Donnerstag, 24. Mai 2012

Halbzeitbilanz des OB




Oberbürgermeister Gerd Maisch. Foto: Bögel
Oberbürgermeister Gerd Maisch. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Seit vier Jahren ist Gerd Maisch Oberbürgermeister in Vaihingen. „Mit meiner Halbzeitbilanz bin ich zufrieden. Ich konnte einiges in der Stadt bewirken und ich fühle mich gut in der Bevölkerung aufgenommen“, sagt Maisch in einem VKZ-Gespräch.
 Deshalb ist es auch keine Überraschung, wenn das Stadtoberhaupt verkündet, bei einer Wiederwahl in vier Jahren weiterzumachen.
„Die letzten vier Jahre sind unheimlich schnell vergangen“, sagt der OB, will auch nicht verschweigen, dass viele Dinge angegangen wurden. „In den Bereichen Betreuung, Bildung und Erziehung haben wir uns deutlich weiterentwickelt“, betont Maisch.
So sei in den vier Jahren seiner Amtszeit die Schulsozialarbeit aufgebaut worden – von null auf drei Stellen. Es gebe jetzt noch den „nachvollziehbaren Wunsch“ des Stromberg-Gymnasiums, auch einen Schulsozialarbeiter zu bekommen. „Da steht in diesem Jahr noch die Beratung an.“
Auch seien in den letzten vier Jahren vier Mensen in Kleinglattbach, Enzweihingen und Vaihingen geschaffen worden – die Voraussetzung für Ganztagesbetreuungsangebote.
Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit sieht der Verwaltungschef bei der „Bestandserhaltung“ der kommunalen Gebäude. In wirtschaftlich guten Zeiten habe man rechtzeitig die Infrastruktur ertüchtigt. „Mir fällt in jedem Stadtteil eine Maßnahme ein“, ist sich Maisch sicher, zählt dabei die Wachtkopfhalle in Gündelbach, die Sporthalle in Kleinglattbach, die Mettertalhalle in Horrheim, die Forchenwaldhalle in Ensingen, die alte Halle in Enzweihingen, die Halle in Aurich und die kleine Sporthalle beim Friedrich-Abel-Gymnasium in Vaihingen auf. Auf der Agenda steht noch die 1-2-3-Halle in Vaihingen – „da gibt es Verbesserungsnotwendigkeiten“. Allerdings wird jetzt der Etat für die 180 städtischen Gebäude heruntergefahren.
Spatenstich für einen neuen
Bauhof im Jahr 2011?
Als wichtige Entwicklung auf dem Bausektor bezeichnet Maisch den Neubau der Feuerwache in Vaihingen. „Aber genauso wichtig ist, dass wir den ersten Bauabschnitt für den Bauhof schaffen. Die Unterbringung im jetzigen Gebäude ist schlicht unangemessen“, sagt Maisch. „Was die Mitarbeiter trotz dieser räumlichen Bedingungen seither leisten, ist einfach gewaltig“, lobt der OB. Sein Ziel sei, die Planung für den Bauhof noch in diesem Jahr zum Abschluss zu bringen. „Erstrebenswert ist für mich ein Spatenstich für den ersten Bauabschnitt im Jahr 2011.“
Von einem „Sorgenkind“ spricht Maisch, wenn er an die Bundesstraße 10 in Enzweihingen denkt. „Als der Schwenk vom Tunnel zur Umfahrung kam, dachte ich, dass das Land durchstartet.“ Doch dieser Schwung sei „leider nicht mehr so intensiv“. Obwohl der Gesehen-Vermerk des Bundes Ende 2009 eingetroffen sei, habe das förmliche Planfeststellungsverfahren noch nicht begonnen. „Das ist betrüblich“, klagt Maisch. In der nächsten Woche ist wieder ein Gespräch beim Regierungspräsidium angesetzt, doch der Druck, den die Stadt ausüben könne, sei begrenzt. „Wir können nur dafür werben, wie dringlich diese Maßnahme ist.“
Angesprochen auf die aktuelle Finanzsituation verneint Maisch zwar Liquiditätsprobleme der Stadt, sagt aber auch, dass die laufenden Ausgaben nicht mit den laufenden Einnahmen gedeckt werden können. Zwar gebe es noch Rücklagen, „aber wir können nicht warten, bis die Kasse leer ist“. In den kommunalen Gremien sei die Diskussion, wie man gegensteuern könne, voll angelaufen. „Auch mit der Bevölkerung müssen wir eine ehrliche Debatte führen, welche Aufgaben beispielsweise nicht mehr erledigt werden können.“ Dabei denkt Maisch an eine Reduzierung des Serviceangebots der Stadt. „Ich kann mir dagegen nicht vorstellen, in einer Stadt mit 5000 Schülern die Bücherei zu schließen. Oder die Musikschule. Oder die Vereine nicht mehr zu unterstützten.“ Man müsse sehr genau überlegen, dass man keine Strukturen zerschlage. Dagegen will Maisch nicht ausschließen, dass die Grundsteuer erhöht wird. Damit würde Vaihingen dem Beispiel vieler Großen Kreisstädte in der Region folgen, die bereits 2010 die Grundsteuer angehoben haben.
In diesem Jahr keine weitere
Vermarktung einer Großfläche
„Zufrieden“ ist Gerd Maisch mit der Entwicklung auf dem „Perfekten Standort“. „Bei meinem Amtsantritt gab es sehr viel Kritik, jetzt hat sich die Situation dramatisch entspannt.“ 2007 habe die Stadt noch jeden Tag 1000 Euro Verlust gehabt, nun finanziere sich der „Perfekte Standort“ selbst. 600 Arbeitsplätze sind geschaffen worden „und es gibt auch einige Betriebe, die ganz ordentlich Gewerbesteuer zahlen“.




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