Roßwag (aa) – Im Frühjahr 2009 soll die Enzbrücke in Roßwag neu gebaut werden. Die Pläne sind gemacht, die Kosten fixiert (1,7 Millionen Euro). Gestern Abend wurden die Pläne dem Vaihinger Gemeinderat vorgestellt.
Albert Arning
Die Enzbrücke war im Jahre 1949 gebaut und 1956 um das Endfeld erweitert worden. In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 war die hier bestehende Brücke zerstört worden, um den Vorstoß der Franzosen zu stoppen.
Bei der Hauptprüfung im Jahre 2005 wurden diverse Schäden festgestellt. Die Prüfer haben die Note 3,5 in der bis 4 reichenden Skala vergeben. Im Klartext: Der Zustand ist ungenügend. So sollen die Standsicherheit, die Dauerhaftigkeit und die Verkehrssicherheit beeinträchtigt sein. Die Fahrbahnbreite beträgt auf der Brücke gerade mal 4,50 Meter, was in keiner Weise den heutigen Richtlinien entspricht.
Neubau oder Sanierung? Das war als Nachgang zur Hauptprüfung die Frage. Ergebnis der Bewertung: Es soll eine völlig neue Brücke geben, die alte wird abgerissen. Das Bauwerk ist im Straßenbauprogramm des Landkreises für 2009 eingeplant. Die neue Enzbrücke wurde als Dreifeldträger in Stahlbetonbauweise konzipiert. Die Gesamtlänge der Baumaßnahme wird mit 260 Metern ausgewiesen. Der Überbau (konstante Bauhöhe von 1,05 Meter) der Brücke ist 69 Meter lang. Die Fahrbahnbreite des insgesamt 10,75 Meter breiten Bauwerks (lichte Breite zwischen den Geländer: 10,25 Meter) soll bei sieben Metern liegen. An der Nordseite ist durchgehend ein Geh- und Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern vorgesehen.
Die Hauptmerkmale des Entwurfs, der gestern Abend im Vaihinger Gemeinderat vorgestellt wurde, liegen in der geringen Bauhöhe des Überbaus sowie den schlanken Pfeilerabmessungen, um den Hochwasserabfluss gegenüber dem Ist-Zustand nicht zu verschlechtern. Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Wasserspiegellage im Oberwasser gegenüber dem Ist-Zustand um maximal 0,20 Meter senken wird. Dass eine erhöhte Verklausungsgefahr (Verklausung: teilweise oder vollständiger Verschluss an Engstellen, zum Beispiel durch Treibgut) durch einen möglichen Einstau an einem Brückenfeld entstehen wird, sehen die Experten der Wasserbehörden unkritisch.
Aufgrund des Einstaus der Brücke beim letzten großen Hochwasser soll zur Verbesserung des Abflussquerschnittes und des Hochwasserschutzes die sogenannte Gradiente (technische Bezeichnung der Höhenentwicklung einer Straße in Längsrichtung, auch Höhenprofil genannt) angehoben werden. Dadurch soll sich nach den Berechnungen der Experten ein Freibord von rund 20 Zentimetern bei einem 100-jährigen Hochwasser am ungünstigsten Punkt ergeben.
Die Brückenköpfe sollen sich nicht im tristen Beton präsentieren. Die Widerlager erhalten eine Verkleidung mit Naturstein aus Muschelkalk. Zusätzlich will man die Kappen der Flügelwände mit Brüstungen aus Naturstein versehen. Die Spannweite der einzelnen Felder beträgt für die beiden Endfelder jeweils 21 Meter, für das Mittelfeld 26 Meter.
Das Landratsamt Ludwigsburg hatte im Vorfeld der Planungsphase einen Gestaltungswettbewerb durchgeführt. Dabei wurden die Varianten Stabbogenbrücke, Zweifeldbrücke, Trogbrücke und Dreifeldbrücke untersucht. Nach dem derzeitigen Stand wird das Bauwerk rund 1,7 Millionen Euro kosten, die zum Großteil vom Landkreis getragen werden müssen.
Notwendig wird durch die Länge der östlichen Brückenrampe (insgesamt rund 120 Meter) eine neue Erschließung der Genossenschaftskellerei und der Höfe im Gebiet „Hagenrain“. Hier wird mit Kosten in Höhe von rund 50000 Euro gerechnet (zu tragen von der Stadt Vaihingen). Dem Gemeinderat sollen im Oktober die Pläne vorgelegt werden.
Laut Aussage aus dem Landratsamt sollen die Arbeiten in der ersten Sitzung des Ausschusses Umwelt und Technik des Jahres 2009 (März) vergeben werden. Je nach Wetterlage/Wasserlage soll dann ab dem Frühjahr gebaut werden. Zur Bauzeit werden noch keine Aussagen gemacht.
