Donnerstag, 24. Mai 2012

Über den Großen Teich zu den Sersheimer Ahnen


Mary Hammond umrahmt von ihren Cousinen. Foto: p
Mary Hammond umrahmt von ihren Cousinen. Foto: p

Sersheim (ah/sr) – Mary Hammond aus Amerika machte sich vor wenigen Tagen auf die Suche nach ihren deutschen Wurzeln. Der Weg führte nach Sersheim, wo Anneliese Hildebrand aus dem Gemeindearchiv Dokumente zur Familienhistorie aufspürte.
Mary Hammond aus Edmonds in USA kam zum ersten Mal nach Europa, um nach den Wurzeln ihrer Familie zu suchen. Die ersten Hinweise fand sie in unserer Chronik „Sersheim - Geschichte und Geschichten“ im Family History Library CataIogue in Salt Lake City. Dort gibt es auch eine englische Übersetzung der wesentlichen Abschnitte unserer Chronik, die Phyllis Bunelle aus Santa Clara – sie stammt aus der Sersheimer Familie Lutz – erstellen ließ.
Mary Hammonds Urgroßmutter, Christina Margarete Kurfiß, und ihr Urgroßvater, Johann Michael Keller, wanderten beide 1853 nach Amerika aus. Sie segelten auf demselben Schiff, der Charlesmaigne, am 20. März von Le Havre, Frankreich und kamen am 29. April 1853 im Hafen von New York an. Auf der Passagierliste des Schiffes sind sie als Passagiere Nr. 240 und 242 aufgeführt. Beide heirateten 1854 in Marion Ohio und hatten vier Söhne. Der äIteste Spross, Carl William, ist der Vater von Mary.
Mary Hammond besuchte in Sersheim den Gottesdienst in der evangelischen Johanneskirche, in der ihre Vorfahren getauft worden sind. Sie sah den alten Taufstein und hörte die Glocken, von denen die älteste aus dem Jahre 18 I4 schon für ihre Urgroßeltern geläutet hat. Sie war sehr gerührt und geehrt, als Pfarrer Johannes Rau sie in seiner Einführung zum Gottesdienst persönlich begrüßte und willkommen hieß.
Ein besonderer Höhepunkt ihres Aufenthaltes war eine Einladung von Margret Erhardt geb. Kurfiß zu schwäbischen Maultaschen und einer großen Kaffeetafel mit Hefezopf, Flachswickel, Schinkentaschen und Apfelkuchen. Yasmin und Sabrina Geske, deren Mutter Karin eine geborene Kurfiß ist, und Nadine Fessler – ihre Ururgroßmutter ist ebenfalls eine geborene Kurfiß – dolmetschten und beantworteten geduldig alle Fragen. Hammonds fühlte sich sichtlich wohl im Kreise „ihrer“ großen Familie.
Von den vielen Kindern der Familie Kurfiß sind in jeder Generation einige nach Amerika ausgewandert. Bei den Recherchen hat sich herausgestellt, dass zum Beispiel der erste Brezelbäcker und Hersteller eines schmackhaften schwäbischen Hausbrotes in Cincinnati Ernst Friedrich Kurfiß war, ein Sohn des Bäckers Johann Bernhardt Kurfiß.
Auch ein OriginaIbrief des ausgewanderten Christian Kurfiß aus „NeuYork“ vom 16. August 1823 an seinen Bruder ist im Sersheimer Gemeindearchiv erhalten.
Trotz der Sprachschwierigkeiten konnten alle das harmonische Familientreffen genießen. Mary Hammond plant, einmal länger zu kommen, um das Leben in dem Dorf ihrer Ahnen besser kennen zu lernen, worüber sich deren Nachfahren freuen würden.


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