Donnerstag, 24. Mai 2012

Jubiläum mit Köszeg




Ein Löwe als Jubiläumsgeschenk. Foto: Bögel
Ein Löwe als Jubiläumsgeschenk. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Am Himmel über der Vaihinger Stadthalle zogen am Freitagabend dunkle Wolken auf, drinnen dagegen eine feierliche Stimmung. 20 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Vaihingen und dem ungarischen Köszeg wurde gebührend gewürdigt. „Städtepartnerschaften sind die Wurzel und die Frucht der europäischen Einheit“, sagte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, in seiner Festansprache.
 Ende April wurde das Jubiläum der Freundschaft in Köszeg gefeiert, jetzt war eine 110-köpfige Delegation der Ungarn in Vaihingen. Und die Redner waren sich einig: „Diese Partnerschaft bereichert uns“, so der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch; „die Freundschaft kommt von Herzen“, so der Köszeger Bürgermeister László Huber.
Die Gastgeber zogen einige Register, um das Jubiläum würdevoll zu feiern. In der Stadthalle traten Solisten der CJD Jugendmusikschule auf, das Jugenddorf Schloss Kaltenstein kredenzte ein mehrgängiges Menü, zu den Klängen der Stadtkapelle Köszeg wurde weit bis nach Mitternacht getanzt. Der Köszeger Verwaltungschef Huber freute sich: „Die Beziehung hat immer weniger Protokollcharakter.“ Auch das Vaihinger Stadtoberhaupt Maisch weiß um die Routine der Partnerschaft: „Nach 20 Jahren können wir locker sein und müssen uns nichts vorspielen.“
Als „etwas ganz Besonderes“ bezeichnete der Gerlinger Europaabgeordnete Rainer Wieland Städtepartnerschaften. „Wer erlebt hat, dass aus einer Städtepartnerschaft mehr herauskommt als man investiert, der sagt auch, dass in Bezug auf andere Länder die Vorurteile nicht stimmen können.“ Die Partnerschaften zwischen den Kommunen seien ein erstklassiges Instrument, um sich kennen zu lernen.
Dabei werde auch jungen Menschen gezeigt, wie die jeweiligen Lebenswirklichkeiten in der anderen Stadt sind. Wieland in seiner Festansprache in der Stadthalle: „Und dann merkt man, dass die anderen die gleichen Klamotten mögen, dass sie die gleichen CDs hören.“ Eines sei aber auch klar: „Junge Ungarn wissen in der Regel mehr über junge Deutsche wie umgekehrt.“
Das Motto der Europäischen Union sei „Einheit in Vielfalt“. Dabei würden Städtepartnerschaften einen Beitrag zur europäischen Realität im Großen und Kleinen leisten. Das würde aber nur funktionieren, wenn „Städtepartnerschaften nicht reine Funktionärsreisen sind“. In der Beziehung zwischen Vaihingen und Köszeg würde man spüren, dass diese Freundschaft in die Breite gehe. „Dafür möchte ich mich bedanken“, so der neu gewählte Vizepräsident des Europäischen Parlaments.
Dass der Weg zur Partnerschaft von Vaihinger Seite nie bereut wurde, bestätigte Oberbürgermeister Gerd Maisch in seiner Ansprache: „Die Beziehung zwischen Vaihingen und Köszeg war der richtige Schritt.“ Laut Definition habe eine Städtepartnerschaft das Ziel, dass man sich kulturell und wirtschaftlich austausche. „Dieses Ziel haben wir nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen.“ In den 20 Jahren hätten sich viele private Freundschaften entwickelt, die auch ohne offizielle Funktion klappen würden. Mit Köszeg sei der richtige Partner gefunden worden – Maisch: „Die Strukturen passen zusammen.“
Die Anfänge der Partnerschaft gehen bereits auf das Jahr 1985 zurück, als eine Vaihinger Delegation zum ersten Mal in Köszeg – das heute als das „Schmuckkästchen in Ungarn“ bezeichnet wird – war. Ein Jahr später besuchte der Frauenchor des Schwabendorfs die Enzstadt. In der Folgezeit gab es gegenseitige Visiten der verschiedensten Art: Vereine, Schulen, Künstler, Feuerwehr, Polizei, Stadträte, Weingärtner, Sportler und Chöre bauten Beziehungen auf. Maisch: „Es ist einfach schön, dass es in der Zwischenzeit so viele private Kontakte gibt.“
„Wir können unserer Partnerschaft immer wieder neue Inhalte verleihen“, sagte auch der Köszeger Bürgermeister László Huber. „Und die Freundschaft wird von den Kindern weiter getragen.“ Huber bedankte sich nochmals ausdrücklich für die Sachen, die die Stadt Köszeg in den vergangenen 20 Jahren von Vaihingen bekommen habe. „Aber es sind beide Seiten reicher geworden.“
Reicher wird auch der Löwenbrunnen in Köszeg – denn er bekommt einen Partner. Am Freitagabend schenkte die Stadt Vaihingen ihren Köszeger Freunden einen von der Künstlerin Renate Leidner gestalteten Vaihinger Löwen.




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