Vaihingen (aa). „So lang’ das Haus bestehen wird, behüte es der gute Hirt’“, reimten die Gommel-Zimmerleute aus Mühlacker. Der gute Wunsch galt dem Pfarrhaus mit Gemeinderäumen der evangelischen Kirchengemeinde auf dem Vaihinger Wolfsberg. Gestern Nachmittag wurde Richtfest gefeiert. „Nun danket alle Gott!“, ließen es die Bläser vom Dach erklingen. Und die Gäste der Feier auf der Baustelle an der Salzäckerstraße stimmten in der warmen Herbstsonne freudig mit ein. Gute und solide Arbeit sei geleistet worden, fand Pfarrer Thomas Moser, der im kommenden Jahr mit seinem Sohn ins Pfarrhaus einziehen will. „Bis im Frühsommer sollten wir fertig sein“, meinte er. Es seien beim Bau einige Probleme zu lösen gewesen, informierte Moser. Die Rundungen hätten die Maurer vor große Herausforderungen gestellt. Man solle ein Haus nicht auf Sand bauen, stehe schon in der Bibel, meinte der Pfarrer. Aber auf Enzkies sei es auch nicht besser, doch jetzt stehe der Bau fest auf einem Säulenfundament. Die Gründung hat Architekt Fabian Rau stark beschäftigt. „Mit der Kiesblase war nicht zu rechnen gewesen“, erzählte er. Auch er lobte speziell die Ezel-Truppe, die sich der Herausforderung des runden Bauens gestellt hatte: „Andere Unternehmen haben da schnell wieder zurückgezogen.“ Die Steine seien vom Hersteller wie ein Puzzle geliefert worden. Der Wunsch nach einer „Außenstelle“ im Gebiet Wolfsberg bestand bei der evangelischen Kirchengemeinde schon in den 79er- und 80er-Jahren. 1999 wurde ein neuer Anlauf genommen, 2002 das zehn Ar große Grundstück an der Salzäckerstraße gekauft. Im Gemeindebereich sind folgende Räume entstanden: ein 90 Quadratmeter großer Saal, ein Gruppenraum, Foyer, Vorraum, Lager und Sanitärräume. Erster Spatenstich war im März. Die Kosten werden mit 1,1 Millionen Euro angegeben, davon wird die Landeskirche 240 000 Euro tragen, der Kirchenbezirk 30 500. Der Rest muss von der Kirchengemeinde aus dem Verkaufserlös des früheren zweiten Pfarrhauses in der Zeppelinstraße, Eigenmitteln und durch Spenden aufgebracht werden. Vor allem Hartmut Leins hatte sich während seiner Dienstzeit als Dekan stark für das Projekt eingesetzt. Die Fertigstellung erlebt er jetzt als Jungpensionär. Klar, dass er gestern als Ehrengast mit von der Partie war und völlig ungezwungen mitfeiern konnte. Und auch Pfarrer Moser, der sich im März noch als Baggerpilot bewähren musste, konnte locker zu „Bier, Fleischkäse und anderen Köstlichkeiten“ einladen.
