Illingen (ub). Über 2000 Leser beteiligten sich bis jetzt am VKZ-Sommerrätsel. Herzlichen Dank. Heute macht das attraktive Gewinnspiel Station in Illingen.
Und das Mitmachen lohnt sich auch hier. Die Bäckerei Kull hat einen Frühstücks-Gutschein über 25 Euro für die Büfetts in Illingen zur Verfügung gestellt. Doch bevor es ans gemütliche Frühstücken geht, sind erst die Fragen zu beantworten.
Bereits zahlreiche vorgeschichtliche und römische Funde zeugen von einer frühen und dichten Besiedlung des Ortes Illingen und der umliegenden Gemarkung. Aufgrund vieler Einzelfunde ist ein hohes und breites Kulturniveau zu vermuten, das bis heute keine zusammenfassende Darstellung erfahren hat. Über acht jungstein- und urnenfelderzeitliche Siedlungen, römische Gebäudereste, Töpfereien und Gutshöfe erstreckt sich das reiche vor- und frühgeschichtliche, aber auch römische Erbe.
So werden 1853 beim Bau der Eisenbahn von Stuttgart nach Karlsruhe Reste römischer Gebäude im Flur „Äußere Hofäcker“ entdeckt, 1912 stößt man auf dem Grundstücke Flurstücksnummer 452 auf römische Fundamente, wahrscheinlich einer „villa rustica“. Auch auf dem Flurstück „Welsches Haus“ werden Reste einer Villa aus der Römerzeit vermutet. Ihre Entdeckung geht auf Ausgrabungen von 1913 zurück. Römische Niederlassungen werden auch auf dem Flurstück „Binsenäcker“ vermutet. Ihre Entdeckung geht auf das Jahr 1910 zurück. Der hier vorhandene große Erdkeller mit zahlreichen Werkzeugen lässt auf eine frühe römische Werkstatt schließen.
Ferner konnte beim Bahnbau ein fränkisch-alemannisches Grab aufgedeckt werden. Im Jahre 1935 werden zahlreiche Siedlungsgruben eines urnenzeitlichen Dorfes aus der Zeit von 1200 bis 700 v. Chr. entdeckt und zerstört. Leider konnte nur eine Grube archäologisch untersucht werden. Noch im Jahre 1976 zeigen sich hier aufgepflügte Ziegel-, Stein- und Scherbenbrocken.
Der Siedlungsort Illingen selbst liegt an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Stuttgart und Frankfurt. Noch im Spätmittelalter (1425) gelangte der Ort in den Besitz des Klosters Maulbronn, das seit Anfang des 14. Jahrhunderts hier Grund besaß. Das mittelalter- und neuzeitliche, teils sehr dichte Ortsgefüge in Fachwerk ist erst in der Nachkriegszeit unseres Jahrhunderts stark verändert worden. Viele schmerzliche Abbrüche und substanzielle Eingriffe in das gewachsene Gefüge sind im Ortsbild spürbar. Noch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeigt der Ort ein dichtes Bild an Fachwerkhäusern, eine Ortsetterumgrenzung und Toranlagen. Andreas Kieser hat das Dorf im württembergischen Forstlagerbuch gezeichnet und koloriert. Pfarrkirche und Rathaus sind auf der Federzeichnung die markantesten Punkte im Weichbild des Ortes. Das Rathaus ist heute verschwunden. Neben dem Pfleghof ist die Kirche St. Cyriakus der wichtigste Bau im alten Ortsgefüge. Die ehemalige mittelalterliche Wehrkirchenanlage liegt im Westen des Ortes im Schnittpunkt von Dillmann- und Kirchstraße abseits des Verkehrs. Von der einst starken Befestigung der Wehrkirche ist heute nur noch wenig vorhanden. Letztmalig wird im Jahre 1783 von ihr berichtet, wo es heißt: „ehedem bey Kriegs Zeiten zur Sicherheit und Wehr gedient und deshalb oben mit einem Absatz zum Gang versehen gewesen“.
Die Kirche, eine mächtige Chorturmanlage mit polygonaler Ostapsis und südlich angefügter tonnengewölbter Sakristei, geht auf die Jahre 1488–1490 zurück. Die Zahlen 1488 und 1490 sind an der Südostecke und über dem Scheitelfenster zu sehen. Markante abgeschrägte Ecken markieren den Übergang vom mächtigen Turmunterbau zum grazileren Achteck der Glockenstube.
Zu den eindrucksvollsten baulichen Anlagen gehört noch heute die ehemalige Pflege des Klosters Maulbronn, der spätere Posthof westlich der Kirche. Die gewinkelte Anlage besteht aus einem massiven Kelterbau (Posthof 7) und einem sogenannten Posthof (Posthof 9), ein mehrgeschossiger Fachwerkbau des 17. Jahrhunderts. Als Sitz der herzoglichen Verwaltung entstand hier kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg 1669 ein dreigeschossiger Fachwerkbau. Über den Vorgängerbau ist wenig bekannt. Das steinerne Erdgeschoss zeigt Wappen und Steinkonsolen mit Volutenornamenten der Bauzeit. Eine Inschrift am westlichen Erdgeschossfenster weist auf den Erbauer Eberhard Herzog zu Württemberg hin.
Die beiden bedeutendsten, nahezu parallel verlaufenden Straßenzüge im Ortskern sind die Kirch- und Dillmannstraße. Eindrucksvolle, ehemalige landwirtschaftliche Hofstellen, meist Hakengehöfte, geben beiden Straßenzügen noch heute barockes Gepräge. Eng gestellte Giebelfassaden, schmale Hofeinfahrten bestimmen den Straßenraum. Am Beginn der Kirchstraße sind die beiden zweigeschossigen, giebelständigen, barocken Fachwerkbauten Kirchstraße 20 und 22 mit Krüppelwalmdach und massivem Erdgeschoss nicht zu übersehen. Beide wurden fast gleichzeitig 1748 und 1749 erbaut. An einem sind der Schultheiß Johan Jacob Finck, offenbar ein Bäcker, und seine Ehefrau Catharina Margareth als stolze Bauherrn genannt. Gegenüber steht das jüngere Pfarrgehöft von 1762. Mehrfach umgebaut und verändert strahlt der zweigeschossige Putzbau Ruhe aus. Mit zu den interessantesten, barocken Wohnbauten zählt der zweigeschossige traufständige Fachwerkbau am Ende der Kirchstraße.
Sage und schreibe neun Fragen sind beim VKZ-Sommerrätsel über Illingen zu beantworten, um das richtige Lösungswort zu knacken. Als Gewinn winkt ein Frühstücks-Gutschein der Bäckerei Kull in Illingen.
Frage 1: In welchem Bundesland liegt das andere Illingen, zu dem der Sportverein freundschaftliche Beziehungen hat? Hier brauchen wir den ersten Buchstaben.Frage 2: Wie heißt der Kommerzienrat, der 1858 in Illingen geboren wurde und der erster Direktor der Neckarsulmer Strickmaschinenfabrik von 1884 bis 1910 war? Vom Vornamen brauchen wir den dritten Buchstaben.Frage 3: Wie heißt der im Jahr 2006 verstorbene Künstler, der nach dem Krieg nach Illingen kam? Er hat unter anderem das Kriegerdenkmal in Illingen geschaffen. Vom Nachnamen wird der letzte Buchstabe benötigt.Frage 4: Wie heißt der Platz in der Ortsmitte, der an die Postkutschenzeit des 19. Jahrhunderts erinnert? Hier brauchen wir den zweiten Buchstaben.Frage 5: Wie heißt der Illinger Schulmeister (geboren 1794), nach dem noch heute eine ehemalige Schule benannt ist? Sein Sohn war der Begründer der Realgymnasien. Vom Nachnamen der Familie brauchen wir den fünften Buchstaben.Frage 6: Wie heißt der amtierende Bürgermeister von Illingen? Vom Nachnamen brauchen wir den dritten Buchstaben.Frage 7: Wie heißt der Ehrenbürger von Illingen, der von 1966 bis 1994 Bürgermeister war? Vom Nachnamen brauchen wir den zweiten Buchstaben.Frage 8: Wie heißt der Schweizer Architekt deutscher Herkunft, der am 28. April 1830 in Illingen geboren wurde? Er war kurze Zeit auch Stadtbaumeister von Zürich. Vom Nachnamen brauchen wir den letzten Buchstaben.Frage 9: Im Spätmittelalter gehörte Illingen zum Gebiet der Grafen von Calw. Ab 1260 kamen die Illinger zu einer anderen Grafschaft. Wie hieß der Sitz der Grafschaft? Von dem Namen, ein Nachbarort von Illingen, brauchen wir den siebten Buchstaben.Das Lösungswort ergibt sich aus der Reihenfolge der Fragen. Einsendungen bis Dienstag, 12 Uhr, an die VKZ-Redaktion, Marktplatz 15, in 71665 Vaihingen. Per Fax: 0 70 42 / 919-99. Per E-Mail: info@vkz.de. Den Absender bitte nicht vergessen.
