Vaihingen (ub). Die 5,1 Millionen Euro, die für den Neubau einer Feuerwache in Vaihingen eingeplant sind, reichen nicht. Die Planer für den neuen Stützpunkt der Floriansjünger im Dreieck zwischen der neuen Bahnhofstraße und der Kreisstraße in Richtung Kleinglattbach gehen aktuell von 5,91 Millionen Euro aus. Dabei sind aber nicht „alle Kostenrisiken voll erfasst“.
Neu ist, dass an die neue Feuerwache auch eine neue DRK-Rettungswache angedockt werden könnte. Das geht aus der Vorstellung der Planungsalternativen hervor, die am Montag (2. November) um 18 Uhr öffentlich bei der Sitzung des Stadtteilausschusses präsentiert werden. „Das Interesse des DRK ist da“, bestätigte auch Stadtplaner Ernst Loos. Den jetzigen Standort der Rettungswache in der Friedrichstraße in Vaihingen (gegenüber der Polizei) möchten die DRK-Verantwortlichen aufgeben. Loos: „Bei den Planungen wurde überprüft, ob Platz für eine Rettungswache da ist. Und diese Möglichkeit besteht.“
Als Grundlage für die weitere Planung – im Februar soll im Gemeinderat der Baubeschluss für die Feuerwache gefasst werden, Baubeginn wäre Mitte des Jahres 2010 – dient nach einem Vorschlag der Verwaltung und der beauftragten Projektentwickler von „kplan“ aus Siegen die Variante 6. Diese sieht einen langen geraden Baukörper mit Gliederung der Bauteile in unterschiedliche Höhen vor. Diese Variante mache eine kompakten und in sich geschlossenen Eindruck. Sie könne eher Bezüge zum Stromberg-Gymnasium und zum Bahnhof herstellen und schaffe eine klare Stadteingrenzung. Diese Variante sei auch um 300000 Euro billiger als die Alternative 4, die einen Baukörper im rechten Winkel zur Kreuzung vorsieht.
Der Standort für die neue Feuerwache ist derzeit noch landwirtschaftliche Fläche. Erschwerend für die Erschließung sind die starken topografischen Unterschiede und die vorgegebene Zu- und Abfahrt ausschließlich über die neue Bahnhofstraße. Eine weitere Alarmzufahrt über die Kreisstraße lehnte das Landratsamt ab. Die Verkehrsanbindung erfolgt somit sowohl für die Alarmausfahrt, die Einsatzrückfahrt und die einrückenden Kräfte über die neue Bahnhofstraße. Die Zufahrt und die Alarmausfahrt sind dabei zu trennen, um mögliche Unfälle durch Überschneidung des ein- und ausrückenden Verkehrs zu vermeiden.
Die Planer haben den projektierten Feuerwehrstützpunkt parallel zur neuen Bahnhofstraße angeordnet. Das Gebäude hat bei der Variante 6 eine kompakte nahezu rechteckige Grundrissform, das heißt die Fahrzeughalle ist als eine durchlaufende Halle mit seitlich angrenzendem Lagerbereich ausgebildet. Im rückwärtigen Bereich befinden sich die Alarmumkleiden und die Werkstätten. Im südlichen Kopfbau ist neben der Zentrale auch der Technikbereich untergebracht. Im ersten Obergeschoss befinden sich der Schulungs- und Bereitschaftsraum, sowie die dazugehörigen Nebenräume und die Atemschutzübungsstrecke als eigenständiger Baukörper. Im zweiten Obergeschoss wurde neben dem Bereich der Jugend auch die notwendigen Büroflächen angeordnet.
Die Siegener Projektentwickler, die sich auf den Bau von Feuerwehrgebäuden spezialisiert haben, waren in den letzten Jahren in der Nachbargemeinde Illingen aktiv. Hier mussten sich die Architekten von Gemeinderäten während des Baus immer wieder überraschende Preissteigerungen vorwerfen lassen. Loos: „Das ist in Vaihingen nicht der Fall, weil wir bisher nur eine Machbarkeitsstudie mit einem groben Raumprogramm hatten. Auf dieser Studie basieren die 5,1 Millionen Euro.“
Nun liegen mit den Planungsalternativen exaktere Kostenschätzungen auf dem Tisch, die bis zum Baubeschluss aber noch einmal nachjustiert werden können. In der jetzigen Planung sind die Anforderungen – soweit bekannt – eingeflossen. Alleine die Atemschutzstrecke, die der Gemeinderat im März als zu realisieren beschlossen hat, erzeugt zusätzliche Kosten von 360000 Euro. Wird noch eine Dachbegrünung beschlossen, sind weitere 210000 Euro fällig.
