Donnerstag, 24. Mai 2012

Zitterpartie: Altenpflegerin bekommt Arbeitserlaubnis in letzter Minute




Hochdorf (rkü). Ein Seniorenheim in Hochdorf sah sich schon in ernste Bedrängnis gebracht, was die Versorgung seiner 37 Bewohner angeht. Eine neue Mitarbeiterin war scheinbar in die Mühlen der deutschen Bürokratie geraten. Doch in letzter Minute wurde ihr gestern zugesichert, die Arbeitserlaubnis rechtzeitig zu bekommen.

„Die fachgerechte Versorgung unserer Bewohner würde massiv erschwert“, klagte Martin Bofinger, der in Hochdorf das Haus im Schlösslesgarten leitet. Er ärgerte sich über die Hürden der deutschen Bürokratie. Diese hätten seine neue Mitarbeiterin um ein Haar daran gehindert, ihre Arbeit zum 1. Oktober aufzunehmen, wie es im Arbeitsvertrag vom 12. August vereinbart worden war. Schuld an der Hängepartie waren offenbar mehrere Faktoren. Hauptgrund: Die Arbeitnehmerin ist keine Deutsche. Außerdem zog sie erst im Hinblick auf ihre neue Arbeitsstelle nach Eberdingen und stellte von dort aus recht kurzfristig ihre Anträge.

Die Frau stammt aus der Ukraine und hat in Markgröningen eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert. Ihre Aufenthaltserlaubnis für die Bundesrepublik war auf die Dauer der Ausbildung befristet. Diese endet mit dem heutigen Tag. Morgen beginnt ihr festes Arbeitsverhältnis im Seniorenstift Haus im Schlösslesgarten. Doch hierfür brauchte sie eine neue Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis.
Von Verwaltungsseite wurde ihr in Aussicht gestellt, dass es zwischen Ende der Ausbildung und Erteilung einer neuen Erlaubnis zu einer mehrwöchigen Wartezeit kommen könnte. Daraufhin wandte sich Martin Bofinger Hilfe suchend an die VKZ.

Ein erster Anruf bei der Agentur für Arbeit in Ludwigsburg brachte gestern Vormittag keine Klarheit. Unter dem Namen der Ukrainerin sei gar kein Vorgang bekannt, hieß es zunächst. Bei der Stadt Vaihingen, deren Ausländerbehörde auch für Eberdingen zuständig ist, war der Fall sehr wohl geläufig. Pressesprecherin Martina Fischer erklärte, dass ihre Kollegin bei der Ausländerbehörde sogar das Verfahren beschleunigt habe. Noch bevor die letzten Zeugnisse der Ausbildung vorlagen, habe sie bereits den Antrag an die Agentur für Arbeit weitergeleitet. „Sie hat’s prima gemacht“, kommentierte Fischer dieses Bemühen um schnelle Erledigung.

Ähnlich sieht man den Fall auch bei der Agentur für Arbeit. Pressesprecherin Davina Springer sagte gestern Nachmittag, dass der Antrag in ihrem Haus umgehend geprüft und mit positivem Bescheid wieder an die Ausländerbehörde geschickt worden sei. „Das ist vorhin schon wieder auf die Post und ich muss sagen, dass meine Kollegen sehr fix unterwegs sind.“

Im Haus im Schlösslesgarten zeigte man sich gestern Nachmittag sehr erleichtert angesichts der schnellen Lösung. Die bereits aufgestellten Dienstpläne müssen wohl nicht kurzfristig umgeworfen werden. Seitens der Evangelischen Heimstiftung sagte Regionaldirektor Walter Kohler, dass man für die Versorgung der Bewohner mindestens zu 50 Prozent Fachkräfte einsetzen müsse und dass bereits seit Monaten Kräfte gesucht worden seien.




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