Vaihingen (elf) – Die Jauerniger Heimattage wären ohne Helmut Maschek nicht denkbar – und umgekehrt. Am vergangenen Wochenende fanden sie in Vaihingen zum 27. Mal statt und waren mit einem wahren Ehrungsreigen für den Vaihinger Geschäftstellenleiter des Jauerniger Heimatbundes verbunden. Ministerpräsident Günther Oettinger überreichte Maschek sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande.
„Die Gemeinsamkeit bewahren, so lange es geht“, lautet das erklärte Ziel des Jauerniger Heimatbundes, der es alle zwei Jahre schafft, die Landsleute aus Jauernig und den umliegenden Gemeinden in Vaihingen zu versammeln. In diesem Jahr allerdings standen die Heimattage unter ganz besonderen Vorzeichen. Helmut Maschek aus Vaihingen, ein Mann der ersten Stunde des Jauerniger Heimatbundes, sollte mit höchsten Weihen bedacht werden. Dies wurde vor allem dann klar, als durchsickerte, dass sich sogar Ministerpräsident Günther Oettinger ankündigte. Er überreichte Maschek das von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.
Oettinger würdigte Mascheks herausragende Verdienste und dessen vielfältiges ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement für die Heimatvertriebenen. „Unsere Gesellschaft braucht Vorbilder wie Helmut Maschek, die sich zu ihrer Heimat bekennen, die ihre Heimat gestalten und sich für sie einsetzen“, sagte der Ministerpräsident. Vaihingen sei für den 80-Jährigen zu einer zweiten Heimat geworden. „Doch er hat die erste Heimat nie aus den Augen verloren“, betonte Oettinger. Das Festhalten an der alten Heimat und an den Landsleuten zeichne Maschek aus. Der Ministerpräsident habe Respekt vor Mascheks ehrenamtlichem Lebenswerk, das beispielhaft gewesen sei und deshalb Dank und Anerkennung verdiene.
Zuvor gab es aus den Händen von Horst Löffler, stellvertretender Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Baden-Württemberg, in Anerkennung für Mascheks langjährige Verdienste Urkunde und Medaille vom Bundesverband der Sudeten Landsmannschaft. „Auch die Jauerniger sind ein fester Bestandteil der sudetendeutschen Volksgruppe“, sagte Löffler. „Wir sind ein Spiegelbild der verschiedensten deutschen Stämme und trotzdem sind wir eine Einheit.“ Manfred Hanel, erster Vorsitzender des Heimatbunds Jauernig, überreichte Helmut Maschek in Dankbarkeit für dessen langjähriges ehrenamtliches Engagement eine Vase aus dem Jahr 1859 und an dessen Gattin Gisela eine Orchidee.
Mit leeren Händen wollte zur Begrüßung der Teilnehmer der Heimattage auch Oberbürgermeister Gerd Maisch nicht kommen und schenkte Helmut Maschek eine Uhr. „Was wären die Jauerniger Heimattage ohne Sie, ohne Ihr zeitintensives Engagement, ohne das Herzblut, das Sie in diese Veranstaltung investieren?“, sagte Maisch. Als Förderer der Patenschaft zwischen der Stadt und dem Bezirk Jauernig habe Maschek sich besondere Verdienste erworben. Von 1963 bis jetzt habe er sich in seiner Tätigkeit im Vorstand des Heimatbundes mit hohem zeitlichen Aufwand und Idealismus für diese Patenschaft eingesetzt.
„Heimat bedeutet Vertrautheit, Geborgenheit, oft Wehmut“, sagte der Oberbürgermeister. Wer Heimat verleugnet, könne die Gegenwart nicht begreifen und die Zukunft nicht gestalten. Die Landsmannschaften hätten den Gedanken an die verlorene Heimat aufrecht erhalten. Die Patenschaft Vaihingens für den Bezirk Jauernig solle dazu beitragen, dass die Jauerniger eine neue Heimat bekommen haben, ohne die alte Heimat zu vergessen.
