Oberriexingen – Das Oberriexinger Kriegerdenkmal muss weichen: Unweit der Stelle, an der bisher den Verstorbenen der beiden Weltkriege gedacht wurde, sollen betreute Wohnungen für Senioren entstehen. Die Fläche, auf der das Denkmal bisher steht, wird zu der Anlage gehören.
Seit vielen Jahrzehnten thront an der Oberriexinger Hauptstraße, nur wenige Steinwürfe vom Rathaus entfernt, ein Denkmal auf dem unzählige Namen zu lesen sind. Der große Obelisk und die zwei Tafeln sollen an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges erinnern. Das Denkmal wurde einst an der Hauptstraße erbaut, weil es in der Ortsmitte für viele Menschen einfach zu erreichen war und ins Auge fiel. Doch über die vielen Jahre hat sich die Situation an der früher so prominenten Stelle verändert: Das Bauwerk geht zwischen Gebäuden unter, sticht kaum mehr heraus.
Deshalb soll das Oberriexinger Kriegerdenkmal jetzt auf den Friedhof verlegt werden und dort zu neuem Glanz kommen. Mit der Verlegung soll jedoch nicht nur das Denkmal selbst, sondern auch der Friedhofsvorplatz wieder aufgewertet werden. Und noch einen Vorteil würde die Aufgabe des alten Standortes mit sich bringen: Unweit der Stelle, wo das Denkmal bisher thront, soll ein Wohnkomplex mit betreuten Wohnungen für Senioren entstehen. Die Planungen sehen vor, dass die rund 50 Quadratmeter große Fläche in der Anlage aufgehen wird.
Der Verlegung des Obelisken und der beiden Tafeln hat der Gemeinderat bereits im Juni, noch vor der Sommerpause, grundsätzlich zugestimmt. Am Dienstag präsentierten die beiden mit der vorläufigen Planung beauftragten Büros den Räten ihre Vorschläge.
Die Stuttgarter Landschaftsarchitektin Sonja Wahl unterbreitete dem Kommunalparlament den Vorschlag, das Denkmal dort aufzustellen, wo bisher ein Muschelkalkplateau und ein kleiner Teich den Friedhof zieren. Der Muschelkalk sei porös und an dieser Stelle würde das Kriegerdenkmal beim Betreten des Geländes ins Auge fallen.
Die beiden Tafeln, auf denen die Verstorbenen des Zweiten Weltkrieges aufgeführt sind, sollen an einer Wand aufgehängt werden – darüber sieht der Vorschlag eine Pergola aus Metall vor. Der Obelisk mit den Namen aus dem ersten Weltkrieg, könnte wenige Meter vor der Wand stehen. Bäumchen, Sträucher und kleine Bänke bilden den Rahmen. Für das Bauprojekt veranschlagte die freie Landschaftsarchitektin Kosten in Höhe von 25000 bis 30000 Euro.
Gehört wurde auch der Vaihinger Landschaftsarchitekt Michael Essig. Sein Vorschlag sieht einen optisch abgehobenen Platz für das Denkmal vor. Der Teich könnte durch einen Quellstein ersetzt werden, der Platz für das Denkmal auf der linken Seite des Plateaus entstehen. Bisher befindet sich dort ein großes, bewachsenes Stück „tote Fläche“, wie es Stadträtin Susanne Schray (Aktive Bürger) formulierte. Der Obelisk soll in der Mitte des runden Platzes stehen, die beiden Tafeln könnten dahinter an eine Wand gehängt werden. Der Weg zu den Urnengräbern müsste bei dieser Variante etwas nach Rechts verlegt werden. Auch hier sind kleine Bänke und Bewuchs vorgesehen. Essig veranschlagt dafür rund 15000 Euro Baukosten.
Mit fünf zu sieben Stimmen entschieden sich die Oberriexinger Räte für den Vorschlag von Landschaftsarchitekt Michael Essig. Allgemeiner Tenor: Der Plan ist gut, einige Details müssen jedoch noch überarbeitet oder verändert werden. Wichtig war den Mitgliedern des Gemeinderates, dass auch nach dem Umbau noch genügend Platz für Beerdigungen zur Verfügung steht. „Und die Fläche des Denkmals darf im Vergleich zur aktuellen Situation nicht viel kleiner wirken“, sagte Stadtrat Stefan Krüger (Oberriexinger Bürgerliste). Sonst werde das Denkmal nicht aufgewertet.
Bevor der Obelisk und die Tafeln an ihren neuen Platz gebracht werden können, müssen sie jedoch restauriert werden. Der Auftrag wurde an den Steinmetz Wild aus Markgröningen vergeben, dessen Angebotssumme sich auf rund 5100 Euro beläuft. Unter anderem sollen die Buchstaben wieder besser lesbar werden.
Philipp-Marc Schmid
