Donnerstag, 24. Mai 2012

Zufriedenheit im Schulamt




Die Entwicklung der Schüler- und Lehrerzahlen stimmen Gabriele Traub optimistisch. Foto: Elsässer
Die Entwicklung der Schüler- und Lehrerzahlen stimmen Gabriele Traub optimistisch. Foto: Elsässer

Ludwigsburg (elf) – Die Schülerzahlen an den insgesamt 134 Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen im Landkreis Ludwigsburg gehen weiter zurück. Gleichzeitig hat sich die Situation der Versorgung mit Lehrern verbessert. Insgesamt 50 neue Junglehrer treten nächste Woche ihren Dienst an. „Wir starten gut in das neue Schuljahr“, zeigt sich Gabriele Traub, Leiterin des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg zufrieden.
Nach den Prognosen der einzelnen Schulleitungen gehen kommendes Schuljahr im Geltungsbereich des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg 41521 Kinder und Jugendliche zur Schule. Der Rückgang der Schülerzahlen beträgt demnach 1,6 Prozent. Um den gleichen Wert verringert sich auch die Anzahl der Volldeputate bei den Lehrern. Bis zum Statistik-Stichtag am 21. Oktober verbessern sich die Zahlen erfahrungsgemäß noch leicht. Gleichzeitig sinkt im kommenden Schuljahr an den weiterführenden Schulen (Hauptschulen und Realschulen) der Klassenteiler von 33 auf 32 Schüler. Davon profitieren in erster Linie die Realschulen, bei denen die Schüler- und Lehrerzahlen sogar zunehmen. Die Senkung des Klassenteilers geschieht im Rahmen der „Qualitätsoffensive Bildung“ und wird bis 2013 schrittweise bis zum Teiler 28 (auch an Grundschulen) fortgesetzt. „Wir sind zufrieden“, frohlocken auch die Personalschulräte Michael Karle, Walter Layher und Claus Martin.
Eine weitere Maßnahme im Zuge der „Qualitätsoffensive Bildung“ ist die Erhöhung für die Anrechnung der Schulleitungstätigkeit. Damit soll den gestiegenen Anforderungen an die Schulleiter Rechnung getragen werden. Allein im Grund- und Hauptschulbereich des Schulamtsbezirks Ludwigsburg erfordert diese Maßnahme eine zusätzliche Lehrerzuweisung von rund neun Volldeputaten.
Gute Nachrichten auch in Sachen Krankheitsvertretung, wo die Stunden erheblich ausgeweitet wurden. Bei Ausfall von Lehrkräften durch Mutterschutz, Elternzeit oder Dienstunfähigkeit im Laufe des Schuljahres erfolgt eine zusätzliche Einstellung von Vertretungslehrkräften mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen. Einziger Wermutstropfen, den Schulrat Michael Karle nicht verschweigen will: „Wir dürfen zwar jeden ausfallenden Lehrer sofort ersetzen, doch spätestens ab März ist der Arbeitsmarkt wie leergefegt.“ Am Geld liege es nicht. Vielmehr sei das Schulamt „ganzjährig damit beschäftigt, Vertretungslehrer zu suchen“. Vor allem Lehrer in den Fächern Physik, Chemie, Musik, katholische Religion und zum Teil auch Mädchensport seien gefragt. Doch nicht nur Krankheit und Schwangerschaft erfordern Vertretungen. Auch der Erziehungsurlaub führt dazu, dass Lehrer verstärkt ersetzt werden müssen.
Der Realschulbereich nimmt bei den Schülerzahlen eine Sonderstellung ein – hier ist ein Zugang von 1,9 Prozent zu verzeichnen. „Das liegt vor allem am starken Rücklauf aus den Gymnasien in den Klassenstufen sieben bis neun“, sagt Schulrat Walter Layher. Auch Schüler mit Migrationshintergrund würden immer mehr in der Realschule ankommen. Einziges Kriterium für einen Schüler mit Migrationshintergrund sei übrigens das sprachliche Defizit und nicht die Staatsbürgerschaft. Einen leichten Rückgang der Schülerzahlen (ein Prozent) gibt es auch bei den Sonderschulen, die dafür fünf Lehrerdeputate mehr verzeichnen. „Am meisten profitiert haben dabei die Schulen für geistig Behinderte, wobei es auch für die Klassengrößen in den Förderschulen eher besser werden wird“, prophezeit Schulrat Claus Martin.
„Ein kerniges Thema“, so Gabriele Traub, sei die Einführung der Werkrealschule zum Schuljahr 2010/11. Bis Mitte Dezember müssen die betreffenden Schulen ihren Antrag gestellt haben. Das Schulamt stehe den Schulen informierend und beratend zur Seite. „Wir müssen ja auch sehen, ob das jeweilige Konzept tragbar und umsetzbar ist“, so Traub. Vor allem da, wo Schulschließungen anstehen, seien allerdings viel Emotionen und Betroffenheit dabei. Um so wichtiger sei es, dass die künftigen Werkrealschulen ihrem pädagogischen Auftrag gerecht werden und lebensfähig sind.




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