Donnerstag, 24. Mai 2012

Illinger Bürgermeister bleibt Beisitzer




Harald Eiberger stimmt selbst dafür, dass der Illinger Bürgermeister kein Beisitzer im Partnerschaftsverein mehr sein soll – vergeblich. Foto: Küppers
Harald Eiberger stimmt selbst dafür, dass der Illinger Bürgermeister kein Beisitzer im Partnerschaftsverein mehr sein soll – vergeblich. Foto: Küppers

Illingen (rkü). Harald Eiberger ist auch künftig Beisitzer des Vereins für Städtepartnerschaft Illingen. Eine Satzungsänderung, wonach der Bürgermeister dieses Amt nicht mehr automatisch bekleiden sollte, ist gescheitert. Es kam keine Zwei-Drittel-Mehrheit zustande. Verein und Bürgermeister sind sich nicht einig, wie Partnerschaften gelebt werden sollen.

Die Differenzen zwischen der Vorstandschaft des Vereins und dem Bürgermeister sind nicht zu übersehen. Es gibt ganz offenbar unterschiedliche Auffassungen darüber, wie Partnerschaft zu leben ist. Der Vorsitzende des Vereins, Rudolf Krauth, fand während einer außerordentlichen Hauptversammlung sehr deutliche Worte. Bei der Gründung des Partnerschaftsvereins im Januar 2008 habe man ganz bewusst eine Satzung ausgearbeitet, die den Bürgermeister kraft Amtes als Beisitzer vorsieht – um den direkten Draht zur Gemeinde zu erhalten. „In der Praxis hat es sich aber gezeigt, dass es wohl Interessenskonflikte gibt und wir immer wieder einen gewissen Ärger haben“, bedauerte Krauth. „Den Umgang, die Art und Weise – das stellen wir uns anders vor und das wollen wir nicht mehr. Wir denken, wir können das alleine besser.“

Diese Sicht der Vorstandschaft wurde aber nicht von allen Mitgliedern geteilt. Während der außerordentlichen Hauptversammlung, die zum Zweck der Satzungsänderung einberufen war, wurden mehrere Stimmen laut, die einen anständigen Umgang miteinander und insbesondere auch mit dem Bürgermeister einforderten. Harald Eiberger schwieg zu der Diskussion. Als er direkt angesprochen wurde, erklärte er kurz: „Ich trag’ die Satzungsänderung wie vom Vorstand vorgeschlagen mit.“ Die Vorlage sah vor, den Passus „ein Beisitzer in Person der/des Bürgermeisterin/Bürgermeisters der Gemeinde Illingen oder eine von ihr/ihm benannte/r Vertreter/in der Gemeinde“ ersatzlos zu streichen. Dafür wären zwei Drittel der Stimmen nötig gewesen. In der Tat fand sich eine deutliche Mehrheit für die Änderung. 16 Ja-Stimmen, darunter die von Harald Eiberger, standen bei einer Enthaltung gegen neun Nein-Stimmen. 18 Stimmen wären die Zwei-Drittel-Mehrheit gewesen. Also ist der Bürgermeister (oder ein von ihm benannter Vertreter) auch künftig Beisitzer im Partnerschaftsverein.

Die übrigen Satzungsänderungen gingen problemlos durch. In erster Linie besagen sie, dass künftig die Vorstandschaft zur einen Hälfte in geraden und zur anderen Hälfte in ungeraden Jahren gewählt wird. Die dadurch notwendig gewordenen Neuwahlen erbrachten die Bestätigung von Rudolf Krauth als Vorsitzendem und Pasa Söderström als erster Stellvertreterin. Zweiter Stellvertreter ist jetzt Uwe Hofmann statt Josef Gotschal, der nicht mehr kandidierte. Schriftführer Gerhard Spörle und Kassiererin Angelika Schäfer wurden bestätigt.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ ging es noch einmal hoch her zwischen Vereinsmitgliedern und Bürgermeister. Ob er denn nun als offizieller Vertreter die „Fiera“ in der italienischen Partnergemeinde Castelnovo ne Monti besuchen oder wenigstens einen Vertreter bestellen würde? Mehrere Teilnehmer der Versammlung stellten ähnlich lautende Fragen. Eibergers Kommentar: „Wenn ich etwas sagen möchte, melde ich mich zu Wort.“ Er meldete sich aber nicht.




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