Donnerstag, 24. Mai 2012

Biblische Geschichte im Zeltlager erleben




Basteln in der ägyptischen Werkstatt: Berenice (rechts), Paulina und die übrigen Kinder schnitten gestern Kamele aus Papier und Fell aus. Die Füße fehlten zu diesem Zeitpunkt noch.	Foto: Küppers
Basteln in der ägyptischen Werkstatt: Berenice (rechts), Paulina und die übrigen Kinder schnitten gestern Kamele aus Papier und Fell aus. Die Füße fehlten zu diesem Zeitpunkt noch. Foto: Küppers

Oberriexingen (rkü). Zelten im Regen ist nicht jedermanns Geschmack. Die Stimmung auf den Oberriexinger Kindertagen ist durch die Tropfen nicht getrübt. Pfarrerin Elke Gratz sagte gestern: „Heute herrscht ägyptisches Lieblingswetter.“ Damit spielte sie darauf an, dass Regen im Land des Nils als willkommene Abwechslung gilt. Ägypten steht im Mittelpunkt.

Die biblische Geschichte des Josef, der in Ägypten bei Potifar als Sklave arbeitete, wurde von Tag zu Tag häppchenweise vorgespielt. Die kleinen Abschnitte der Theatervorführungen bildeten Morgen für Morgen den Einstieg in das Zeltlager, das bei den Kindern aus Oberriexingen sehr beliebt ist. Gestern brachen die Schauspieler an der Stelle ab, als Josef von seinem Herrn ins Gefängnis gesteckt wurde. Auf die neugierige Frage „Verschimmelt er jetzt in seinem Loch oder kommt er wieder raus?“ vertröstete Pfarrerin Gratz mit der kurzen Antwort: „Morgen...“.

Nach diesem Anspiel verteilten sich die Kinder gruppenweise auf die ägyptischen Werkstätten, die in den rund 15 Zelten beim Reutwald eingerichtet waren. Dort gab es allerlei zu bauen und zu basteln, darunter Masken, Schmuck, Töpferwaren und Nilschiffe. Auch ein Trommel-Workshop wurde angeboten. „Jedes Kind besucht mindestens drei dieser Werkstätten“, erklärte die Pfarrerin. „Manche Kinder schaffen es aber auch, alle sechs verschiedenen Werkstätten zu besuchen. Bei uns gilt: Alles, was angefangen wird, wird auch fertig gemacht.“

Den rund 100 Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren standen 40 Betreuerinnen und Betreuer zur Seite – allerdings in wechselnden Schichten. Die gemeinsame Aktion von evangelischer Kirchengemeinde und Stadt Oberriexingen ist innerhalb von vier Jahren ständig gewachsen. Darum gibt es jetzt eine Teilnehmerbeschränkung bei 100 Kindern, erklären Gratz und Hauptamtsleiterin Sandra Taraborrelli. „Den Klowagen, den wir immer vom Musikverein Stadtkapelle gemietet hatten, hat uns der Verein jetzt geschenkt. Wenn die Kindertage vorbei sind, werden wir ihn herrichten“, freut sich die Pfarrerin. Die Zelte sind teils vom Sportkreis und teils vom evangelischen Jugendwerk geliehen. „Außerdem unterstützt uns der Bauhof“, loben die Organisatorinnen.
Manchmal wurde das Programm der Kindertage spontan um eine Attraktion ergänzt. Zum Beispiel gestern, als die Kinder nach dem Anspiel am Ausgang des Zelts kurz in einen Eimer schauen durften. Drin war ein großer Feuersalamander, den ein Nachbar gefunden und kurzerhand ins Lager gebracht hatte. Zum geplanten Rahmenprogramm des Zeltlagers, in dem die älteren Kinder von Donnerstag auf Freitag sogar einmal übernachten dürfen, gehören unter anderem eine Kanutour auf der Enz und Reiten auf einer benachbarten Wiese. Angesichts des kühlen Wetters sollen die Kinder heute Abend direkt nach dem Kanufahren abgeholt werden und so die Möglichkeit haben, sich unter der Dusche wieder aufzuwärmen. Unabhängig davon, wie der Ausflug auf die Enz ausgeht, soll das Abenteuer Nil am Sonntag im Gottesdienst seinen Abschluss finden. Dann wird auch der Kirchplatz von ägyptischem Leben erfüllt.




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