Donnerstag, 24. Mai 2012

Neues von der Schweinegrippe




Bei Verdacht: Rücksicht nehmen. Foto: Rücker
Bei Verdacht: Rücksicht nehmen. Foto: Rücker

Vaihingen (sr) – Ein Gerücht geht um in Vaihingen. Es wird gemunkelt, dass ein Schweinegrippe-Patient im Vaihinger Krankenhaus liege. Die VKZ fragte nach.
 An jedem Gerücht hängt ein Fitzchen Wahrheit. Es liegt zwar kein Schweinegrippe-Patient im Vaihinger Krankenhaus. Tatsächlich sei aber in den letzten Tagen ein Schweinegrippefall diagnostiziert worden, sagt Alexander Tsongas, Pressesprecher der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim GmbH, zu der die Vaihinger Klinik gehört. Der Patient sei jedoch nicht stationär aufgenommen worden und konnte die Klinik in gutem gesundheitlichen Zustand in Richtung Heimat verlassen. „In keinem unserer vier Häuser liegt aktuell ein Schweinegrippefall vor“, konnte Tsongas gestern Nachmittag melden.
Im Moment sei noch keine hohe Aktivität der Neuen Influenza, wie die Schweinegrippe treffender bezeichnet wird, zu erkennen, sagt Dr. Georg Kersting, Leiter des Fachbereichs Gesundheitsschutz im Landratsamt Ludwigsburg. In den ersten zwei Dritteln der Ferien seien im Landkreis Ludwigsburg sehr viele Meldungen eingegangen. Hierbei handelte es sich pro Tag um 12 bis 15 Meldungen, wovon zwei bis vier Fälle vom Labor als Neue-Influenza-Fälle bestätigt wurden. In den letzten Wochen habe sich das auf 12 bis 15 Meldungen pro Woche und zwei bis vier bestätigte Fälle pro Woche reduziert.
Es sei zu vermuten, dass die rückläufigen Zahlen dem Umstand zuzuschreiben sind, dass der Labortest neuerdings nur noch für Risikopatienten von der Kasse gezahlt werde, sagt Kersting. Als Risikopatienten gelten beispielsweise Schwangere, Asthma-Patienten und Säuglinge. In der Regel handelt es sich bei dem Test um einen Rachenabstrich, mit dessen Hilfe im Labor die Erreger nachgewiesen werden können. Für den Patienten bestehe keine Verpflichtung, den Test zu machen.
Natürlich sei es auf jeden Fall sinnvoll, bei Verdacht auf Neue Influenza den Kontakt mit Risikogruppen einzuschränken. Eine Maßnahme, die für alle Influenza-Typen Gültigkeit hat.
Die Erkrankung mit der Neuen Influenza verlaufe in der Regel relativ leicht, so Kersting. Vom Landratsamt Ludwigsburg aus werden die Empfehlungen der übergeordneten Institutionen in Sachen Neue Influenza an Ärzte, Notfallpraxen und Kliniken weitergegeben. Die „Warnschilder“ an vielen Praxistüren wie auch am Vaisana seien nicht auf Geheiß des Landratsamts angebracht worden. Vielmehr gelte eine Empfehlung, die Patienten auch vor der Praxis nochmal auf die Verhaltensregeln hinzuweisen. Denn ausgesprochen wichtig sei unter anderem, dass weder Mediziner, noch das Personal sich mit dem Erreger infizieren und diesen an die anderen Patienten weitergeben könnten. Im Falle eines Falles habe der Arzt über eine zeitlich begrenzte Praxisschließung zu entscheiden. Kersting: „Das liegt in der Eigenverpflichtung des Arztes.“
Der Schließung einer Schule gehe eine Besprechung von Landratsamt, Schulträger und Schulamt voraus. Kersting: „Bis jetzt hatten wir im Landkreis Ludwigsburg noch keinen Ausbruch der Neuen Influenza, weder in einer Schule, noch in einem Kindergarten.“

Informationen zur Neuen Influenza im Internet beispielsweise unter www.landkreis-ludwigsburg.de




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