Vaihingen (aa). Eine Mischung aus Humor und Informationen war angesagt. Und die kam durchaus an bei der Veranstaltung der Kreissparkasse Ludwigsburg in der Vaihinger Stadthalle. Über 500 geladene Besucher bekamen „sieben Schritte zum Erfolg“ dargelegt. Auch Harald Felzen, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse, nimmt es locker. „Teile deine Kröten ein, sonst werden sie schnell flöten sein“, zitiert er am Dienstagabend die Comicfigur Homer Simpson. Wie man seine „Kröten“ zusammenhalten kann, zeigt Mathias Sigmund, Abteilungsdirektor der DekaBank Deutsche Girozentrale Luxembourg, auf. Deutschland sei inzwischen eine volkswirtschaftliche Lokomotive in Europa, titele die Fachzeitung „The Economist“ („Europe’s engine“): „Seit März 2009 ist die Stimmung immer besser geworden.“ Die Unternehmer seien in einer „Bombenstimmung“, die Ifo-Uhr stehe auf Boom. Nur der Bankensektor habe weiterhin Probleme, „natürlich aber nicht die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken“. Weltweit gebe es hervorragende volkswirtschaftliche Prognosen, „vor allem aber in Deutschland“. Und die Anleger? Für viele sei Sicherheit Trumpf. „Wenn Sie mit Eins-Komma-Zinssätzen zufrieden sind, brauchen Sie uns nicht“, meint der Deka-Mann. Die Inflation werde 2011 keine Rolle spielen, ist sich der Finanzmanager sicher. Und die Leitzinsen würden noch lange sehr niedrig bleiben. Sigmund setzt sich mit dem Herdentrieb-Phänomen auseinander: „Aktien werden gekauft, wenn sie teuer sind, und verkauft, wenn sie billig sind.“ Das normale Verhalten sei hier außer Kraft gesetzt. Und die Werbebotschaft des Abends? Es gebe da durchaus Anlegearten, mit denen Geld zu verdienen sei, natürlich nicht unbedingt sieben, acht Prozent. Beim Deka-Wertkonzept – ein Konzept für Anleger mit mittlerer Risikobereitschaft – sei die breite Streuung Trumpf. Hier nutze man weltweite Ertragschancen unterschiedlicher Anlageklassen, habe sogar noch einen Risikopuffer eingebaut und sichere aufgelaufene Gewinne. Im Durchschnitt erwirtschafte man um die vier Prozent. Der Übergang ist fließend. Johannes Warth, Kabarettist, Schauspieler, Unternehmensberater Trainer, hebt zu einem Loblied auf die Oberschwaben an. Warum? „Weil ich von dort komme.“ Der 49-Jährige („Deutschlands bekanntester Noname“) gilt als „professioneller Mutmacher“. Er fordert nicht nur das Zwerchfell, sondern auch die Gehirnwindung des Publikums zu Höchstleistungen heraus. Mit einem Repertoire aus Schauspielkunst, Musik und Artistik zieht er die Besucher in seinen Bann. Die Buchstaben von Erfolg kann er auf ganz besondere Art und Weise interpretieren. Es komme auf die Einstellung an. Erfolg beginne schon morgens im Badezimmer vor dem Spiegel. „Das Beste, was dem Menschen heute begegnen kann, bin ich.“ So müsse die Einstellung lauten. „Wenn es nicht so ist, bleiben Sie im Badezimmer.“ R wie Richtung: Man müsse ein Ziel vor Augen haben. Aus einer Entfernung von 9,12 Metern werde er eine Kerze ausblasen, verspricht Warth und holt Luft... „Es gibt Leut’, die so was glauben“, amüsiert er sich dann, holt einen englischen Langbogen („Man braucht das richtige Werkzeug und muss damit umgehen können“) und legt auf die Kerze an: Das ist das Ziel! Der Pfeil geht daneben. Bei anderen Vorstellungen hat Warth die Kerzenflamme auch schon im ersten Versuch ausgeschossen. Doch auch die misslungenen Versuche haben eine Botschaft: „Beim ersten Fehlschuss nicht aufgeben. Dran bleiben. Es gibt Tage, da muss ich meine 47 Pfeile aus dem Auto holen.“ Das F setzt Warth verwegen für Frohlocken, „auch wenn es mal nicht geklappt hat. Wenn wir jetzt zwei, drei Stunden warten, hat sich das Problem mit der Kerze von selbst gelöst. Manche Dinge brauchen halt Zeit.“ O steht für „optimistisch bleiben“. L für Leistungsträger oder den richtigen Partner. Warth bittet zehn Leistungsträger der Kreissparkasse auf die Bühne; es kommen 13 Männer („Ich hab’ gedacht, Sie können zählen“). Es werden zwei Gruppen gebildet, ein Seil gespannt. Der Kabarettist balanciert darauf – und die Leistungsträger um KSK-Regionaldirektor Stefan Heffner und den Vaihinger Filialchef Andreas Büdenbender sorgen für die richtige Spannung des Seils. Es gibt hohes Lob für die beiden Gruppen. Dann G wie Geldanlage. Eine Besucherin wirft fünf Euro in den Klingenbeutel. Und heraus holt sie zehn! Beifall. „Wer investiert 20 Euro?“, fragt Warth. Ein KSK-Angestellter fasst sich ein Herz. „Des macht normal keiner“, lästert Warth, „denn jeder weiß, es gibt keine 40-Euro-Scheine.“ Alle rechnen damit, dass der wagemutige Anleger jetzt mit fünf Euro abgespeist wird. Doch er zieht 50 Euro aus dem Beutel. Für kurze Zeit war der Mann der Dumme. Warth: „Aber nachher sind alle schlauer. Hätt’ i des g’wusst?“ Johannes Warth erntet begeisternden Applaus, vor allem, als er zum Finale noch eine Zeitungspalme gut zwei Meter hoch wachsen lässt: „Die hat zwar manchmal auch einen Hänger, doch es entsteht immer wieder neues Wachstum.“ „Geht net! Machen wir net! Was sagen die Leut?“ Von solchen Aussagen müsse man sich verabschieden. Die Botschaft dürfte angekommen sein.
