Vaihingen (aa). Steffen Bilger (CDU) hat es geschafft. Der 30-Jährige vertritt den Wahlkreis Ludwigsburg in den kommenden vier Jahren im Bundestag. SPD-Kandidat Jan Mönikes lag ganz im bitteren Trend seiner Partei. Geradezu traumhaft die Ergebnisse der FDP und der Grünen. Es ist davon auszugehen, das Ingrid Hönlinger (Grüne) zweite Abgeordnete sein wird. Die Linke konnte sich nicht ganz am Bundestrend festmachen.
Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch rannte fünf Minuten nach 18 Uhr mit einem Zettel durchs Haus und informiert die Auszähler, was die Hochrechnungen im TV melden: „Es müsste mit den Überhangsitzen für CDU und FDP reichen.“ Die Helfer nahmen es gar nicht richtig wahr; sie mussten sich konzentrieren. Um 20.15 Uhr konnte das Ergebnis an das Landratsamt gemeldet werden; parallel dazu war auch schon fast das Endergebnis um die gescheiterte Radwegabstimmung durch (siehe Seite 11).
Erst kurz vor 22 Uhr funkte gestern Abend das Landratsamt Ludwigsburg Vollzug. Wieder hatte sich Eberdingen als Bremse erwiesen; dort musste nachgezählt werden.
Steffen Bilger erreichte im Wahlkreis 39,92 Prozent und fuhr für seine Partei 32,61 Prozent Zweitstimmen ein. Da drohte ihm keine ernsthafte Gefahr. Abgerutscht ist Jan Mönikes, der gerade noch auf 22,6 Prozent Erststimmen kam und bei den Zweitstimmen bei bescheidenen 20,16 Prozent landete. Da wurde er fast noch vom FDP-Kandidaten Alexander Schopf überholt (19,58). Deutliche zugelegt hat Ingrid Hönlinger für die Grünen; für sie sollte das Polster reichen, um über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen (die VKZ wird berichten). Die Linken sind im Wahlkreis Ludwigsburg nicht ganz so stark wie auf Bundesebene, doch hat Hans-Jürgen Kemmerle immerhin zwei Sechser-Ergebnisse eingefahren.
Bilger hat sich in Vaihingen bei den Erststimmen 41,69 Prozent der Stimmen geholt und lag damit deutlich hinter dem letzten Wissmann-Ergebnis (49,32). Bei den Zweitstimmen kam er auf 34,08 (- vier Punkte). Und Jan Mönikes schmierte bei den Erststimmen um rund 9 Prozentpunkte ab, um über 11 bei den Zweitstimmen. Ganz im Bundestrend lag Alexander Schopf für die FDP, der 12,97 Prozent Erststimmen einfuhr und geradezu sagenhaft 19,91 Prozent bei den Zweitstimmen. Ähnlich das Ergebnis für Ingrid Hönlinger (Grüne). Sie hat sich bei den Erststimmen von 8,69 Prozent auf 15,37 Prozent katapultiert, bei den Zweitstimmen deutlich zugelegt (jetzt 14,36). Auch Hans-Jürgen Kemmerle (Die Linke) liegt im Trend, kann jedoch nicht die guten Ergebnisse aus dem Bund nachweisen. Die Wahlbeteiligung hat durch die Bank abgenommen. Nur Korntal-Münchingen kam im Wahlkreis 265 auf über 80 Prozent. Vaihingen sackte von 81,1 auf 76,6 ab.
Der Wahlkreis 266 (Neckar-Zaber) ging wieder klar an die CDU mit Eberhard Gienger, der auf 42,05 Prozent Erststimmen kam und für die Christdemokraten 33,03 Prozent Zweitstimmen holte. Hier hat die FDP bei den Zweitstimmen die SPD überholt (20,57 : 20,02 %). Gemeindeergebnisse dazu siehe Sonderseite.
Die Ergebnisse aus den einzelnen Vaihinger Wahlbezirken haben wir auf Seite 14 abgedruckt. Weitere Betrachtungen zum Wahlsonntag lesen Sie morgen in der VKZ.