Vaihingen (ub). 2297 Briefwahlunterlagen sind bis jetzt vom Wahlamt der Stadt Vaihingen für die Bundestagswahl am 27. September und den Bürgerentscheid über eine Fahrradbahn ausgestellt worden. Das ist ein Indiz für eine hohe Wahlbeteiligung. Bei der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren gab es in Vaihingen eine Wahlbeteiligung von 81,18 Prozent.
Der Wahltag wird für Vaihingen an diesem Tag besonders interessant: Denn erstmals in der Geschichte der Stadt gibt es einen Bürgerentscheid. Die 20619 Wahlberechtigten können abstimmen, ob sie eine Fahrradbahn auf der stillgelegten Bahntrasse zwischen Enzweihingen und Kleinglattbach wollen. Bei der Bundestagswahl sind es nur 19818 Wahlberechtigte, weil hier die EU-Bürger nicht wahlberechtigt sind.
„Unser Plan sieht vor, dass wir die Bundestagswahl bis 19 Uhr ausgezählt haben, das Ergebnis beim Bürgerentscheid dürfte bis 20 Uhr spätestens vorliegen“, sagt Wahlamtschef Wolfgang Schüle. Im kleinen Sitzungssaal des Vaihinger Rathauses gibt es aktuelle Infos über die beiden Wahlen.
Beide Stimmzettel
kommen in eine Urne
In den 26 öffentlichen Wahllokalen bekommen die Wähler am Sonntag in einer Woche zwei Stimmzettel: für den Bürgerentscheid und für die Bundestagswahl. Während der Wähler beim Bürgerentscheid nur „Ja“ oder „Nein“ ankreuzen muss, hat er bei der Bundestagswahl zwei Stimmen: einmal für den Kandidaten, einmal für die Partei. Bei den Erst- und Zweitstimmen gibt es aber immer wieder Fehler. Schüle: „Bei der letzten Bundestagswahl hatten wir 279 ungültige Erststimmen und 248 ungültige Zweitstimmen.“ Stimmzettelumschläge gibt es für die beiden Stimmzettel nicht – Schüle: „Beide Stimmzettel kommen in eine Urne.“
180 Wahlhelfer sind am 27. September im Einsatz; jedes Wahllokal ist mit sechs Personen besetzt. Dazu kommen die drei Briefwahllokale mit insgesamt 24 Helfern. Schüle: „Bei den Wahlhelfern haben wir einen Stammbesetzung. Viele sind seit 20 Jahren und mehr dabei. So haben wir im Gegensatz zu anderen Kommunen keine Probleme, genug Wahlhelfer zu mobilisieren.“ Bei der Bundestagswahl kann Schüle auch wieder auf Gemeinderäte, Ortschaftsräte und Ortsvorsteher zurückgreifen, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni größtenteils nicht zur Verfügung standen.
Normalerweise ist nach einer Kommunalwahl im Wahlamt Ruhe angesagt. Urlaub wird genommen, die Überstunden abgebaut. „In diesem Jahr hatten wir aber keine Zeit zum Verschnaufen. Kaum war die Kommunalwahl abgewickelt, starteten die Vorbereitungen für die Bundestagswahl und den Bürgerentscheid.“
Ein Briefwahllokal in Vaihingen wurde auch wieder für die repräsentative Wahlstatistik ausgewählt. Schüle: „Da sind wir in schöner Regelmäßigkeit dabei.“ Bei der Bundestagswahl gibt es etwa 90000 Wahlbezirke, darunter 80000 Urnen- und 10000 Briefwahlbezirke. Aus diesen Wahlbezirken werden für die repräsentative Wahlstatistik gut 2900 Stichprobenwahlbezirke zufällig ausgewählt: knapp 2600 Urnen- und 350 Briefwahlbezirke (darunter Vaihingen).
Der für diese besondere Auswertung verwendete Stimmzettel enthält lediglich einen Unterscheidungsaufdruck nach Geschlecht und fünf Altersgruppen. Wie bei jedem Stimmzettel sind keine personenbezogenen Daten wie Name, Anschrift oder Geburtsdatum enthalten. Die Daten, die Aufschluss über das Wahlverhalten verschiedener Altersgruppen geben, werden von den Statistischen Landesämtern ausgewertet.
Die aus den Stichprobenbezirken gewonnen Daten werden zunächst länderweise auf die Totalzahlen der Wahlberechtigten und Wähler hochgerechnet. Aus den hochgerechneten Länderergebnissen wird dann durch Zusammenfassung das Ergebnis für das Bundesgebiet ermittelt und für den Bund und die Länder veröffentlicht. Die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik liegen ab Dezember 2009 vor.
