Vaihingen (aa). Ohrenbetäubende Musik und gleißend Licht, Nebel und Schnee, kreischende Mädchen und stolze Eltern. Die Vaihinger Fußgängerzone bietet am Freitagabend all die Dinge, die heutzutage für eine Show gebraucht werden. Das deutsche Wort Schau wäre hier völlig unangebracht. Und es ist natürlich alles geil und hammermäßig, steil und trendy.
Am Schluss gibt‘s Tränen der Freude und vielleicht auch der Enttäuschung. Aber das ist im Trubel nicht so recht auszumachen. Man liegt sich in den Armen, drückt und herzt sich. Im Fernsehen hat man ja bei den einschlägigen Sendungen gesehen, wie so etwas abzulaufen hat. Die Siegerin muss mit der Fassung kämpfen. Diana Duvnjak heißt sie. Die 15-Jährige kommt aus Hochdorf und besucht die Realschule in Schwieberdingen. Die blonde Schönheit hat sich per Publikumsabstimmung gegen sechs Mitbewerberinnen und ein männliches Model durchgesetzt. Auf Rang zwei landet Sabrina-Anna Haug (14) aus Vaihingen, die in die Ferdinand-Steinbeis-Realschule geht. Der Hahn im Korb der sieben Mädchen holt sich Bronze: Lukas Fetzer (18) aus Oberriexingen.
Der Laufsteg ist ein grau-brauner Teppich, zehn Meter lang, zwei Meter breit. Ausgerollt auf dem holprigen Pflaster. An den beiden Enden stehen zwei Treppenpodeste und Lichtmasten. Fertig ist die Arena für die zweite Trendmodenschau der jungen Vaihinger Geschäftsleute. Zwei Stuhlreihen für die reiferen Herrschaften entlang des Teppichs. Drumrum dann nur noch Gedränge. Die Stuttgarter Straße ist mehr oder weniger dicht.
Zwei Wochen lang wurden die acht jungen Leute, die bei einem Casting für das Spektakel ausgewählt worden waren, auf das Spektakel vorbereitet. Tanzlehrer Andreas Rank brachte ihnen bei, wie sie sich auf dem Teppich zu bewegen haben, um beim Publikum zu punkten.
Vier Durchgänge aus Bergers Young-Fashion-Angebot gilt es zu präsentieren. Dazwischen gibt es Firmeninfos, Stepptanz und lockere Sprüche der Moderatoren Andreas Rank und David Müller, die zum Finale an diesem kühlen Abend noch Bademode versprechen - doch da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken.
Auch ohne Bademode ist es eine heiße Show. Die Mädchen und Lukas bewegen sich auf dem Teppich, als würden sie das ständig machen.
Hunderte begeisterte Zuschauer verwandeln die Fußgängerzone in ein Tollhaus. 400 Stimmzettel waren vorbereitet worden; sie sind blitzschnell vergriffen. Auf die acht Models warten immerhin Preise im Wert von zusammen rund 3000 Euro, vorwiegend Gutscheine der beteiligten Betriebe. Dass am Ende auch noch Platz für einen Fiat gemacht wird, ist schon ein wenig irreführend. Mancher stellt sich vor, dass der 500er auch noch ein Preis ist. Doch das wäre des Guten dann doch ein wenig zu viel gewesen. In dem Fahrzeug sollen nur die Gewinntüten der Siegerin nach Hochdorf gefahren werden.
Die Show soll eine feste Einrichtung werden – vom Casting bis zur öffentlichen Modenschau. Geplant wird wieder für den Sommer 2011. Ob es die angehenden Vaihinger Models so lange aushalten?
