Eberdingen (ub) – Eberdingen erstellt sich ein Leitbild, um einen Wegweiser für die zukünftige Entwicklung der 6500 Einwohner zählenden Dreiergemeinde zu haben. „Wir wollen das aber nicht nur allein im Gemeinderat aushirnen, sondern die ganze Bevölkerung mit ins Boot nehmen“, sagt Bürgermeister Peter Schäfer.
Sechs Mal hat seither bereits der Arbeitskreis CI (Corporate Identity) getagt – paritätisch besetzt mit den Vertretern aller Gemeinderatsgruppierungen (Veronika Wernstedt, Barbara Klein, Rainer Pinkau, Andreas Beck, Markus Hettler, Wolfgang Bossert) sowie Amtsleiter Bernd Unmüßig und Bürgermeister Peter Schäfer. Am Donnerstagabend wurde dieser Arbeitskreis nun erstmals erweitert – „wir wollen einen Querschnitt der Bevölkerung dabei haben“, so Schäfer. Bei dem aktuellen Treffen in Nussdorf wurde auch ein externer Moderator eingeschaltet: Horst Luley, praktisch ausgebildeter Landwirt, Doktor der Agrarwissenschaften und Professor für „Soziale Prozesse und Regionalentwicklung“ an der Fachhochschule Eberswalde, soll fortan die Ideen in Eberdingen kanalisieren und strukturieren.
Am 24. Oktober ist eine Bürgerversammlung geplant, bei der die Ideen für das Leitbild präsentiert werden sollen. Danach können die Bürger einen Monat lang Änderungsvorschläge zum Leitbild per Post und Internet machen. Am 12. Dezember ist eine weitere und abschließende Bürgerversammlung terminiert, bevor der Gemeinderat das neue Leitbild beschließt und den Auftrag für ein Logo auf der Grundlage des Leitbilds erteilt.
Wozu braucht die Dreiergemeinde Eberdingen, Nussdorf und Hochdorf ein Leitbild? In einem Entwurf heißt es: „Zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben ist eine gemeinsame Orientierung darüber hilfreich, wohin sich Eberdingen entwickeln will und welche Elemente für die Identität der Gemeinde wichtig sind. Mit Blick auf das gemeinsame Leitbild können die eigenen Kräfte gebündelt und gezielt eingesetzt werden. Die Mitglieder des Gemeinderats wünschen sich eine solche Richtschnur als Orientierung in den vielfältigen Entscheidungen, die täglich getroffen werden müssen, um die Gestaltungsaufgaben verantwortungsvoll zu erfüllen. Zu einem Leitbild gehört eine gemeinsame Verständigung über die eigenen Stärken und über die besonderen Vorzüge, die unsere Gemeinde langfristig auszeichnen. Das Leitbild beschreibt angestrebte Ziele für längere Zeiträume und es lässt sich in einem Slogan wie einem Logo zusammenfassen.“
„Der Leitbildprozess ist uns wichtig“, unterstreicht Bürgermeister Schäfer in einem VKZ-Gespräch. Verschiedene Themen wurden bereits ausgearbeitet:
– Selbstverständnis (Die Menschen leben gerne in Eberdingen, sie sind stark in der heimatlichen schwäbischen Kultur verwurzelt. Die Bürger üben Toleranz und fördern die Integration in- und ausländischer Mitbürger.)
_ Zusammenwachsen der drei Ortsteile (Das Zusammenwachsen schließt die Pflege der eigenen Geschichte und Traditionen ein. In allen Ortsteilen finden sich lebendige Ortsmitten.)
– Wohnstandort Eberdingen (Die hohe Attraktivität als Wohnstandort, insbesondere für junge Familien wird erhalten und ausgebaut. Junge Familien sollen bevorzugt angesiedelt werden.)
– Erholung, Freizeit, Sport (Belastungen der Luft, der Gewässer und durch Lärm werden vermieden. Vorhandene Einrichtungen zur Sport- und Freizeitnutzung wie Spielplätze, Sportplätze, Sporthallen und Schwimmbäder werden erhalten und gepflegt.)
– Wirtschaftsstandort (Der Mix verschiedener Branchen und Wirtschaftssektoren wird erhalten und ausgebaut. Insbesondere werden Unternehmensgründer unterstützt.)
– Flächennutzung (Land- und Forstwirtschaft arbeiten mit umweltschonenden Produktionsverfahren. Prägende historische Landschaftselemente werden erhalten und gepflegt.)
– Energie (Die Energienutzung in öffentlichen und privaten Gebäuden sowie Einrichtungen und Betrieben erfolgt klimafreundlich und mit hoher Effizienz bei den eingesetzten Energieträgern. Es wird ein Energiemix zur Verfügung gestellt, der die Abhängigkeit von wenigen Anbietern verhindert. Die Mittel aus dem eigenen Wald werden sinnvoll und sozial eingesetzt. Alternative Ansätze werden gefördert.)
– Kinder, Jugend, Bildung (Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren, Kindergärten mit ganztägiger Betreuung, Schulen mit ganztägiger Betreuung und Schulsozialarbeit, offene Jugendarbeit mit Bau von Jugendhäusern.)
– Senioren (Pflegeheim in Hochdorf und betreutes Wohnen in allen Ortsteilen.)
