Donnerstag, 09. Februar 2012

Schulen im Überblick


Jahrgangsgemischter Unterricht in Aurich. Foto: Bögel
Jahrgangsgemischter Unterricht in Aurich. Foto: Bögel

Ludwigsburg (ub) – Seit drei Wochen läuft der Schulbetrieb wieder. Der Kultur- und Schulausschuss des Ludwigsburger Kreistags beschäftigte sich gestern Nachmittag mit einem Ausblick auf die 91 Grund-, 42 Haupt-, 21 Real- und 17 Sonderschulen im Kreis Ludwigsburg. Das Fazit von Schuldezernent Karl Wißkirchen: Der Pflichtbereich des Unterrichts sei abgedeckt; an den Grund-, Haupt- und Sonderschulen gebe es eine leichte Verbesserung bei der Lehrerversorgung, etwas angespannter sehe die Situation bei den Realschulen aus.
151 Lehrkräfte haben jetzt den Dienst an den Schulen im Kreis aufgenommen, darunter sind 95 Neueinstellungen und 56 zuversetzte Lehrkräfte aus anderen Landkreisen. Bei Ausfall von Lehrkräften durch Mutterschutz, Elternzeit oder Dienstunfähigkeit im Laufe des Schuljahres sei in allen Schularten die zusätzliche Einstellung von Vertretungskräften mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen möglich. Zu Beginn des Schuljahres erhielten bereits 30 Vertretungslehrkräfte befristete Verträge.
An den 91 Grundschulen gibt es aktuell 20976 Schüler, ein Minus von 2,4 Prozent im Vorjahr. An den 42 Hauptschulen werden 7079 Schüler gezählt, 9,8 Prozent weniger als 2007/2008. Die 21 Realschulen verzeichnen 12694 Schüler, ein Plus von 1,9 Prozent. An den 17 Sonderschulen werden derzeit 1617 Schüler unterrichtet, 1,2 Prozent weniger als 2007/2008. Der Ausländeranteil an den Grundschulen beträgt 15,5 Prozent, an den Hauptschulen 42,1 Prozent. Die Klassenfrequenzen werden vom Schulamt bei Grundschulen mit 22,9 angegeben, bei Hauptschulen bei 21,2 und bei Realschulen bei 27,7.
Nach Angaben von Schuldezernent Wißkirchen werden in diesem Schuljahr vier weitere Schulen als Ganztagesschulen eingerichtet, darunter die Ferdinand-Steinbeis-Realschule in Vaihingen. Insgesamt sind jetzt 26 allgemein bildende Schulen im Landkreis als Ganztagesschulen eingerichtet: sieben Grundschulen, 19 Hauptschulen, drei Realschulen. Außerdem sind einige Schulen zur Durchführung eines Ganztagesangebots an drei Tagen verpflichtet, deren Schulträger Fördermittel aus dem Investitionsprogramm „Chancen durch Bildung“ erhalten haben. Künftig kann jede Hauptschule als Ganztagesschule eingerichtet werden.
Im aktuellen Schuljahr 2008/2009 nehmen weitere 20 Schulen im Landkreis an der Modellphase des Jugendbegleiter-Programms teil, darunter die Burgfeldschule, die Eichwaldschule und die Kraichertschule in Sachsenheim.
Grundschulen: Das Projekt „Schulreifes Kind“ steht auch in diesem Schuljahr im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit. Das Landratsamt und die Fachberaterinnen der Trägerverbände der Kindergärten planen im Schuljahr 2008/2009 gemeinsame Veranstaltungen zur Förderung der sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenz ab dem dritten Lebensjahr.
Auf Grund der Fortbildungsarbeit des Landratsamtes beginnen in diesem Schuljahr weitere sechs Grundschulen mit dem jahrgangsgemischten Unterricht in Klasse 1/2: GHWRS Gemmrigheim, GHWRS Löchgau, GS Aurich, Astrid-Lindgren-Schule (GS) Erdmannhausen, Landernschule (GS) Markgröningen, Schlösslesfeldschule (GS) Ludwigsburg. Bislang führen bereits sechs Grundschulen jahrgangsgemischten Unterricht in Klasse 1/2 durch.
Die Grundschulen des Landkreises Ludwigsburg führen für die Klassen 1/2 dreimal pro Schuljahr Diagnosen zur Rechenschwäche durch. Die Beratungsstelle Rechenschwäche im Landratsamt Ludwigsburg begleitet Kinder und Eltern. Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie Elternabende werden auch in diesem Schuljahr durchgeführt.
Zur Intensivierung der Kooperation Grundschule – weiterführende Schulen sind im Schuljahr 2008/2009 weitere Regionalkreise geplant (seit Schuljahr 2004/2005 werden insgesamt sieben Regionalkreise gebildet, in denen sich die Grundschullehrer mit Lehrkräften der Hauptschule, Realschule und des Gymnasiums – insbesondere hinsichtlich des Englischunterrichts – abstimmen).
Hauptschulen: Nach dem Start im Jahre 2004 gilt der „Bildungsplan“ nun auch für alle Klassen 10 der Hauptschulen mit Werkrealschule. Damit erfolgt auch eine Änderung der Abschlussprüfung in der Klasse 10 der Werkrealschule: Neben der Prüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch erfolgt als bedeutsamer Bestandteil für alle Schüler eine Projektprüfung.
Um die Basiskompetenz zu stärken erhalten Hauptschüler in den Klassen 5 und 6 künftig drei Stunden mehr Unterricht in Deutsch und Mathematik. Dazu wurden onlinebasierte Diagnose- und Fördermaterialien entwickelt, die jeder Hauptschule ab dem neuen Schuljahr kostenlos zur Verfügung stehen.
Seit März 2008 werden an ausgewählten Hauptschulen Pädagogische Assistenten eingestellt, die die Lehrkräfte in den Klassen 5 bis 7 bei der gezielten Förderung von Schülern vor allem in den Kernfächern Deutsch und Mathematik unterstützen. Im Schuljahr 2008/2009 sind an 24 Hautpschulen im Landkreis insgesamt 26 Pädagogische Assistenten mit unterschiedlichem Beschäftigungsumfang tätig.
Alle Hauptschüler werden durch eine Kompetenzanalyse über ihre Stärken und Schwächen in Klasse 7 der Hauptschule gezielt bei der Berufsorientierung unterstützt. Die Ausbildung der Lehrkräfte für alle Hauptschulen im Landkreis begann bereits im April 2008.
Außerdem wird das Projekt „Schule und Betrieb“ (SchuB) im Schuljahr 2008/2009 flächendeckend für die Klassenstufen 8 und 9 eingeführt, das gezielt auf die Anforderungen in Mathematik und Deutsch der betrieblichen Ausbildung vorbereitet. Dabei werden Diagnose- und Fördermaterialien bereitgestellt.
Zur Erweiterung und gezielten Abstimmung der Berufswegeplanung speziell auf die 2008/2009 zusätzlich drei Stunden für die Förderung im Praxiszug. Der Fachbereich Schulberatung und Schulaufsicht im Landratsamt Ludwigsburg wird in Zusammenarbeit mit den 42 Hauptschulen durch eine Fortbildungsreihe Hilfen bei der Anbahnung und Einführung des Praxiszuges anbieten.
An fünf Hauptschulen werden durch die Agentur für Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Schulberatung und Schulaufsicht hauptamtliche Berufseinstiegsbegleiter ab Beginn des zweiten Schulhalbjahres eingeführt. Sie unterstützen und begleiten Schüler in den letzten beiden Jahren vor dem Schulabschluss.


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