Donnerstag, 09. Februar 2012

Neuer Glanz durchs Konjunkturpaket




Vertreter der Stadtverwaltung, Architekt und Schulleiter besuchen die Klasse 8d in ihrem sanierten Klassenzimmer. Foto: Elsässer
Vertreter der Stadtverwaltung, Architekt und Schulleiter besuchen die Klasse 8d in ihrem sanierten Klassenzimmer. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Das Konjunkturprogramm des Bundes hat seine Wirkung auch in Vaihingen nicht verfehlt. Ein Beispiel dafür sind Sanierungsmaßnahmen am Friedrich-Abel-Gymnasium, die während der Sommerferien durchgeführt wurden. „Wir sind zufrieden, dass die Maßnahmen am Hauptgebäude in dieser tollen Form und kurzen Zeit umgesetzt wurden“, freute sich Schulleiter Hans-Joachim Sinnl, als sich die Verwaltungsspitze gestern vor Ort vom Ergebnis der Arbeiten überzeugte.
 Wenn im Friedrich-Abel-Gymnasium der Pausengong ertönt, dann tut er das nicht in irgendeiner zufälligen Tonfolge. F-A-G heißen die Töne, die den Schülern dort das Signal zur Pause geben. Doch das ist bei Weitem nicht das einzig Neue, das die Schüler nach dem Ferienende im Hauptgebäude ihrer Schule vorfanden. Insgesamt zehn Klassenzimmer präsentierten sich in einem neuen Erscheinungsbild. Neue Boden- und Wand- und Deckenbeläge, neue Heizkörper, Waschbecken, Tafeln und Pinnwände, neue Außenjalousien, neu gestaltete Fensterfronten sowie neue Akkustikelemente im Wandbereich: „Mit dieser hochwertigen Ausstattung werden die Schüler dazu gebracht, sorgsam damit umzugehen“, hoffte Direktor Sinnl. Die Sanierung der Klassenzimmer im zweiten Obergeschoss war eigentlich erst für das kommende Jahr vorgesehen. Da die Fachfirmen jedoch genügend Kapazitäten hatten, kamen die Räume im zweiten OG ebenfalls bereits in den Sommerferien dran.
Doch damit nicht genug: Die 1300 Quadratmeter große Dachfläche wurde energetisch saniert und bekam eine 15 Zentimeter dicke Dämmschicht samt Aufdoppelung der Sparren, neuer Dacheindeckung und Dachentwässerung eingebaut. „Das bringt eine Energieersparnis von rund einem Drittel“, sagte der mit der Planung und Bauaufsicht beauftragte Architekt Norbert Stecher aus Kleinglattbach. Was künftig erheblich zur Energieersparnis beiträgt, ist auch ein Windfang am Zugang zum Pausenhof. Windfänge wird es in diesem Jahr auch noch beim Hauptzugang sowie beim Ausgang in Richtung Fachklassengebäude geben. Auch die Toilettenanlage hat eine Modernisierung dringend nötig gehabt. Fließen an Boden und Wänden sowie eine neue Sanitärausstattung gab es dort. Dezentes Blau bei den Jungs, ein zartes Grün bei den Mädchen. „Hier sollte eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden“, sagte Architekt Stecher. Im Gymnastikraum der Turnhalle wurde der Sportboden samt Unterkonstruktion erneuert, eine Fußbodenheizung wurde installiert, die Beleuchtung erneuert, eine neue Treppe eingebaut sowie die Innenwände verputzt. Ähnliche Maßnahmen wie beim Hauptgebäude – bis auf die Dachsanierung – sind im kommenden Jahr auch im Nebengebäude vorgesehen. „Wir werden keinen Euro an Fördermitteln verschenken“, versprach Oberbürgermeister Gerd Maisch.
Die Sanierung im FAG geschah im Rahmen des Konjunkturprogramms II des Bundes. Die Bildungspauschale für energetische Sanierungen beträgt etwas über zwei Millionen Euro. Sie kommen dem Friedrich-Abel-Gymnasium sowie der Ottmar-Mergenthaler-Realschule samt Mehrzweckhalle in Kleinglattbach zugute. Die Infrastrukturpauschale beträgt knapp 400000 Euro. Von diesem Geld sollen die Mehrzweckhalle in Gündelbach, das Verwaltungsgebäude am Marktplatz sowie das Feuerwehr-Gerätehaus in Ensingen renoviert werden. An den Sanierungsmaßnahmen hat sich die Stadt Vaihingen übrigens finanziell zu beteiligen. Der städtische Anteil beträgt sowohl bei der Bildungs- als auch bei der Infrastrukturpauschale jeweils 25 Prozent. Rathauschef Maisch wies darauf hin, dass die gesamten Maßnahmen ohne das Konjunkturpaket jetzt nicht möglich gewesen wären. Vielmehr hätten diese Sanierungen erst in den nächsten fünf bis zehn Jahren realisiert werden können.
„Derartige Programme sind darauf angelegt, möglichst schnell umgesetzt zu werden, um ihren konjunkturellen Niederschlag zu finden“, sagte Bürgermeister Wilfried Nestle. Hierfür sei das ansonsten sehr formalistische Vergabeverfahren vereinfacht worden. So wird es auch nicht lange dauern, bis die weiteren Maßnahmen (Kleinglattbach, Gündelbach, Vaihingen und Ensingen) in Angriff genommen werden. „Wir wollen dieses Jahr noch zur Ausschreibung kommen“, sagte Waldemar Mann, Leiter des städtischen Hochbauamts. Dann können die Handwerker nächstes Jahr wieder loslegen. Das tun sie dann übrigens auch nochmals im Friedrich-Abel-Gymnasium. Dort wird – neben der Sanierung des Nebengebäudes – auch der Schulhof neu gestaltet; dies allerdings ohne Fördergelder.




Seitenanfang