Lebenshilfe-Spendenlauf mit Rekord
Vaihingen (aa) – „Und ich düse, düse, düse im Sauseschritt…“ tönte es aus den Lautsprechern. Das mit dem Sauseschritt war allerdings auf der Vaihinger Egelsee-Aschenbahn so eine Sache. Doch beim Lebenshilfe-Spendenlauf kam es gestern ja nicht auf die Geschwindigkeit an. Da zählte nur der gute Wille unter dem Motto „Laufend Gutes tun“. Mit 9035 Runden, die von 423 Gästen absolviert wurden, gab es eine Rekordbeteiligung.
Das war der ideale Einstieg in den Spendenlauf: Als Nachklapp zur Tour de Ländle gab es von der EnBW einen Spendenscheck von 1700 Euro. Die Summe war bei der Sonderaktion („Kilometergeld“) im Rahmen der Etappe von Bad Rappenau nach Vaihingen von Vaihinger Stadträten und Rathausmitarbeitern „erfahren“ und für das Lebenshilfe-Projekt im Vaihinger Spitalhof zur Verfügung gestellt worden. Thomas Stäbler, Leiter Netzkundenbetreuung, und Michael Goy, Kommunalbetreuer der EnBW Regional AG, übergaben zusammen mit OB Gerd Maisch den Scheck an den Lebenshilfevorsitzenden Fridolin Bernhart. Und sie waren vom Spendenlauf so angetan, dass sie spontan fürs kommende Jahr Unterstützung zusagten.
Den Machern des Laufes war gestern die Erleichterung vor allem wegen des Wetters buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Am Samstag wäre ihre Veranstaltung wohl zum Schlag ins Wasser geworden. Zur Eröffnung lachte gestern die Sonne, die kühlen Temperaturen konnten durch Laufen oder Walken vertrieben werden.
Schon bevor die Fanfarenbläser des Musikvereins das Signal zum Start gaben, war ein Läufer schon eineinhalb Stunden auf der Piste. Miroslav Horvath aus Oberriexingen hatte sich 150 Runden auf der 369 Meter langen Rundbahn vorgenommen. Und er ist 165 gelaufen, also satte 80,8 Kilometer. Alle Achtung! Ganz so wild wollte es der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch, der zu einer 22-köpfigen Rathaus- und Stadtratstruppe zählte, nicht treiben. Gerade noch im braunen Anzug, gleich darauf in der Jogginghose, holte er sich mal 20 Gummis, die als Zählhilfe dienen und nach jeder Runde das Handgelenk wechseln. So behält man bei solchen Veranstaltungen den Überblick. Langläufer Ralf Reidenbach aus Enzweihingen hatte für ihn bescheidene 40 Runden in Planung.
Auch das Volkswandern
wurde mitgezählt
Der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Stehmer wollte es bei zehn belassen, konnte aber von Moderator Helmuth Lindner davon überzeugt werden, für 50 zu spenden. Nicht lange überreden musste man den Vaihinger Stadtrat Walter Sämann: Er war am Morgen in Hildrizhausen bei einer Volkswanderung schon elf Kilometer unterwegs gewesen und spendete diese Kilometer zusätzlich zu seinen zehn Sportplatz-Wanderrunden. Stadtrat Günter Bächle hatte die Stadt Mühlacker zu vertreten und musste als Zeitungsredakteur auch noch Wochenenddienst absolvieren. Da kaufte er sich lieber mit 20 Euro frei.
Von solchen Aktionen lebt der Lebenshilfe-Spendenlauf! Aber auch von Leuten wie dem Unternehmer Rolf Ziegler aus Vaihingen. Der ehemalige Top-Läufer über 400 Meter Hürden konnte gestern selbst nicht auf die Bahn gehen und überwies wie im Vorjahr 1111 Euro! „Es ist einfach klasse, wie wir unterstützt werden“, freute sich Vorsitzender Fridolin Bernhart. Da war eine große Abordnung des Turnvereins Vaihingen zu erleben, die Enzweihinger Oldtimerfreunde waren vertreten, die Läuferinnen und Läufer Volksbank Ludwigsburg waren in ihren dunkelblauen T-Shirts nicht zu übersehen, Mitglieder des Vaihinger Jugendgemeinderates trabten im Kreis…
Und WLV-Präsident Jürgen Scholz, der wieder als Schirmherr fungierte, trauerte auch bei dieser Gelegenheit noch einmal der Laufbahn in der Mercedes-Benz-Arena von Stuttgart nach. Der Besuch in Vaihingen war für ihn trotz Weltcupfinales Ehrensache.
„Wir werden diesmal sicher die Marke 10000 Euro knacken“, war gestern Abend von den Machern zu hören. Alleine die 9035 Runden machen ja schon 9035 Euro aus. Das lauffreudigste Team kam vom Gündelbacher „Kachelofa“ (2075 Runden). Doris Hekel und Konstanze Schweizer waren mit je 105 Runden die eifrigsten Läuferinnen. Das sind Leistungen!
