Donnerstag, 24. Mai 2012

Umgestaltung des Pausenhofs




Der derzeitige Pausenhof der Vaihinger Realschule. Foto: Bögel
Der derzeitige Pausenhof der Vaihinger Realschule. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Der nicht frostsichere Untergrund und Probleme mit der Abwasserleitung sorgen für die dicke Rechnung: Im letzten Jahr ging man bei der Umgestaltung des Pausenhofs der Vaihinger Realschule von Kosten in Höhe von 64 000 Euro aus – jetzt sind es über 200 000 Euro.
 Trotzdem hat der Vaihinger Stadtteilausschuss am Montagabend einstimmig empfohlen, die Pausenhoffläche der Ferdinand-Steinbeis-Realschule zwischen Schulgebäude und Stadthalle nach dem Plan des Büros Schmid, Treiber und Partner auszubauen. Errechnete Kosten: 208 000 Euro. Allerdings, so Stadtplaner Ernst Loos, fließt das meiste Geld in die Erneuerung des Unterbaus. Mit der vom Stadtteilausschuss empfohlenen Variante – der Gemeinderat entscheidet in seiner Sitzung am 29. September – sind auch optimale Voraussetzungen für die Fortführung des Open-Air-Kinos an dieser Stelle gegeben.
Schulleiter Olaf Büscher unterstrich bei der Sitzung noch einmal die Notwendigkeit der Umgestaltung, damit der Schulhof im Rahmen der Ganztagesschule als „Bewegungsraum“ genutzt werden kann. Der Schulhof sei in seiner derzeitigen Form schulisch nicht mehr sinnvoll. Er biete eine durchgehende, versiegelte Fläche mit sehr unebener Oberflächenstruktur ohne jede Unterteilung, da die Parzellierung wegen der Container-Installation aufgehoben werden musste. Sämtliche Grünanlagen sind beseitigt worden.
Ab dem Schuljahr 2010/11 findet an der Vaihinger Realschule der Ganztagesunterricht in vier Klassen von 7.30 bis 16 Uhr statt. 80 Schüler nutzen dieses Angebot. Die Erfahrung von Büscher: „Über Mittag herrscht bei vielen Schülern sehr großer Bewegungsdrang, andere Schüler brauchen während der Mittagspause unbedingt Ruhe. So ist eine Separierung der verschiedenen Gruppen dringend erforderlich.“
Nach dem Konzept, das Landschaftsarchitekt Thomas Treiber am Montagabend vorstellte, wird man den „Bewegungsbedürfnissen eines modernen Schulhofes gerecht“. Seither müsse man eher von einer „trostlosen Situation“ sprechen.
Um den Schülern eine möglichst große Fläche als Pausenraum anbieten zu können, wird der neu gestaltete Pausenhof als Raum von „Gebäudewand zu Gebäudewand“ betrachtet. Es soll eine Fläche entstehen, die größtenteils eben ist und somit einen großen Bewegungsraum ohne Hindernisse darstellt. Hierdurch ist auch eine problemlose Befahrbarkeit durch Rettungs- und Lieferfahrzeuge möglich. Um der Anforderung als Bewegungs- und Ruheraum gerecht zu werden, sind zum einen zwei Sportflächen vorgesehen (Streetball, Volleyball), zum anderen aber auch eine Rückzugszone mit drei „Multifunktionsinseln“.
Ein Verbindungsband
aus Farbasphalt
Der Belag dient auf dem Pausenhof als verbindendes Element. Der gesamte Innenbereich des Pausenraums besteht aus eingefärbtem Asphalt. Die Sportfelder liegen in diesem Asphalt, jedoch hat der Asphalt der Sportflächen eine andere Farbe. So werden die Sportbereiche durch die Farbe und die zusätzliche Markierung der Linien zwar hervorgehoben, besitzen aber dennoch durch den Asphalt den gleichen Charakter wie der restliche Schulhof. Als weiteres verbindendes Element entsteht ein Verbindungsband aus Farbasphalt. Dieses Band startet als Gehweg am Lehrerparkplatz, setzt sich entlang der Eingangstreppe der Schule fort, läuft entlang der Ostfassade des Gebäudes, bis es schließlich in einer der drei Multifunktionsinseln mündet. Ein weiteres Identität stiftendes Merkmal, neben der Betonwand mit angebrachtem Schulnamen und -logo, dient der in den Farbasphalt des Verbindungsbandes eingelassene Name der Schule.
Um den Schülern Sportmöglichkeiten auf dem Pausenhof anzubieten, werden zwei Streetball-Felder angelegt und die dazugehörigen Körbe an der farbigen Betonwand angebracht. Weiterhin wird ein Volleyballfeld entstehen, das mit einem abnehmbaren Netz auch für andere Sportarten geeignet ist.
Den Gegenpol zu den Sportflächen bilden die drei Multifunktionsinseln im hinteren Bereich des Pausenhofs. Diese bestehen aus Holz und sind etwa 40 Zentimeter hoch. Jede dieser Inseln beinhaltet einen Baum als Schattenspender. Somit können diese Holzdecks einerseits als Ruheinseln oder aber auch für Individualspiele genutzt werden.
Der Schulhof soll eine optische Abgrenzung zum angrenzenden Parkplatz erhalten, um die Grenze des Schulbereichs zu definieren. Diese Abgrenzung besteht aus einer 2,5 Meter hohen Betonwand, die farblich gestaltet ist und das Logo sowie den Namen der Ferdinand-Steinbeis-Realschule trägt. Somit dient diese Wand auch der Repräsentation.




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