Donnerstag, 24. Mai 2012

Sommerrätsel führt nach Hohenhaslach






Hohenghaslach. Foto: Arning

Hohenhaslach (aa). Vom Weinbau geprägt ist Hohenhaslach, das seit der Gemeindereform von 1973 ein Stadtteil von Sachsenheim ist. Der Ort mit der Georgskirche gibt dem Strombergrücken ein unverwechselbares Gesicht. Enge Beziehungen zu Vaihingen hat der Ort schon aus der Geschichte her. Und das Weingut von Martin Notz, Langmantel 1, das den Preis für diese Folge zur Verfügung stellt (Einkaufsgutschein im Wert von 30 Euro), hat durch den Lemberger Preis „Vaihinger Löwe“ noch ganz besondere Verknüpfungen in die alte Kreisstadt: Bei der jüngsten Preisverleihung gingen gleich zwei Löwen an das junge Weingut. Kennenlernen kann man Hohenhaslach unter anderem bei einem Rundgang, der zu den markanten Punkten des Ortes führt: Unter anderem Kelter, Marktplatz, ehemaliges Pfarrhaus, Bergschule, Pfarrkirche St. Georg, Rathaus, Stadtmauer, Unteres Tor, Backhaus... Im Jahr 800 schenkte ein gewisser Ruther dem Kloster Lorsch Grundstücke in „Haselahe“. Damit ist die Ursiedlung Niederhaslach zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Hohenhaslach auf dem Berg taucht erstmals 1283 in den Quellen auf. Mittelhaslach bildete sich erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts heraus. Älter jedoch ist die Mühle in diesem Ortsteil, sie wird bereits 1317 erwähnt. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte Hohenhaslach zur Herrschaft der Herren von Eselsburg, die Hohenhaslach befestigten. Belrein von Eselsburg stiftete 1241 das Zisterzienserinnenkloster Rechentshofen und bestimmte es zur Grablege seines Geschlechts. Im gleichen Jahr kam Hohenhaslach durch eine Heirat aus dem Besitz der Herren von Eselsburg zur Herrschaft der Herren von Vaihingen. Doch die Grafen von Vaihingen besaßen Hohenhaslach nur ein Jahrhundert lang. Schon mit dem Erwerb Hohenhaslachs setzte der Niedergang der Vaihinger ein. Der letzte Graf von Vaihingen, Heinrich von Vaihingen, vermachte am 26. September 1356 seinen ganzen Besitz, darunter auch Hohenhaslach, an das Haus Württemberg. Obwohl Heinrich von Vaihingen in der Übergabeurkunde an Württemberg 1356 Hohenhaslach als Stadt bezeichnete, war Hohenhaslach wohl nur ein befestigtes Weindorf, eine „Vestin“, gewesen. Trotzdem brachte die Übergabe an Württemberg einen Bedeutungsverlust für den Ort, das Marktrecht des Ortes blieb aber wenigstens erhalten. Zu den bekanntesten historischen Personen des Ortes gehört Eberhard David Hauber. Der Theologe, Geograph und Kartograph wurde 1695 in Hohenhaslach geboren. Als in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die konfessionell geprägten Länder und Staaten mit ihren Landsknechttruppen ineinander krachten, blieb auch Hohenhaslach nicht verschont. Spätestens 1621 brachen die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs über den Ort herein. Landsknechte durchzogen plündern und mordend die Gegend. Mit dem Sieg der kaiserlichen katholischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen 1634 begann für die Hohenhaslacher eine weitere Welle des Grauens. Die Pest als Begleitübel des Kriegs raffte beinahe den gesamten Rest der Bevölkerung dahin. Auch Johann Ulrich Thumm, Pfarrer von Hohenhaslach, wurde ein Opfer von Krieg und Krankheit. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges lebten nur noch wenige Familien in Hohenhaslach. Kaum hatte sich Hohenhaslach von den Schrecken des Krieges erholt, belasteten die Folgen der Erbfolgekriege den Ort. Erst 1809 – nach 150 Jahren – wurden wieder die Bevölkerungszahlen der Vorkriegszeit erreicht. Wirtschaftlich war Hohenhaslach besonders durch den Weinbau geprägt; beinahe seit 1000 Jahren ist er in Hohenhaslach belegt. Brachte die Konzentration auf den Weinbau dem Ort im hohen Mittelalter einen gewissen Wohlstand, trug sie im 19. und 20. Jahrhundert mit zur Verarmung der Gemeinde bei. Zeitweise zählte Hohenhaslach zu den ärmsten Gemeinden im Vaihinger Oberamt. Im 19. Jahrhundert hatte Franz Hopf, der von 1844 bis 1850 Pfarrer in Hohenhaslach war, gegen die Armut der Gemeinde und für Demokratisierung gekämpft. Trotzdem war für viele Hohenhaslacher Auswanderung der einzige Ausweg. Erst die Verbesserung der Anbaumethoden, die Ausdehnung der Weinbergflächen und der Einsatz resistenter Rebsorten ließen den Ertrag vor allem seit 1945 und damit den Wohlstand der Gemeinde stark anwachsen. Gegen die Abhängigkeit von den stark schwankenden Weinpreisen wehrten sich die Hohenhaslacher zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Gründung einer Weingärtnergenossenschaft. 1969 schlossen sich die Weingärtengenossenschaften Hohenhaslach und Bönnigheim zur Strombergkellerei zusammen. Seit der Gemeindereform 1973 bilden Hohenhaslach zusammen mit den Kirbachtalgemeinden Ochsenbach, Spielberg und Häfnerhaslach sowie mit Klein- und Großsachsenheim die Stadt Sachsenheim. Durch seine exponierte Lage am Stromberg bietet Hohenhaslach eine sehr gute Aussicht über das Ludwigsburger Unterland bis zum Hohenasperg und nach Ludwigsburg selbst. An Tagen mit guter Fernsicht sieht man bis zur Schwäbischen Alb. Für Wanderungen auf dem Stromberg oder im Kirbachtal ist der Ort ein beliebter Ausgangspunkt. Die Pfarrkirche St. Georg wurde um 1230 errichtet. 1566 und 1792 wurde das Schiff erweitert. Der Chor ist mit frühgotischen Fresken ausgemalt, die bei einer Kirchenrenovierung 1957 freigelegt wurden Sie zeigen einen Weihnachtszyklus, einen Osterzyklus und verschiedene Propheten. In der Darstellung der Flucht nach Ägypten trägt Joseph ein Weinfässchen. An der Nordwand zeigen Fresken die Bekehrung von Saulus zum Apostel Paulus sowie den Namenspatron der Kirche, den Drachentöter Georg. Sie stammen aus der Zeit um 1570. Die unmittelbare Umgebung der Kirche kann mit drei Pfarrhäusern aufwarten. Das älteste war ursprünglich Rüsthaus, das heißt Waffenkammer, des befestigten Ortes. 1605 wurde das Gebäude umgebaut und diente ab diesem Jahr bis 1775 als Pfarrhaus. Es ist das Geburtshaus von Eberhard David Hauber. Das große, 1710 erbaute Fachwerkhaus gegenüber dem Rüsthaus diente 1775 bis 1897 als Pfarrhaus. 1897 schließlich wurde das neue Pfarrhaus mit seinem sehenswerten, verzierten Treppengiebel gebaut, direkt gegenüber dem Westportal der Kirche an der Hangterrasse gelegen. Der Ort besitzt noch einige andere historische Fachwerkhäuser, beispielsweise das Gasthaus Ochsen und das Gerichtsschreiberhaus in der Straße An der Steige sowie das Haus in der Küferstraße 16. Entlang der talseitigen Hangterrasse findet man noch vereinzelte Abschnitte der alten Stadtmauer. Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Helmut Hartstern. Die Geschicke des Ortes, der derzeit rund 2200 Einwohner zählt, leitet derzeit Alfred Xander als Ortsvorsteher. Unter seiner Führung wurde im Jahr 2000 auch das Jubiläum 1200 Jahre Hohenhaslach gefeiert. Die Fragen Hohenhaslach (aa). Acht Fragen haben wir zu unserer Sommerserie über Hohenhaslach ausgesucht. Als Gewinn winkt ein Einkaufsgutschein im Wert von 30 Euro beim Weingut Notz (Langmantel 1) in Hohenhaslach. Frage 1: Hohenhaslach hat einige berühmte Söhne. Wir suchen einen Theologen, der von 1695 bis 1765 lebte. Der vierte Buchstabe des Nachnamens gibt den Anfang vom Lösungswort. Frage 2: Seit der Eingemeindung nach Sachsenheim hat Hohenhaslach Ortsvorsteher. Der jetzige ist seit über zehn Jahren im Amt. Von seinem Nachnamen wird der fünfte Buchstabe gesucht. Frage 3: Er war Pfarrer in Hohenhaslach und hat für demokratische Verhältnisse gekämpft. Übrigens: Die SPD Vaihingen ehrt ihn in jedem Jahr beim Maientag. Vom Vornamen suchen wir den zweiten Buchstaben. Frage 4: Natürlich hat die Kirche des Ortes einen Namen. Der zweite Buchstabe wird gesucht. Frage 5: Ein schlimmer Krieg hat die Bevölkerung stark reduziert. Wir brauchen den ersten Buchstaben des Namens. Frage 6: Im Jahr 800 ist der Ort erstmals erwähnt worden. Welches Kloster hat die Urkunde verwahrt. Gesucht wird der zweite Buchstabe. Frage 7: Ein markantes Gebäude steht ganz oben im Dorf. Hier werden immer auch Feste durchgeführt. Gesucht wird der letzte der sechs Buchstaben. Frage 8: Der Chor der Kirche ist mit Bildern ausgemalt. Wie werden sie bezeichnet? Der erste Buchstabe ist gefragt. Jetzt einfach die Buchstaben in der Reihenfolge von Frage 1 bis 8 aneinanderreihen – und Sie haben das Lösungswort. Einsendeschluss ist am Freitag (1. Oktober, 12 Uhr). Einsendungen an die Vaihinger Kreiszeitung, Marktplatz 15, 71665 Vaihingen, Fax 0 70 42 / 919-99, E-Mail: info@vkz-de. Und den Absender nicht vergessen.


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