Vaihingen (sv). Sprinten, joggen oder nur spazieren? Am Sonntag (13. September) bietet sich für alle Bürger in Vaihingen und Umgebung wieder die Möglichkeit, laufend Gutes zu tun. Dieses Motto hat sich die Lebenshilfe für ihren fünften Spendenlauf auf die Fahnen geschrieben.
Noch wird die Aschenbahn auf dem Sportplatz „Oberer Egelsee“ bewässert, am Sonntag sollen dann möglichst viele Sportlerbeine über den roten Rundkurs, exakt 369 Meter lang, trampeln. Dann gilt es für die Läufer, möglichst viele Runden zu schaffen, um die gute Sache der Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker zu unterstützen.
Zu verbissen muss den Spendenlauf aber keiner betrachten. „Es ist einfach fröhlich, alle sind mit Spaß dabei. Und wenn einer nicht mehr kann, dann macht er ein Päuschen und läuft nachher weiter“, sagt Rosemarie Bernhart mit einem Schmunzeln. Bernhart ist – wie sie sagt – „mit Haut und Haar“ Mitarbeiterin der Lebenshilfe im Bereich Offene Hilfen.
Genau diesem Bereich soll der Erlös der Aktion, die die Lebenshilfe bereits zum fünften Mal organisiert, zu gute kommen. Die Lebenshilfe möchte mit den Spenden die Einrichtung des betreuten Wohnens im Spitalhof unterstützen. „Es soll eine Wohneinrichtung für sieben behinderte Menschen werden. Allerdings ist es kein klassisches Wohnheim im eigentlichen Sinne, es geht um ambulante Betreuung. Die Bewohner nehmen eigenständig am gesellschaftlichen Leben teil und erledigen zum Beispiel auch Einkäufe selbst.“
Für die Läufer läuft alles wie immer: Pro gelaufene Runde zahlt der Teilnehmer einen Euro. Natürlich dürfen sich diejenigen Läufer, die die Teilnahme am Spendenlauf von langer Hand geplant haben, auch einen Sponsor suchen, der sie für jede gelaufene Runde mit einem Euro entlohnt.
Einen großen Geldgeber, der alle Athleten für die gelaufenen Runden entlohnt, gibt es nicht. „Das wäre wohl zu heftig“, meint Bernhart, bei der alle organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Ein paar Betriebe haben sich aber bereit erklärt, für die gute Sache in die Tasche zu greifen. So wird die Firma Höfle das Rundengeld für eine Gruppe um Reiner Müller, Olympiateilnehmer 1972, übernehmen. Die Volksbank Ludwigsburg übernimmt die Kosten der eigenen Mannschaft und des Lebenshilfe-Teams und Energieversorger EnBW ist zum ersten Mal mit von der Partie.
Wie man die großen Unternehmen für den guten Zweck gewinnt? „Es ist manchmal auch ein Glücksfall“, antwortet die Organisatorin und erzählt: „Ich habe den EnBW-Bezirksvorstand bei der Tour de Ländle hier in Vaihingen getroffen und er hat die Idee toll gefunden.“ Der Energieriese ließ sich nicht lange bitten und rührte auch betriebsintern die Werbetrommel.
Im Veranstaltungskalender
ein fester Termin
Im Vaihinger Veranstaltungskalender ist der Spendenlauf der Lebenshilfe mittlerweile ein fester Termin. „Die Leute wissen: Da gibt es den Spendenlauf am letzten Ferienwochenende. Sportliche Höchstleistungen werden von keinem verlangt, es ist ein Familienevent“, sagt Bernhart.
Ein Selbstläufer ist die Organisation des Laufes deshalb aber noch lange nicht. 30 ehrenamtliche Helfer haben sich bereit erklärt, mitzuhelfen. „Da geht es auch um ganz Profanes wie beispielsweise ein gespendeter Toilettenwagen“, erzählt die Mitarbeiterin der Lebenshilfe. Es sei ein schönes Gefühl, als Ehrenamtlicher die Früchte seiner Arbeit zu ernten. „Man sieht und spürt, dass sich unsere Leute wohl fühlen, was von ihrer Freizeit haben und zufrieden sind“, beschreibt Bernhart.
12 000 Euro sind bei der letztjährigen Auflage der Aktion zusammengekommen, 423 Personen haben ihre Fußabdrücke auf der Aschenbahn hinterlassen. Die Anmeldungen für Sonntag lassen hoffen, dass wieder viele Spenden zusammenkommen. So will das Krankenhaus Mühlacker mit einem 20-köpfigen Team antreten und 700 bis 1000 Runden laufen. Eine Gruppe des Bürger-Treffs will ihren sonntäglichen Spaziertreff auf den Egelsee-Rundkurs verlagern. Außerdem haben sich in Ingrid Hönlinger und Steffen Bilger zwei Politiker angekündigt, die um das Direktmandat im Kreis Ludwigsburg buhlen. „Die stecken dann“, so die Organisatorin, „vielleicht auch mal einen Zwanziger in die Kasse.“
Um zusätzlich noch viele Kurzentschlossene Läufer zu gewinnen, hofft Bernhart auf einen „guten Draht zum Wettergott“. Eine Anmeldung ist nicht nötig, ab 11 Uhr darf gelaufen werden; in der ersten Runde zu den Klängen der Musikverein-Fanfarenbläser. Drei große Packungen Gummiringe hat man bei der Lebenshilfe schon besorgt. Die werden – wie jedes Jahr – zum Runden zählen benutzt.
