Donnerstag, 24. Mai 2012

Phönix aus der Asche




Die Klasse 8d vor dem Musiksaal. Foto: Leitz
Die Klasse 8d vor dem Musiksaal. Foto: Leitz

Vaihingen (ub). Wie Phönix aus der Asche erscheint das Gebäude der Ferdinand-Steinbeis-Realschule in Vaihingen nach den Sommerferien in neuem Glanz. Die Zeiten der Container auf dem Schulhof nach dem Brand gehören der Vergangenheit an.
 Die Schüler freuen sich über die renovierten Räume, auch für die Lehrer ist der zurückgekehrte Alltag eine große Erleichterung. Aus diesem Grund findet am Samstag (25. September) von 11 bis 15 Uhr ein Tag der offenen Tür statt, an dem sich die Gäste über die Neuerungen informieren können. Unter dem Motto „Wie Phönix aus der Asche“ wird der Bezug des renovierten Gebäudes gefeiert. Darüber hinaus präsentiert die Ferdinand-Steinbeis-Realschule (FSR) ihr Profil mit verschiedenen Aktionen. So gibt es auch Informationen über den bilingualen Unterricht (Biologie- oder Geschichte-Unterricht auf Englisch), der eingeführt werden soll, über die vier Klassen der Ganztagesschule und „wir versuchen auch wieder, die Schulkleidung zu aktivieren“, so Rektor Olaf Büscher. Die Elternschaft verköstigt die Besucher, während die Globe AG Korken, CDs und DVDs sammelt.
„Wir haben das Fest verdient“, unterstreicht Schulleiter Büscher. Denn nach dem Brand im Oktober 2009 in der Mädchentoilette im Erdgeschoss war in der Realschule nichts mehr wie früher. Nachdem ein 13-Jähriger hier das Handtuch angezündet hatte, schmorte zwar nur der Handtuchhalter und das WC wurde in Mitleidenschaft gezogen. Durch das Feuer – das Erdgeschoss war an diesem Abend völlig verraucht und die Feuerwehr löste Großalarm aus – wurde fast die komplette Schule durch Rauch und Ruß in Mitleidenschaft gezogen. Nur noch im sogenannten Neubau war normaler Unterricht möglich.
Der 13-Jährige, der von der Polizei als Täter ermittelt wurde, ist strafunmündig, wurde aber für bestimmte Zeit in die Jugendpsychiatrie eingewiesen.
Für über eine Million Euro musste die FSR gereinigt und saniert werden. Damit einher ging auch, dass der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht wurde. Allein der städtische Anteil für das Brandschutzkonzept wird mit 620 000 Euro angegeben. Alle Fluchtwege und Leitungskanäle sind jetzt so ausgelegt, dass sie 30 Minuten lang einem Feuer standhalten. Decken wurden erneuert, Installationen ersetzt, Energiesparlampen und Bewegungsmelder montiert.
Weil der Rauch nach dem Brand in der Lüftungsanlage durch das ganze Haus verteilt wurde, konnten die Beschädigungen in den Klassenzimmern nicht durch alleinigen Augenschein entdeckt werden. Es mussten immer wieder Luftproben entnommen werden.
Um die Mammutsanierung im ersten Bauabschnitt, die punktgenau zum Ende der Sommerferien abgeschlossen werden konnte, zu realisieren, mussten Schüler und Lehrer für ein dreiviertel Schuljahr in Container auf den Schulhof ausweichen. Zwar konnte der Pflichtunterricht in diesen Provisorien gewährleistet werden, doch Zusatzangebote und Arbeitsgemeinschaften fielen oft aus. Bei warmen Temperaturen fühlten sich Schüler und Lehrer wie in der Sauna, im Lehrerzimmer war nur Schichtbetrieb möglich (Büscher: „Wir kamen uns wie im U-Boot vor“). Arbeitsmittel und Computer standen nicht zur Verfügung, dazu kam die Lärmbelastung.
Schulleiter Olaf Büscher lobt in einem VKZ-Gespräch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt während der extremen Phase. Auch habe der Bauhof bei verschiedenen Anfragen flexibel reagiert.
Mit den Baumaßnahmen ist aber in der FSR noch lange nicht Schluss. Auf der aktuellen Agenda steht der Schulhof, der vor allem durch die Container in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Stadtteilausschuss hat bereits eine dementsprechende Empfehlung ausgesprochen (die VKZ berichtete). Bis 2013 wird es immer in den Sommerferien weitere Bautätigkeiten geben, um die weiteren Bereiche der Schule nach den neuesten Brandschutzrichtlinien auszustatten.




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