Sersheim (ev) – Es war die letzte Chance für den VfR Sersheim im Kampf um die Meisterschaft – und die Elf von Thomas Marbach hat sie nicht genutzt. Jetzt hat der VfR neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Vaihingen.
Die Vaihinger lagen sich gestern nach Spielschluss in den Armen, jubelten laut und kräftig. Die Sersheimer schlichen dagegen mit hängenden Köpfen vom Platz – mit dem Wissen, aus dem Aufstiegsrennen raus zu sein. VfR-Trainer Thomas Marbach sammelte die Eckfahnen ein, schüttelte den ungläubig den Kopf und seufzte: „Nun können wir nicht mehr mitreden, wenn es um den Aufstieg geht.“ Die Tabelle unterstreicht seine Worte. Durch den Sieg bleibt Vaihingen weiter an der Tabellenspitze. Sersheim hat neun Punkte Rückstand. Kein Wunder also, dass VfB-Trainer Goran Musura nach dem Spiel frohlockte: „Jetzt haben wir einen direkten Konkurrenten ausgeschaltet.“
Beim VfB Vaihingen
fehlten einige Spieler
Dabei war die Ausgangslage für den VfB gar nicht so positiv. Während Marbach auf alle Spieler zurückgreifen konnte, musste Musura unter anderem auf die beiden Verletzten Ivica Coric und Marcel Bielesch verzichten. Trotzdem waren die vielen Zuschauer heiß auf die Spitzenpartie, die allerdings nicht gerade hochklassig begann. Das Spiel war zerfahren und Torchancen waren Mangelware, was vielleicht am Schneegraupel lag, dem Spieler und Zuschauer in den ersten 30 Minuten ausgesetzt waren.
Chancen waren, wir bereits erwähnt, Mangelware. Die besten Möglichkeiten, die nennenswert sind, hatten Giuseppe Aleo (26.), Christian Follrich (33.), Petrit Elezaj (35.) und Flamur Gjinovci (38.). Außer einem Tor gab es in der ersten Hälfte aber nichts Sehenswertes mehr. Das 1:0 für den VfB erzielte Robert Stanic per Freistoß unter der Mithilfe von Torwart Andre Sonnenberg. Dem flutschte der Ball völlig unbedrängt durch die Finger. Die Vaihinger Führung kam in der 45. Minute zwar etwas überraschend, aber sie war nicht unverdient.
Das Wetter wurde in Hälfte zwei besser, das Spiel ebenfalls, auch wenn es immer noch nicht das erwartete Spitzenduell war. „Wir haben es heute über den Kampf versucht, da es spielerisch gerade nicht sehr gut funktioniert“, gab Trainer Marbach eine Erklärung dafür.
Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Vaihingen auf 2:0. Torschütze war Flamur Gjinovci. Sersheim versuchte es in den darauffolgenden Minuten oft mit langen Bällen, agierte bis zur Strafraumgrenze auch gut, doch der letzte Pass und Torschüsse kamen nicht zustande. Erst in der 75. Minute war die Elf von Thomas Marbach erfolgreich. Nach einem Doppelpass des gut aufgelegten Sascha Burger und Franco Antonaci, erzielte Antonaci das 2:1.
Vaihingen kam jetzt etwas ins Schwimmen, Sersheim löste die Viererkette auf (Marbach: „Wir haben im Mittelfeld einen Mann mehr gebraucht.“) und warf alles nach vorn. Auch die Zuschauer wurden unruhig und laut. Ganz am Schluss ging selbst Torwart Andre Sonnenberg mit nach vorn – aber auch das brachte dem VfR nichts mehr ein.
Beim Fazit nach dem Spiel waren sich beide Trainer einig: „Vaihingen hat das Spiel 70 Minuten dominiert und verdient gewonnen, auch wenn Sersheim vor allem in den letzten 20 Minuten Druck gemacht hat.“ Marbach fügte noch hinzu: „Den Unterschied hat heute Robert Stanic ausgemacht.“
Doch hat Sersheim die Meisterschaft wirklich schon abgehakt? Schon einmal lag der VfR fast aussichtslos zurück, kam dann aber wieder ran, weil die Top-Teams alle patzten. Dass dies nun noch einmal passiert, glaubt Thomas Marbach allerdings nicht: „Jetzt ist es endgültig vorbei.“ Das dachten sich wohl auch die Vaihinger als sie sich nach dem Spiel ausgelassen um den Hals fielen.
VfR Sersheim: Andre Sonnenberg – Marterer, Seidel, Messirek, Daniel Marbach, Brandschert, Follrich (63.Thaqui), Marco Marbach (77. Kurt), Aleo (63.Burger), Antonaci, Nikolai Sonnenberg.
VfB Vaihingen: Richter – Anastasiou, Golka, Lindauer, Sousa, Blimundo (65. Müller), Gjinovci, Lichtl, Carta, Stanic, Elezaj (73. Sampaio).
