Riet (sr) – Vor wenigen Tagen kämpfte Ursel Menschik aus Riet gegen das Unkraut in ihrem Garten. Die Aktion war jedoch schnell beendet, denn eine Ambrosia-Pflanze setzte eine Pollenwolke frei. Diese verursachte sofort gesundheitliche Probleme und trieb die Rieterin ins Haus.
Im Garten wächst so allerhand, besonders gut und gerne das Unkraut. Das weiß auch Ursel Menschik aus Riet. Anfang der Woche wollte sie besonders widerborstigen Exemplaren des unbeliebten Grünzeugs den Garaus machen. Dabei streifte sie aus Versehen eine Pflanze, die sie schon länger im Auge hatte. Ob das wohl die berüchtigte Ambrosia ist, war die Frage, die sie schon länger umtrieb. Und die Antwort folgte auf den Fuß.
Das zirka 60 Zentimeter hohe Gewächs revanchierte sich für den Stupser mit einer Pollenwolke. „Zwei Minuten später ging’s los mit Augenbrennen und mein Gesicht ist angeschwollen“, sagt Menschik. Bis dahin war ihr lediglich bekannt, dass sie an einer akuten Bienen- und Wespenstichallergie leidet. Notfallmedikamente linderten die Symptome und über Nacht beruhigte sich die gesundheitliche Lage wieder.
Am nächsten Tag wandte sich die Dame aus Riet an Gärtnermeister Maurus Senn aus Vaihingen. Der ließ sich nicht lange bitten, denn bis dahin hatte der Fernsehgärtner vom SWR noch keine leibhaftige Beifuß-Ambrosie gesehen. Dabei erscheint der Vertreter aus der Pflanzenfamilie der Korbblütler seit einigen Jahren regelmäßig in den Medien: Die Pollen der Beifußblättrigen Ambrosie, kurz Beifuß-Ambrosie oder auch Traubenkraut genannt, zählen zu den stärksten Allergie-Auslösern (siehe Kasten). Von ihrem Heimatland Nordamerika aus erobert die Sommerpflanze Europa. In Deutschland wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts erstmals entdeckt. Als einer der wichtigsten Einschleppungswege des Eindringlings gilt in Deutschland die Verunreinigung von Vogelfutter mit Ambrosia-Samen. Auch Ursel Menschik vermutet, dass die Pflanze auf diesem Wege in ihren Garten gelangt ist.
Beim Vor-Ort-Termin schoss Gärtnermeister Maurus Senn einige Fotos von dem Kraut und ließ sich den Fund von der Meldestelle für Baden-Württemberg, der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz, bestätigen. Ursel Menschik hielt sich von da an von dem Allergieauslöser fern. Die Eliminierung der Ambrosia sollen allergische Zeitgenossen nicht selbst in Angriff nehmen und auch weniger empfindliche Menschen sollen bei der Bekämpfung der Ambrosie zu Schutzmaßnahmen greifen.
Dr. Stephan Feucht von der Hautarztpraxis Dr. Bosch und Bosch in Ludwigsburg bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass die Ambrosia sogenannte Sofort-Typ-Reaktionen auslösen kann. Es könne folglich sofort nach Kontakt mit dem Pollen oder auch bis zu 30 Minuten danach zur allergischen Reaktion kommen. Die Nase beginnt zu laufen, der Patient muss niesen und es können Schwellungen im Gesicht auftreten. Sogar Asthma kann aus dem Kontakt resultieren und auch mit den Pflanzensäften ist nicht zu spaßen, hier drohen Kontaktekzeme. In Fällen einer allergischen Reaktion solle ein Arzt konsultiert werden und eventuell Medikamente besorgt werden.
Ursel Menschik ist ihre Ambrosia inzwischen los. Letztendlich hat sie einen Gärtner damit beauftragt, den Allergieauslöser fachmännisch zu entfernen.
