Vaihingen (jsv) – Die Landesliga-Basketballer aus Vaihingen-Sachsenheim bestreiten am Samstag (20 Uhr) gegen Zrinski Waiblingen ihr letztes Punktspiel. Sollten sie das gewinnen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie sind direkt in die Oberliga aufgestiegen oder sie müssen in der Relegation um den Aufstieg spielen.
BSG-Trainer Michael Nachreiner ist Realist. Eine Niederlage der zweiten Mannschaft des TSV Crailsheim daheim gegen den MTV Stuttgart 2 würde einer Sensation gleichkommen, meint der Trainer des Basketball-Landesligisten aus Vaihingen-Sachsenheim. Doch dies ist genau das, was seine Mannschaft braucht, um direkt in die Oberliga aufzusteigen; vorausgesetzt sie gewinnt in der Sporthalle am Stromberg-Gymnasium gegen Waiblingen. „Wir sind nun in dieser komfortablen Situation, die wir uns erarbeitet haben“, sagt Nachreiner. Er ist sich aber auch durchaus bewusst, dass seine Truppe so kurz vor dem ersten Etappenziel noch alles aus der Hand geben kann. „Denn mit einer Niederlage sind wir sicher nicht mehr Zweiter.“
Die BSG spielt ebenso wie ihre vier punktgleichen Mitaufstiegskontrahenten zu Hause. Und sie hat den wohl schwersten Gegner erwischt. An Waiblingen biss sie sich schon im Hinspiel die Zähne aus und ging erst nach zwei Verlängerungen mit einem 95:89-Sieg vom Feld. Nachreiner äußert Respekt. Zumal sich Zrinski im Vergleich zur Vorrunde mit zwei Regionalligaspielern verstärkt hat. Die Flügelspieler Danijel Bevanda und Ante Bilac kamen aus Fellbach, zählt er auf. Beide verfügen durch den Aufenthalt bei einem zwei Ligen höher spielenden Team über die nötige Erfahrung und Klasse. Aufstiegsaspirant Hellas Esslingen hat eine besonders unerfreuliche Erfahrung mit der erneuerten Waiblinger Mannschaft gemacht und zu Hause beim 65:91 eine herbe Abfuhr bekommen.
Doch trotz der Stärke des Tabellensechsten und des spannenden Saisonfinales darf eines nicht vergessen werden. Von den vier Mannschaften, die hinter Tabellenführer Crailsheim stehen, verfügt die BSG die beste Ausgangssituation.
Die Crailsheimer verfügen im direkten Vergleich mit Vaihingen-Sachsenheim und Esslingen über die beste Korbdifferenz. Der Tabellenvierte aus Schwäbisch Hall sowie Rot Weiß Stuttgart (5.) haben jeweils eine Sternchenwertung, durch die sie bei Punktgleichstand nicht in den direkten Vergleich mit einbezogen werden. Sternchenwertungen werden im Basketball verteilt, wenn Mannschaften nachträglich Punkte am grünen Tisch abgezogen wurden, weil sie sich nicht rechtmäßig verhalten haben oder beispielsweise bürokratische Fehler unterlaufen sind. Bei Schwäbisch Hall habe sich ein Spieler ohne Pass nicht richtig ausweisen können; Stuttgart hatte einen Formfehler beim Ausfüllen des Spielberichtsbogens gemacht, erläutert Nachreiner. Die BSG würden Siege dieser beiden Teams also nicht betreffen – wenn sie ebenfalls gewinnt.
Wie schon gegen Remseck vergangene Woche erwartet der BSG-Trainer, mit Zrinski wieder eine unkonventionelle Mannschaft, die schwer ausrechenbar ist. Allerdings von einem anderen Kaliber. Auch, weil die Waiblinger zum Saisonabschluss einen Sieg einfahren wollen und daher nochmal alles in die Waagschale werfen werden, vermutet er. Nachreiner selbst ist am Samstag privat verhindert und wird erneut von Christian Flätgen an der Seitenlinie vertreten. Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Aufbauspieler Benjamin Krauß.
Doch all dies soll dem großen Ziel nicht im Weg stehen. Denn einen Erfolg gegen Waiblingen hat Nachreiner fest eingeplant – schon seit geraumer Zeit. „Einen Sieg einfahren“ und dann in der Saisonverlängerung Relegation weiter um den Aufstieg spielen, lautet das Vorhaben. Dort wartet der TV Rottenburg, Vizemeister der Landesliga Alb-Neckar.
