Illingen (ub) – 150 Motorräder machten sich gestern auf die 65 Kilometer lange Strecke durch den Stromberg, über 50 Trikes hatten Menschen mit Behinderung an Bord – der zwölfte Illinger Motorradherbst wurde von den Veranstaltern als voller Erfolg verbucht.
Der Illinger Gemeinderat Klaus Kluge ist von Anfang an bei der Ausfahrt dabei. Sechs Maschinen hat der Kommunalpolitiker in der Garage stehen – da kommt der Motorradherbst in der Heimatgemeinde gerade recht. Gestern war Kluge mit Sohn Kai auf seiner 25 Jahre alten BMW 100 RT auf der geführten Tour von Illingen über Kleinglattbach, Ensingen, Horrheim, Gündelbach, Schützingen, Zaisersweiher, Diefenbach, Sternenfels, Häfnerhaslach Ochsenbach, Hohenhaslach und wieder zurück nach Illingen unterwegs.
Bernhard Schrodt aus Horrheim hat das Ehepaar Irmgard und Bernhard Faigle mit auf seinem Trike. „Das ist schon das Besondere an der Tour, dass man da Leute mitnehmen kann“, sagt Schrodt. Bernhard Faigle ist nach einem Schlaganfall auf Hilfe angewiesen.
Vor neun Jahren machte Dieter Edel aus Mühlacker mit seiner Trike-Gruppe zum ersten Mal in Illingen mit. Mit fünf Trikes startete man damals; heute sind es über 50 Fahrzeuge, die es Menschen mit Behinderung bequem ermöglichen, aktiv an der Ausfahrt teilzunehmen. Edel: „In diesem Jahr sind Trikes aus Memmingen, Saarbrücken und Frankreich dabei. Viele haben eine Anfahrt von über zwei Stunden.“
Jochen Protzer und Eric Schach, die den Illinger Motorradherbst organisieren: „Die Besonderheit ist das Gemeinschaftswerk, bei dem Vorurteile und Barrieren überwunden werden und Toleranz nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt wird. Selbst Freude zu haben und gleichzeitig etwas Gutes zu tun sind keinen Gegensätze, sondern das Hauptmotiv für Teilnehmer und Veranstalter.“ So fließt der komplette Erlös des Motorradherbstes in diesem Jahr für den Tafelladen in Mühlacker.
Für die lange Schlange von Motorrädern und Trikes, die von drei Polizeimotorrädern begleitet wurden, gab es gestern eine Besonderheit: Die zwei Kreisverkehre bei Horrheim wurden jeweils einmal umfahren, so dass sich die große Gruppe im Begegnungsverkehr in Augenschein nehmen konnte.
