Vaihingen (ub). Die Lobesworte kamen vom Landrat: „Ein wichtiger Partner für den Landkreis“, vom Pfarrer: „Sie haben den Puls an den großen und kleinen Menschen“ und vom stellvertretenden Oberbürgermeister: „Viele Ziele wurden erreicht.“
Am Freitagabend feierte die Familien-Bildung Vaihingen in der Peterskirche das 40-jährige Bestehen und die Redner bescheinigten dem Verein, auch für die Zukunft aufgestellt zu sein. So läuft seit zwei Jahren der Prozess zum Familienzentrum Vaihingen. Im Herbst ist deshalb eine Befragung geplant, damit die aktuellen Anliegen der Familien auf den Tisch kommen.
„Die Familien-Bildung geht zu den Menschen“, sagte bei der Feierstunde Karin Bauer, die den Prozess zum Familienzentrum begleitet. Die Familien-Bildung müsse ein Ort zum Wohlfühlen, ein Ort der Begegnung sein. „Aber auch ein inspirierender Ort, wo es Spaß macht, sich zu bilden.“ Bauer bezeichnete die Familien-Bildung in Vaihingen auch als einen „Ort der Ermutigung“.
Die Hilfe und Orientierung bei der Gestaltung des Alltagslebens sieht Vorsitzende Dagmar Holzberg weiterhin als Hauptaufgabe der Familien-Bildung mit Sitz in der Grabenstraße 18 in Vaihingen. „Fertige Antworten können die Teilnehmer bei unseren Kursen aber nicht immer erwarten, das Motto ist vielmehr Mitwissen und Mitmachen“, sagte Holzberg. Im letzten Jahr gab es beispielsweise knapp 250 Kurse mit weit über 4000 Teilnehmern. Dabei sind die Teilnehmer zwischen drei Monaten und 80 Jahren alt. Als „Türöffner“ für die Arbeit der Familien-Bildung bezeichnete Dagmar Holzberg die Betreuung an den Grundschulen. Aktuell werden in Vaihingen 290 Schüler bei der verlässlichen Grundschule von der Familien-Bildung betreut. Die Ganztagesangebote nutzen 95 Schüler. „Die verlässliche Grundschule in allen Stadtteilen ist sehr positiv für die Stadt“, merkte am Freitagabend der stellvertretende Oberbürgermeister Walter Sämann an. „Die Familien-Bildung ist für die Stadt ein unentbehrlicher Partner.“
„Wenn es irgendwo in der Stadt
klemmt, haben wir noch
die Familien-Bildung“
Alt-OB Heinz Kälberer
„Wir sind aktuell aufgestellt und zukunftsfähig“, betonte Holzberg in ihrem Grußwort. Dabei zitierte sie auch den früheren Vaihinger Oberbürgermeister Heinz Kälberer, der im Publikum saß: „Wenn es irgendwo in der Stadt klemmt, haben wir noch die Familien-Bildung.“
Als „notwendiger Partner“ für den Landkreis bezeichnete Landrat Dr. Rainer Haas die Familien-Bildung in Vaihingen. Haas hob dabei die zahlreichen Verbindungen zwischen dem Landkreis Ludwigsburg und der Familien-Bildung hervor: „Schiller-Volkshochschule, Allgemeiner Sozialer Dienst, Psychologische Beratungsstelle und der Fachbereich Jugendhilfeplanung – die Liste der Kooperationen zwischen der Kreisverwaltung und der Familien-Bildung Vaihingen ist lang.“
Aufbauend auf den guten Erfahrungen der „Mütterschule unterwegs“ der evangelischen Frauenhilfe in Vaihingen gründeten die Stadt und der damalige Landkreis Vaihingen mit den Kirchen, den Landfrauen und der evangelischen Frauenhilfe im Jahr 1970 eine Arbeitsgemeinschaft, aus der 1978 die heutige Familien-Bildung hervorging. Heute beschäftigt die Familien-Bildung mehr als 60 Honorarkräfte. Kooperationspartner sind die Stadt Vaihingen, Schulen und Kindergärten in und um Vaihingen, die Schiller-Volkshochschule, Kirchengemeinden, der Leitungskreis für Erwachsenenbildung und Banken. Das Angebot reicht in der Kernstadt und den Teilorten, in Sersheim, Oberriexingen, Eberdingen und Sachsenheim von Kursen aus den Bereichen „Rund um die Geburt“, „Eltern und Kinder“, „Gesundheitsbildung“ oder „Kreatives Gestalten“ über die Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule, Ganztages- und Ferienbetreuung bis zu einer Kinderkrippe.
Ein Kompliment für die jahrelange Arbeit sprach deshalb am Freitagabend der Roßwager Pfarrer Oliver Langer als Stellvertreter des Dekans aus. Die Familien-Bildung sei ein Beitrag zu Gelingen des privaten, familiären Glücks.
„Bei der Familien-Bildung geht es um das ganzheitliche Lernen“, unterstrich Leiterin Margit Rösslein. Das jüngste Kind der Familien-Bildung seien die „kleinen Löwen“ im Alter von eins bis drei Jahren. Ein „attraktives Angebot“ für Familien speziell in den Sommerferien sei aber auch die alle zwei Jahre stattfindende Kinderspielstadt, die von der Familien-Bildung und der Jugendarbeit der Stadt Vaihingen organisiert wird. „Deshalb ist unser Weg klar hin zu einem Familienzentrum.“
Hinter der 40-jährigen „Erfolgsgeschichte“ Familien-Bildung Vaihingen stehen auch zahlreiche Namen. Treue Mitglieder und engagierte Kursleiter wurden am Freitagabend in der Peterskirche geehrt. Lange Zeit Mitglied sind: Gertrud Bauer (sie war auch 24 Jahre lang Vorsitzende), Sigrun Mozer, Ruth Renschler, Dr. Gudrun Aker, Kurt Bausch, Helga Eberle, Gerlinde Ehrenfeuchter, Doris Elsässer, Barbara Fritsch, Gretel Gayer, Dagmar Holzberg, Bärbel Kälberer, Jürgen Liegmann, Manfred Lipp, Manfred Reiter, Otto Schieker, Hadumoth und Wolfgang Schüle, Ruth Seidel, Margarete Unfried und Marianne Wahl.
Für Kursleitungen ausgezeichnet wurden: Gretel Gayer, Marianne Häcker, Erika Schumm, Gisela Ewald-Scheunert, Mario Rosentreter, Maria Hilgers, Beate Fetzer, Anita Hiegl, Manfred Reiter, Gabi Bauz, Helga Fischle und Iris Matner.
