Donnerstag, 24. Mai 2012

Ehrenbürger Willi Baur




Willi Baur wurde zum Ehrenbürger ernannt. Foto: Bögel
Willi Baur wurde zum Ehrenbürger ernannt. Foto: Bögel

Oberriexingen (ub). Standing ovations in der Sporthalle. Klatschend erhoben sich am Freitagabend die Besucher, um Willi Baur (68) nach 38 Jahren als Bürgermeister in Oberriexingen in den Ruhestand zu verabschieden. Zuvor sagte der gerührte Verwaltungschef in seinem Schlusswort: „Ich bin ein Oberriexinger Bürger und durfte 38 Jahre lang in dieser Stadt arbeiten.“
 Und die Bürger hatten zur Verabschiedung ein großes Programm für „ihren Willi Baur“ vorbereitet. Nicht nur, dass der Ministerpräsident kam (die VKZ berichtete in ihrer Samstagsausgabe), der Gemeinderat ernannte Baur einstimmig zum Ehrenbürger der Stadt. Von der Feuerwehr gab es das silberne Leistungsabzeichen des Landesfeuerwehrverbandes, von den Mitarbeitern im Rathaus ein Kanu für den passionierten Ruderer. Im Anschluss an den Festakt in der Sporthalle wurde zu Ehren von Willi Baur der Große Zapfenstreich auf dem Sportplatz abgehalten, am Samstag ein Bürgerfest (siehe Bericht unten).
„Ich hätte in den kühnsten Träumen nicht erwartet, dass das alles geboten wird“, so Baur. Schließlich liefen die meisten Aktionen im Vorfeld in „höchster Geheimhaltungsstufe“. Dabei habe er, Baur, doch nur 38 Jahre lang „selbstverständlich seine Pflicht“ getan. „Mir wurde die Chance gegeben, die Aufgaben anzupacken. Und das habe ich gemacht.“
Das aber mit „viel Herzblut“, wie der Ludwigsburger Landrat Dr. Rainer Haas in seiner Rede betonte. Bürgermeister Baur konnte, um bestimmte Ziele zu erreichen, ganz zielstrebig sein – „um ein freundliches Wort zu wählen“, so Haas. Oder wie formulierte es der stellvertretende Bürgermeister Kurt Benz: „Willi Baur war ein Bürgermeister für alle und für alles. Er hatte Leidenschaft und Durchhaltevermögen.“
Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch erlebte Baur in der Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen mit Vaihingen, Oberriexingen, Sersheim und Eberdingen nur ein paar Jahre, konnte aber bestätigen: „Einen Bürgermeister-Typ wie Willi Baur gibt es nur noch selten. Das ist schade.“ Fast 14000 Tage sei Baur im Amt gewesen, dabei habe er es verstanden die Stadt Oberriexingen weiterzuentwickeln, ohne dass der Ort seine Identität verloren habe. Der Sachsenheimer Bürgermeister Horst Fiedler bezeichnete Baur als einen der „Väter“ des Zweckverbandes Eichwald.
Pfarrer Ulrich Gratz lobte den persönlichen Einsatz von Willi Baur. „Er war sich da nie zu schade.“ Er sei einmal Prellbock gewesen, dann wieder Türöffner. Er war ein Grußredner, aber auch ein Gastgeber. Kämmerer Werner Somlai, der zum Nachfolger seines „Chefs“ gewählt wurde, sprach für die Rathausmitarbeiter: „Bürgermeister Baur war Kummerkasten, Seelsorger und Konfliktmanager zugleich.“
Langweilig wird es Baur im „Unruhestand“ nicht. Beim Festakt in der Sporthalle lud er so den früheren Ludwigsburger Landrat Dr. Ulrich Hartmann zu einer Kanutour auf der Enz ein. Hartmann signalisierte mit der geballten Faust seine Zustimmung. Und wie sang der Gesangverein Vulkania: „Mit 68 Jahren ist noch lange nicht Schluss.“




Seitenanfang