Donnerstag, 24. Mai 2012

Ergebnis des Bürgerentscheides




Vaihingen (ub). In den nächsten drei Jahren wird kein Radweg auf der stillgelegten Bahntrasse in Vaihingen gebaut. Dieser Beschluss ist nach dem Bürgerentscheid von gestern für den Gemeinderat bindend. 8487 Wahlberechtigte stimmten bei der Frage, ob eine Fahrradbahn gebaut wird, mit Nein, 6227 mit Ja.
Damit hat die Initiative „Fahrradbahn“, die über ein Bürgerbegehren den Bürgerentscheid erzwang, ihr Ziel nicht erreicht. 30,22 Prozent der Wahlberechtigten sprachen sich gegen einen Fahrradweg auf der 2002 stillgelegten Bahntrasse zwischen Kleinglattbach und Enzweihingen aus; 41,19 Prozent stimmten mit Nein. 20603 Bürger waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag beim ersten Bürgerentscheid der Stadt bei 72,94 Prozent. Absolut das Ergebnis: 42 Prozent Ja, 58 Prozent Nein.
Um 20,21 Uhr stand das Endergebnis fest: Die 29 Wahlbezirke waren ausgezählt. Doch der Trend war bereits kurz nach 19 Uhr erkennbar – und an dem Unterschied von zehn Prozentpunkten änderte sich auch wenig.
Nur in Kleinglattbach war das Votum für eine Fahrradbahn klar. In allen anderen Stadtteilen überwogen die Nein-Stimmen – je weiter weg von der Kernstadt, umso deutlicher. Das gab auch ein Sprecher der Initiative „Fahrradbahn Vaihingen“ zu: „Wir haben es nicht geschafft, in den entlegeneren Gemeinden ein Interesse für den Fahrradweg zu schaffen.“
In der Kernstadt stimmten 24,76 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja, 31,17 Prozent mit Nein. Nur im Wahlbezirk Friedrich-Abel-Gymnasium gab es ein Votum für den Radweg: 35,28 Prozent oder 223 Stimmen für Ja, 25,16 Prozent oder 159 Stimmen für Nein.
In Enzweihingen lagen die beiden Lager nicht weit auseinander. Ja kreuzten auf ihrem gelben Stimmzettel 775 (28,9 Prozent) Wähler an, Nein kreuzten 849 Bürger (31,66 Prozent) an.
In Kleinglattbach stimmten 989 für einen Radweg, 943 lehnten ihn ab. Besonders deutlich war die Zustimmung hier im Wahllokal Kindergarten am Hofgut.
Das Ergebnis in Riet: 29,57 Prozent der Wahlberechtigten stimmten mit Ja, 34,11 Prozent mit Nein. Deutlich die Schere in Roßwag: hier votierten 453 Wähler (47,78 Prozent) mit Nein, 167 (17,62 Prozent) mit Ja. Ein klares Ergebnis auch in Ensingen: 25,35 zu 37,92 Prozent. Ähnliche Zahlen aus Horrheim: 21,18 zu 37,62 Prozent.
Wenig Interesse hatte ein möglicher Radweg in Gündelbach: Nur 200 Bürger stimmten hier mit Ja, 431 mit Nein. Auch in Aurich konnte das Thema nicht überzeugen: 276 zu 448 oder 22,19 zu 36,01 Prozent.
Im Gespräch mit der Vaihinger Kreiszeitung sprach gestern Abend der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch von einem „klaren Ergebnis“. Der Bürgerentscheid habe aber auch gezeigt, wie emotional dieses Thema diskutiert worden sei. Mit 16 Prozent Unterschied bei den absoluten Zahlen könne man nicht von einer knappen Entscheidung sprechen. Die Verwaltung und der Gemeinderat hätten Wert darauf gelegt, den Bürgerentscheid zusammen mit der Bundestagswahl durchzuführen, um eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erzielen. Und dies sei mit 15027 Wähler bei 20603 Wahlberechtigten auch erreicht worden.
Und wie geht es mit der Trasse weiter? In den nächsten drei Jahren ist der Bürgerentscheid bindend und es wird kein Fahrradweg gebaut. OB Maisch: „Und ich denke auch, dass der Gemeinderat vorerst keinen weiteren Beratungsbedarf hat.“




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