Vaihingen (ub). Es ist immer die spannende Frage: Wer ist an diesem Tag aufgeregter? Die Erstklässler oder die Eltern? Für ihre neuen 128 Schüler, davon 20 in der Grundschulförderklasse, hatte gestern Morgen Kathrin Lang, Rektorin der Schlossbergschule in Vaihingen, ein dickes Lob parat: „Das sind sehr aufmerksame Erstklässler.“
Bei der Einschulungsfeier in der Vaihinger Stadthalle ist die Parade der Schultüten immer wieder beeindruckend. Rosa Schleifchen sind genauso zu entdecken wie die Form eines Bleistifts, daneben stechen die herbstlich verzierten Tüten heraus, andere sind mit Figuren besetzt, andere haben ein Hufeisen als Glücksbringer. In der Stadthalle versuchen derweil die Schülerlotsen der Hauptschule und Hausmeister Andreas Franz für Ordnung zu sorgen. Vor allem die Fluchtwege müssen von der fotografierenden Verwandschaft frei geräumt werden. Schulleiterin Lang: „Wir haben aufgeregte Schüler, aber noch aufgeregtere Eltern.“
Für 128 Schüler, davon 20 in der Grundschulförderklasse (hier sind Kinder, die eigentliche das Alter für die Schule haben, aber aus verschiedenen Gründen noch nicht schulreif sind), begann gestern der Schulalltag. „Von der Zahl her ist das ein ganz normaler Durchgang für Vaihingen“, so Lang. Im Vorjahr gab es mit 91 ABC-Schützen einen kleinen Ausrutscher nach unten. Lang: „Das hat sich aber im Laufe der Zeit auf 100 Schüler wieder eingependelt.“ Aktuell werden vier erste Klassen an der Schlossbergschule gebildet.
Um den Übergang an die Schule zu versüßen, gab es für die neuen Schüler gestern Aufführungen vom Löwenchor, den zweiten Klassen und ein gemeinsames Theaterstück von den Klassen 2a und 8a. Rektorin Lang: „Viele freuen sich auf den heutigen Tag, einige haben Herzklopfen, aber das ist ganz normal.“ Auf jeden Fall beginne für die Erstklässler jetzt eine spannende Zeit. „Und viele finden die Einschulung besser als jeden Geburtstag, weil man zum Beginn der Schulzeit viele Dinge bekommt.“
Dinge, die in der Schultüte verstaut sind. In einem Gedicht zählte Lang die Sachen auf, die hier verstaut sein können: „Ich leg dir in die Schultüte einige Süßigkeiten, weil das Leben auch mal bittere Stunden kennt. Ich leg dir Malfarben hinein, weil du die bunte Fülle der Welt erfahren sollst. Ich gebe dir einen kleinen Teddy, weil du gute Freunde finden wirst. Ich lege eine Lupe hinein, damit du die kleinen Dinge des Lebens sehen und achten lernst. Es gibt einen Radiergummi, denk daran, du kannst immer wieder neu anfangen. Auch eine Flöte, weil du den Schatz eines Liedes entdecken sollst, und ein kleines Buch, weil du schon bald darin deine besonderen Erlebnisse aufschreiben kannst.“
So wie diese Dinge in der Schultüte solle auch die ganze Schulzeit der Mädchen und Buben sein – Lang: „Viele süße Stunden, ein bunter Strauß guter Erlebnisse, viele liebe Freunde, immer wieder ein neuer Beginn, bald die Möglichkeit, selbst zu schreiben.“
Nach der Einschulungsfeier begann der „Ernst des Lebens“. Von der Stadthalle ging es auf direktem Weg in die Schule – ohne die Eltern.
