Roßwag (aa). Innenentwicklung vor Außenentwicklung! Das ist das Ziel des Rahmenplanes für Roßwag. In dieser Woche wurde das Werk in der Sitzung des Ortschaftsrates vorgestellt. „Der Plan wurde sehr positiv aufgenommen“, ist die Bewertung von Ortsvorsteher Hans-Dieter Eisinger. Am 11. Dezember ist eine Bürgerversammlung terminiert.
"Es ist gut, wenn unser Ort mal aus einem anderen Blickwinkel gesehen wird“, meint Eisinger. „Wir Einheimische sehen die Dinge vielleicht nicht unbedingt neutral.“ Der Ortsvorsteher will verschiedene Themenbereiche von seinen Kollegen im Gremium bearbeiten und die Ergebnisse in der Bürgerversammlung präsentieren lassen.
Die Struktur des Ortes, der abseits ausgewiesener Siedlungsbereich liegt und von einem regionalen Grünzug umgeben ist, wurde in einer Bestandsaufnahme durch das Stadtplanungsamt ermittelt und anschließend bewertet. Besonderer Wert wird dabei auf die Stärkung und den Erhalt des historischen Ortskerns sowie die Umnutzung bestehender Gebäude und die Schließung von Baulücken gelegt. Im Entwicklungskonzept werden die Maßnahmen zur Behebung städtebaulicher Mängel vorgeschlagen. Hierdurch sollen Gebäudesanierungen und -umnutzungen im Ortskernbereich, die Sicherung der Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen sowie der Aufbau und der Erhalt von gemeinschaftlichen Aktivitäten initiiert werden. Ein erstes Konzept wurde bereits 1995 gefertigt und 1999 fortgeschrieben.
Der 17,3 Hektar große Untersuchungsbereich konzentriert sich auf die bebaute Ortslage und hier insbesondere auf den historischen Ortskern mit der ersten nördlichen Ortserweiterung um die Mönchbergstraße.
In einer Mängelkarte sind diese Punkte vom Planungsamt besonders hervorgehoben worden: Gebäudeleerstand und Freiflächen in der Mühlhäuser Straße, die Ortsdurchfahrt in der Mühlhäuser Straße (hier wird oft zu schnell gefahren, zudem ist die Parkplatzsituation mangelhaft), das ungenutzte Gasthaus Krone, der Leerstand der Kelter und die Gestaltung des Kelterplatzes sowie der Parkplatz Flößerstraße. Die „Asphaltwüste“ bedarf aus Sicht der Planer unbedingt einer Aufwertung. Unter der Überschrift Potenziale werden folgende Ansätze definiert.
Kelter: Zum einen die Nachnutzung des Hauses als Gemeinschaftsgebäudes und zum anderen der Abriss und eine Bebauung mit Wohnhäusern und eventuell einem kleinen Gemeinschaftsgebäude (alternativ Schaffung eines Platzes). Stadtplaner Ernst Loos, der in der Sitzung des Ortschaftsrates zu Gast war: „Ich persönlich bin für einen Abriss der Kelter. Dafür könnte man zwei Mehrfamilienhäuser erstellen und damit rund zehn Wohneinheiten schaffen. Die Wohnnutzung im jetzigen Bestand würde sicher Kosten in einem siebenstelligen Bereich verursachen.“
Krone: Dringend empfohlen wird die Nachnutzung des Traditionsgasthauses Krone, das in exponierter Lage in der Ortsdurchfahrt steht.
Mühlhäuser Straße/Ortskern: Hier gibt es ein Wohnflächenpotenzial durch leerstehende Wohngebäude und Scheunen. 17 Wohngebäude werden als sanierungswürdig eingestuft, 21 Scheunen könnten abgerissen oder umgenutzt werden.
Flößerstraße: Durch die räumliche Trennung von Straße und Parkplatz könnte hier im Zuge einer Neugestaltung auf einer kleinen Fläche zusätzlich ein Dorfplatz entstehen. Die Nähe zum Backhäusle wird als Vorteil gesehen. Derzeit wird der Platz vorwiegend als Lagerfläche für den Brückeneubau genutzt.
Unbedingt empfohlen wird im Rahmenplan der Erhalt der vorhandenen Läden; eine Sicherung der Grundversorgung kann jedoch mit stadtplanerischen Mitteln nicht erbracht werden; dies muss aus dem Ort selbst kommen.
Nächster Schritt ist nun die Bürgerversammlung im Dezember. Ortsvorsteher Eisinger: „Wir wollen alle Roßwager breit einbinden.“
