Entwicklungskonzeption für Nussdorf
Nussdorf/Hochdorf (ub) – Im künftigen Leitbild der Dreiergemeinde Eberdingen spielen die Stärkung der Ortskerne und die Energienutzung eine wichtige Rolle (siehe VKZ von Samstag). Bei der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag (18. September) um 19.30 Uhr stehen bereits entsprechende Beschlüsse an: eine örtliche Entwicklungskonzeption für Nussdorf und ein Erdgasanschluss für das Keltenmuseum in Hochdorf.
Verwaltung und Gemeinderat haben bereits das Ziel formuliert, den Flächenverbrauch zu senken und vorhandene innerörtliche Bauflächen einer besseren Ausnutzung, sprich Wohnbebauung, zuzuführen. Jeder Flächenverbrauch, jedes neu ausgewiesene Baugebiet stelle einen Eingriff in die Natur dar, der gerade in ländlichen Gebieten gravierende Konsequenzen habe.
In der Sitzungsvorlage heißt es: Der Flächenverbrauch birgt neben den ökologischen Folgen auch finanzielle Risiken für den Gemeindehaushalt, da mit jedem Neubaugebiet beträchtliche Folgekosten wie Straßenunterhaltung, Bewirtschaftung des Kanalnetzes und der Trinkwasserversorgung entstehen. Eine alleinige Ausrichtung auf die scheinbar einfache und gewinnbringende Erschließung neuer Baugebiete zu Lasten der Entwicklung innerörtlicher Bauflächen führt gleichzeitig zur Erhöhung des innerörtlichen Potenzials an ungenutzten Gebäuden, Brachen und Baulücken. „Hinzu kommt, dass oftmals ältere Immobilien und unbewohnte Hofstellen an Erwerber veräußert werden, die kein Interesse an einer durchgreifenden oder zumindest ortsbildverbessernden Renovierung haben. All dies schadet dem Ortsbild und macht die Ortsmittelpunkte zunehmend unattraktiv. Für Immobilien und Grundstücke ist diese Entwicklung unmittelbar mit einem Wertverlust verbunden, da es langfristig gesehen eben nicht ausreicht, in einer schönen Umgebung zu wohnen; diese gibt es auch anderswo.“
Deshalb soll die städtebauliche Entwicklung von Nussdorf untersucht werden – der Gemeinderat will dazu ein Karlsruher Architekturbüro beauftragen. Diese Untersuchung kann als Grundlage für eine mögliche Antragstellung auf Zuschüsse im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) oder für die Ausweitung der Sanierungsmaßnahme „Ortsmitte Nussdorf“ im Rahmen des Landessanierungsprogramms (LSP) dienen. Sobald es erste Ergebnisse für eine örtliche Entwicklungskonzeption zur Aktivierung innerörtlicher Baulandpotenziale gibt, könnte die Untersuchung auch auf Hochdorf und Eberdingen ausgeweitet werden.
Die Karlsruher Planer sollen nun das innerörtliche Potenzial der Leerstände, Baulücken und Brachen ermitteln, ergänzt um die unbebauten Grundstücke in den Erweiterungsgebieten und Bauland mit verbindlichen Baurecht, bevor es eine weitere Außenentwicklung gibt. Außerdem soll geprüft werden, in welchem Maß die Eigentümer bei der Ortskernstärkung mitwirken wollen. „Anschließend kann mit der Aktivierung der Flächenpotenziale begonnen werden, sofern es gelingt, zusammen mit den Eigentümern eine geeignete Strategie zur Aktivierung der Brachflächen zu erarbeiten“, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Thema Energie: Bei der Auswahl der Energieträger für kommunale Liegenschaften wird empfohlen, auf einen Energiemix zu setzen und möglichst unterschiedliche Energieressourcen bei der Gebäudebeheizung zu nutzen.
Den Anfang machte die neue Halle in Eberdingen mit der Holzpelletheizung. Die Halle, die Schule, das Lehrschwimmbecken, das Hausmeisterhaus und das Jugendhaus in Nussdorf sind mit der Wärmeversorgung aus Biogas ein aktuelles Projekt. Auch die Solarthermieanlage im Freibad Eberdingen, die zu Beginn der nächsten Freibadsaison in Betrieb geht, kann in diesem Zusammenhang genannt werden. In Hochdorf bietet sich die Versorgung kommunaler Liegenschaften mit Erdgas an, da die erforderliche Infrastruktur durch die EnBW bereits geschaffen wurde. So könnte jetzt erst einmal für das Keltenmuseum ein Erdgasanschluss beschlossen werden, da die 19 Jahre alte Heizölheizung ersetzt werden muss. Bei der Schule und der Halle läuft die Heizanlage noch störungsfrei – hier soll eine Entscheidung zurückgestellt werden.
