Donnerstag, 24. Mai 2012

Stau-Schock auf der B10






Stau in Enzweihingen. Fotos: Arning
Stau in Enzweihingen. Fotos: Arning
Baustelle im Bartenbergwald.
Baustelle im Bartenbergwald.

Enzweihingen (aa). Was ist los auf der B 10? Der genervte Anruf des VKZ-Buchhalters auf der „Fahrt“ in Richtung Stuttgart sorgt für Aufregung. Ein Unfall am frühen Morgen? Nein, „nur“ eine Baustelle. Selbst eine kleine Flickaktion bringt den Verkehr auf der Trasse fast zum Erliegen und sorgt für viele für einen Stau-Schock. Exakt 65,45 Meter lang und 8,40 Meter breit ist die Baustelle auf Höhe des Bauunternehmens Hess. Der Vorarbeiter hat gerade nachgemessen. Eine neue Asphaltschicht, vier Zentimeter hoch, muss aufgezogen werden, denn Risse drohen den Belag zu sprengen. Die Vaihinger Kreiszeitung hatte die Maßnahme (Kosten rund 12 000 Euro) schon mal gemeldet; doch dann hat sich der Einsatz des Straßenbauunternehmens Eurovia vom 20. auf den 29. September verschoben. Und keiner in den zuständigen Ämtern hat was von sich hören lassen. Mancher Autofahrer hätte eine andere Route gesucht, wären sie nochmals informiert worden. Aber jetzt ist es zu spät. Die Baustellenampel bremst den Verkehr in der Ortsdurchfahrt doppelt. Es wird zwar immer wieder auf die Fahrzeugfrequenzen Rücksicht genommen, doch das ist ein schwacher Trost. Und auch die Rundfunkdurchsagen sind nicht sonderlich hilfreich: Drei Kilometer Stau auf der B 10 zwischen Stuttgart und Mühlacker (warum heißt es immer Mühlacker und nicht Vaihingen?) zwischen Hochdorf (seit wann liegt Hochdorf an der B10?) und Enzweihingen im Bereich der Baustelle. Ungenauer kann ein Hinweis ja wohl kaum sein. „In der Ortsdurchfahrt Enzweihingen“ hätte jedem mehr geholfen. Der alte Belag ist schnell rausgefräst. Schon vor dem Mittag rollen die Laster mit dem Asphalt an. „Bevor der Feierabendverkehr einsetzt, sind wir weg“, verspricht der Kapo. Die Baustelle wird heute ins Strudelbachtal verlegt. Auf der Kreisstraße Enzweihingen – Riet muss ab dem Ortsende Enzweihingen (Höhe Firma Krempel) ebenfalls der Belag erneuert werden (Kosten etwa 20 000 Euro). 300 Meter lang ist die Baustelle, die ebenfalls in die Rubrik „flickweise Belagserneuerung“ fällt. Hier sind eigentlich zwei Tage vorgesehen. „Als Wiedergutmachung wollen wir es an einem Tag schaffen“, verspricht der Eurovia-Vorarbeiter. Es ist ein schwacher Trost. Ausgeschildert wird die Umleitung über Aurich und Nussdorf. Wechsel an die Straße Kleinglattbach – Horrheim. „Wird das hier eine Autobahn?“ Die Frage drängt sich angesichts des riesigen Einschnitts fast auf. Bagger wühlen sich auf einer Breite von rund 20 Metern durch den Wald; derzeit wird die Kuppe abgetragen. Sattelschlepper um Sattelschlepper mit Erde rollt in Richtung Deponie „Froschgraben“ bei Schwieberdingen. Sieben, acht Fahrten schaffen die Brummi-Piloten am Tag. Auf der Kreisstraße 1682 war offenbar die vollständige Erneuerung des Straßenabschnitts notwendig. Der Asphaltbelag wies erhebliche Schäden auf, die in den vergangenen Jahren nur schwer zu flicken waren. Auch entsprach die gesamte Strecke hinsichtlich Breite, Ausbaus und Nebenflächen (Bankett, Entwässerung und Böschungen) nicht mehr heutigen Anforderungen. Entschärft wird die Kuppe in der Waldstrecke, die bisher einen Gefahrenpunkt darstellte (die Fahrbahn wird fast fünf Meter tiefer gelegt). Der Kreistag hat dem Projekt im April zugestimmt. Als Bauzeit sind rund acht Monate vorgesehen; Start war Mitte August. Auswirkungen haben die Arbeiten auch auf die Waldbewirtschaftung, denn im Bartenberg gibt es den zentralen Stammholzlagerplatz des Kreisforstamtes. Die bisherige Zufahrt ist nicht mehr möglich; eine neue Route erfordert auch andere Radien auf den Wegen (man sieht’s im Wald durch Abholzaktionen deutlich). Heute soll der Ausbau beginnen. Im Zuge der Maßnahme ist die Kreuzung bei Horrheim (Landesstraße 1131/Kreisstraße 1682) zu einem Kreisverkehr umgebaut worden. Hier sind die Arbeiten in der Endphase; am Wochenende wird bereits die Asphaltdecke eingebaut. Ab heute (30. September) bis zum Sonntag (3. Oktober) wird der Knoten komplett gesperrt (bisher war eine Ampel installiert). Die entsprechenden Umleitungsstrecken sind ausgeschildert. Am Montag soll der Verkehr auf der Landesstraße über den neuen Kreisverkehr fließen, jedoch bleiben die „Äste“ nach Horrheim (Alemannenstraße) und Kleinglattbach noch gesperrt. Insgesamt investiert der Landkreis für die Maßnahmen im Bereich Horrheim/Kleinglattbach rund zwei Millionen Euro; die Kosten für den Kreisverkehr (rund 200 000 Euro) werden anteilig von Land und Kreis getragen.


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