Vaihingen (ub). Sechseinhalb Wochen konnte auf dem Vaihinger Marktplatz gesandelt, gespielt, gesungen und gefeiert werden. Heute endet das Vaihinger Strandleben mit einem Trommelevent. „Die Aktion war ein richtig tolle Sache“, schwärmt Sabine Gassner vom Organisationsteam.
Es wird im Leben der Stadt etwas fehlen, wenn am Donnerstagmorgen der Sand aufgeladen und weggefahren wird. Seit 18. Juli lud das Strandleben, organisiert von Ehrenamtlichen, zum Verweilen in der Innenstadt. Und die Sandfläche rund um den Löwenbrunnen entpuppte sich auch als Touristenmagnet: „Leute sind gezielt von außerhalb zum Strandleben gekommen“, erzählt Gassner in einem VKZ-Gespräch. Nur wenige Meter entfernt sitzt ein Mann aus Leonberg in einem Liegestuhl. Er bestätigt diese Aussage: „Ich habe die Plakate gesehen und bin hergekommen. So habe ich mir das vorgestellt.“
Nach dem Vorbild von 2001, als bei Nigihaven zum ersten Mal die Sandfläche als Attraktion geboren wurde, hat sich die Aktion mittlerweile zum festen Bestandteil im Leben der Stadt entwickelt. „Die Vaihinger haben begriffen, dass es ihr Sand ist, dass sie sich um das Strandleben kümmern“, weiß Gassner. Nach anfänglichem Zögern war es dann auf kein Problem, die Betreuungsliste mit Helfern voll zu bekommen, die morgens für ein sauberes Strandleben sorgen. Und hier gibt es das „einzige, kleine Ärgernis“: Raucher werfen immer wieder ihre Kippen in den Sand. Gassner: „Wir wünschen uns, dass die Leute darauf mehr achten, schließlich spielen hier dann die Kinder.“
Trotzdem sind die Organisatoren des Strandlebens, das aus bürgerschaftlichem Engagement mit Unterstützung der Vaihinger Aktion Innenstadt durchgeführt wird und rund 5000 Euro kostet, „rundum zufrieden“. Das Wetter spielte in den sechseinhalb Wochen mit, es gab jede Menge Veranstaltungen, die teilweise aufwendig organisiert waren. Auch das Mobiliar lud 2009 zum Verweilen ein: 50 Liegestühle in den Stadtfarben wurden vom Organisationsteam gekauft. Gassner: „Ein paar haben wir verkauft, der Rest wird überarbeitet und kommt im nächsten Jahr wieder zum Einsatz.“ Denn eines ist auch klar: Im Jahr 2010 wird es wieder ein Strandleben geben, dann im Zwei-Jahres-Rhythmus mit dem Vaihinger Kultursommer.
Zwar, so Sabine Gassner, werde es gewünscht, dass es jedes Jahr ein Strandleben gibt, „aber das ist für uns Ehrenamtliche schon verdammt viel Arbeit“.
Entschädigt werden die Mühen von der angenehmen und friedlichen Stimmung, die in den letzten Wochen auf dem Marktplatz herrschte. Tagsüber spielten die Kinder, abends saßen die Erwachsenen zusammen, lasen oder genehmigten sich einen Feierabendschoppen aus dem Strandkiosk. Gassner: „Es war nach unseren Beobachtungen angenehm etwas los. Der Marktplatz wurde positiv besetzt.“
Während der Sand vor dem Straßenfest wegkommt, wird der öffentliche Bücherschrank wieder aufgestellt.
Rund 200 Bilder vom Vaihinger Strandleben unter www.strandleben.org
