte Tor für Großglattbach. Nach einer Flanke stand Andreas Geiger frei vor dem Tor und traf.
Fast hätte Weis noch den vierten Treffer erzielt, doch er wollte es zu schön machen. Ein Tor gab es allerdings noch – für Häfnerhaslach. Oliver Miksic verwandelte einem umstrittenen Foulelfmeter ohne Probleme. Sein Trainer war trotzdem sauer: „Das ist eine Frechheit, so ein Spiel aus den Händen zu geben. Wenn wir so weiterspielen, kämpfen wir bis zum Schluss um den Klassenerhalt.“ Trotzdem fand er, dass der Sieg für den TSV gerecht war. So sah es auch sein Trainerkollege: „Aufgrund der zweiten Hälfte war es verdient. Wir haben jetzt hoffentlich etwas Aufschwung bekommen, um noch einmal anzugreifen“, so Weebers Fazit. Den letzten Platz hat sein Team auf jeden Fall schon einmal verlassen.
TSV Großglattbach: Deutschbein – Krauth, Gläser, Schöttle, Migulla, Prohaska (46. Kugler), Kufiß, Matthias Gille (80. Rank), Bögelsack, Geiger (86. Zander), Weis.
TSV Häfnerhaslach: Alessandro – Dominik Hirsch, Miksic, Herbst, Marcel Hirsch, Kai Rösinger, Mortepe (67. Schell), Andre Dinkel, Thorsten Dinkel, Nagel (56. Emer), Parasuco (66. Keskin).
