10,5 Jahre Großglattbach: Jetzt ist Schluss
Großglattbach (ev) – Eigentlich wollte der TSV Großglattbach erst am Donnerstag damit an die Öffentlichkeit. Doch nun ist es vorzeitig raus: Martin Weeber wird sein Trainerengagement beim A-Ligisten nicht über die Saison 2007/2008 verlängern.
Zehneinhalb Jahre sind eine lange Zeit. So sieht es auch Martin Weeber, dabei war er genau so lange Trainer beim TSV Großglattbach. Nach dieser Runde ist nun aber endgültig Schluss. Es sei Zeit für einen Tapetenwechsel. Eigentlich vertritt Weeber nämlich die Philosophie: „Drei Jahre Trainertätigkeit bei einem Verein sind ideal.“ Ein Jahr benötige man, um die Mannschaft kennenzulernen und ein Ziel festzulegen. Im zweiten Jahr müssten die Weichen gestellt werden und nach drei Spielzeiten sehe man dann, ob es gereicht habe.
Trotzdem ist er über viele Jahre geblieben. „Der Aufstieg in die A-Liga war sicherlich der Höhepunkt. Und dann sind wir nicht, wie sonst üblich, abgestiegen, sondern haben die Klasse sieben Jahre lang gehalten“, berichtet Weeber. Aber nicht nur das Sportliche habe gestimmt, im Verein hätte es einfach funktioniert. Deshalb hat der Trainer Saison um Saison drangehängt.
Mittlerweile gibt es in Großglattbach Fußballer, die haben in ihrer aktiven Zeit noch keinen anderen Trainer als Martin Weeber gehabt. Einige wünschten sich deshalb mal ein anderes Gesicht. „Das war aber nicht der Grund, weshalb wir uns trennen. Ich persönlich hätte gerne mit Martin Weeber weitergearbeitet“, sagt Großglattbachs Abteilungsleiter Werner Geiger. Doch in Gesprächen für die neue Saison hat sich auch herauskristallisiert, dass beide Parteien andere Wege einschlagen wollen. Während der Verein unbedingt wieder eine A-Junioren-Mannschaft stellen will, würde Weeber die 18-jährigen Fußballer, die schon bei den Aktiven ran dürfen, dort auch gerne einsetzen. Ob es dann aber noch ein A-Junioren-Team geben würde, sei fraglich.
Diese Gründe zusammengenommen, hätten zu dem Entschluss geführt, die Zusammenarbeit zu beenden. Trotzdem schwingt bei Weeber Wehmut mit: „Die Mannschaft ist in Ordnung. Die Leute kommen ins Training. Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen.“ Auf jeden Fall, und das betonten Weeber und Geiger deutlich, hätte die Trennung nichts mit dem Tabellenplatz zu tun. In der Kreisliga A3 ist der TSV Großglattbach Tabellenletzter. Die Hoffnungen, die Klasse doch noch zu halten, werden immer geringer. Doch auch über die Gründe hierfür sind sich Abteilungsleiter und Trainer einig: „Zu viele Leistungsträger sind in der laufenden Spielzeit verletzt gewesen.“
Während den Spielen, die in dieser Saison noch ausstehen, wird Weeber noch auf der Trainerbank Platz nehmen. Und eins macht er klar: „Auch wenn ich gehe und es schlecht ausschaut, heute Abend will ich gewinnen.“ Da trifft Großglattbach nämlich im Nachholspiel auf Häfnerhaslach. Das Spiel beginnt um 18.30 Uhr im Mühlacker Stadtteil.
Wie es nach der Runde weitergeht, weiß Martin Weeber noch nicht. „Ich warte ab, ob es interessante Angebote geben wird. Vielleicht mache ich auch Pause, um Abstand zu gewinnen.“ Dann hätte der Hochdorfer Zeit, seinen Söhnen beim Fußballspielen zuzusehen oder sich um seine C-Jugend vom TSV Hochdorf in der Leistungsstaffel zu kümmern.
Auch wie die Zukunft des TSV Großglattbach aussieht, ist noch nicht sicher. „Namen für einen neuen Übungsleiter haben wir noch keine im Hinterkopf. Wir werden uns erst jetzt auf die Suche begeben“, meint Geiger. Was für einen Trainer er will, das weiß er aber schon. „Bei uns wird die Kameradschaft groß geschrieben. Ein Trainer, der kommt, trainiert und wieder geht, würde wahrscheinlich nicht zu uns passen“, sagt Abteilungsleiter Werner Geiger.
Eine Überlegung wäre es auch wert, ob man eventuell einen Spielertrainer verpflichte. „Das ist aber keine Voraussetzung. Wir sind flexibel.“ Und wer weiß, wenn der TSV ordentlich sucht, bleibt vielleicht auch der nächste Trainer wieder zehneinhalb Jahre.
