- Spatenstich für den Beginn der Bodensanierung auf dem Luig-Areal in Illingen. Unser Bild zeigt (von links): SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast, CDU-Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann, CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum, Bürgermeister Harald Eiberger, Umweltministerin Tanja Gönner, FDP-Landtagsabgeordneter Hans-Ulrich Rülke und SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Knapp. Foto: Elsässer
Illingen (elf) – Laut Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg, Tanja Gönner, genießt die Umwandlung des Illinger Luig-Areals von einer Gewerbefläche in ein Wohngebiet mit Handel- und Gewerbe landesweit Modellcharakter. Kein Wunder, dass sie sich gestern die Zeit nahm, um den symbolischen Spatenstich für die jetzt beginnenden Bodensanierungsmaßnahmen auf dem Gelände vorzunehmen.
„Ich wäre heute eigentlich ganz gerne Bagger gefahren, statt den Spaten zu schwingen“, witzelte Tanja Gönner, die sich eigens Sicherheitsschuhe für den Termin angezogen hatte. Und dann reichten die Spaten nicht einmal aus, denn neben ihr und Bürgermeister Harald Eiberger stellten sich auch noch die beiden Bundestagsabgeordneten Katja Mast (SPD) und Gunter Krichbaum (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Winfried Scheuermann (CDU), Thomas Knapp (SPD) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) zum symbolischen Spatenstich auf.
„Es gibt selten eine Fläche dieser Größenordnung mitten in einem Ortskern, die wir einer Wiedernutzung zuführen können“, sagte die Umweltministerin. „Wir sind der Überzeugung, dass das in Baden-Württemberg ein Modellprojekt werden kann.“ Dazu gehöre dann aber auch, dass der Boden von seinen Altlasten befreit wird. Dies solle nach Möglichkeit schnell geschehen. Da für die Sanierung ursprünglich rund 2,2 Millionen Euro Kosten anfallen sollten, sei allen Beteiligten schnell klar gewesen, dass das Projekt über Zuschüsse mitfinanziert werden muss. Innerhalb nur weniger Monate habe schließlich der Förderbescheid vorgelegen. „Das kommt selten vor“, sagte Tanja Gönner. „Da wird manch Bürgermeister-Kollege neidisch herblicken.“ Nun habe die Ausschreibung ergeben, dass die Bodensanierung für lediglich rund 1,2 Millionen Euro – und damit deutlich günstiger als ursprünglich angenommen – zu bekommen ist. „60 Prozent der zuschussfähigen Kosten übernimmt das Land, was im Moment rund 700000 Euro ausmacht“, sagte Ministerin Gönner.
Für die Altlastenbearbeitung habe das Land in diesem Jahr den Kommunen 19 Millionen Euro aus Mitteln des Kommunalen Investitionsfonds zur Verfügung gestellt. Betroffen seien die Erfassung und Untersuchung von altlastverdächtigen Flächen und die Sanierung von Altlasten. Der Verteilungsausschuss Altlasten habe Finanzmittel für die Altlastensanierung von sechs Sanierungsprojekten in Höhe von 5,6 Millionen Euro bereitgestellt.
Mit dem Spatenstich gab es gestern also den Startschuss für die Bodensanierung auf dem Luig-Areal. Spätestens bis zum 31. Mai soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Begonnen wird im Zentrum des Geländes, wo später Wohnbebauung mit mehr als 100 Wohneinheiten entstehen soll. Entlang der Luigstraße, wo Gewerbe und Handel geplant sind, wird eine Sanierung kaum nötig sein. Im Rahmen der Arbeiten werden rund 30000 Kubikmeter Erdaushub abtransportiert und mit nicht kontaminierter Erde ersetzt. Dabei wird Erde bis zu einer Tiefe von zwei Metern abgetragen und ausgetauscht. Rund 2000 Lkw-Fahrten wird es hierfür geben. Für die Wiederauffüllung wird Erde verwendet, die entweder aus Steinbrüchen oder anderen Baumaßnahmen wie beispielsweise an der Autobahn 8 stammt.
Der Boden auf dem Luig-Areal ist laut Dr. Rüdiger Philipps vom Büro Weber-Ingenieure vor allem mit Schwermetallen (Blei) belastet. „Es sind Verbrennungsrückstände dabei, bei manchem handelt es sich auch um Auffüllungen, bei denen die Herkunft nicht bekannt ist. Exorbitante Belastungen liegen nicht vor“, beruhigt Rüdiger Philipps. Das Material hafte ausschließlich an Erde und Gestein. Das Grundwasser sei nicht betroffen. Weniger belastetes Bodenmaterial werde für einen Lärmschutzwall entlang der Autobahn 8 bei Friolzheim verwendet. Stärker belastete Erde komme zur weiteren Verarbeitung auf die Deponien Hamberg und Burghof. Carbidschlamm werde zu einer Sondermüllanlage transportiert. Am Ende der Maßnahme – die Arbeiten werden von der Firma Ecosoil aus Filderstadt durchgeführt – sei das Luig-Areal baureif.