Keine Grenzen zwischen Malerei und Skulptur
Nussdorf (phs) – Das Nussdorfer Ausstellungshaus Kunstwerk von Alison und Peter W. Klein zeigt zum Ende von „Hängung # 2 – Malerei“ eine neue Ausstellung. Zu sehen sind zwölf Werke des US-amerikanischen Pop-Art-Künstlers Robert Rauschenberg.
Der Amerikaner gilt als Maler, Bildhauer und Objektkünstler seit den 60er Jahren als Pionier der zeitgenössischen Kunst. Rauschenberg starb im Mai dieses Jahres in Florida. Sein Gestaltungsprinzip war der richtige Mix: das Kombinieren und Zusammenfügen von Alltagsgegenständen und das gleichberechtigte Nebeneinander unterschiedlicher Techniken. Er fügte Objekte und Bildelemente zu dreidimensionalen Installationen zusammen und hob damit die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur auf.
Die Kombination unterschiedlichster Materialien und Motive setzte der Künstler auch bei seinen Druckarbeiten ein. Experimente mit Papier, Textilien, Plexiglas und Aluminium sind seine Handschrift. In der Nussdorfer Ausstellung sind mehrere Druckmotive zu sehen – unter anderem Abbilder von Zeitungsartikeln auf verschiedenen Stoffen.
Als Träger für die Siebdrucke in der Bilderserie Borealis dienen Platten aus Metall. Die Oberflächen sind mit Säuren bearbeitet. So entstanden unterschiedliche Farbnuancen: grüne, braune und schwarze. Diese Technik nannte Künstler Rauschenberg Korrosion. Der lateinische Begriff Aurora Borealis beschreibt das Nordlicht. bei einem Besuch in Schweden konnte der amerikanische Künstler das Nordlicht mit eigenen Augen sehen – die Farben sollen ihn an seine Metallarbeiten erinnert haben. Er benannte die Bilderserie nach dem Naturschauspiel.
Die Kunstsammler Alison und Peter W. Klein haben einen Monat vor dem Tod des Künstlers unter anderem Werke aus der Borealis-Serie gekauft. „Vergangene Woche sind sie in Nussdorf eingetroffen“, sagt Peter W. Klein. Seit gestern sind sie im Ausstellungshaus zu sehen. Dort hängen Rauschenbergs Werke noch bis zum 5. Oktober.
Am 19. Oktober beginnt „Hängung # 3 – Kunst der Aborigines“. Zu sehen sind dann Spiralen, Sicheln und Kreise. „Für das an westlicher Kunst geschulte Auge sind die bunten Arbeiten der Aborigines ungewohnt, faszinierend – und kaum entschlüsselbar“, heißt es in der Ankündigung. Bis heute ist die sogenannte Traumzeit, der Schöpfungsmythos der australischen Ureinwohner, fester Bestandteil aboriginaler Kultur und steht daher im Mittelpunkt zeitgenössischen Schaffens. Aus der Vogelperspektive illustriert, erzählen die farbenfrohen Bilder anhand von Symbolen Geschichten aus der Traumzeit und reflektieren die gegenwärtige Kultur der Aborigines. Auf den Kunstwerken werden mit aneinander gesetzten Punkten unter anderem heilige Plätze, Wasserstellen oder Tierspuren dargestellt.
