Donnerstag, 24. Mai 2012

Kopiervorlage Tagesartikel Lokal




Deutschlands bester Autofahrer Stefan Laudien, hier mit Frau Conny und Sohn Sebastian, arbeitet bei der Vaihinger Verkehrswacht. Foto: Küppers
Deutschlands bester Autofahrer Stefan Laudien, hier mit Frau Conny und Sohn Sebastian, arbeitet bei der Vaihinger Verkehrswacht. Foto: Küppers

Vaihingen (rkü). „Der Abstand zum Vordermann ist deutlich größer geworden, seit ich bei der Verkehrswacht bin“, sagt Stefan Laudien über sein eigenes Fahrverhalten. Er arbeitet bei der Verkehrswacht Vaihingen als Instruktor und wurde zu Deutschlands bestem Autofahrer gekürt. In der Verkehrssünderkartei hat er null Punkte.

Aus rund 100000 Bewerbern wurden 1500 zu den 30 Vorentscheidungen eingeladen. Von den jeweils 50 Teilnehmern qualifizierte sich immer nur einer fürs Finale, das vor kurzem in Lüneburg stattgefunden hat. Nach dem Tagessieg in der Vorentscheidung war Stefan Laudien auch im Finale am sichersten. Er kassierte nur 36 Fehlerpunkte, zwei Aufgaben bewältigte er als Bester. Bereits im Jahr 2002 hatte er einen dritten Platz belegt.

Laudien, der in Eisingen wohnt und einen Teil seiner Freizeit bei der Verkehrswacht in Vaihingen verbringt, hatte bei dem Wettbewerb zwei große Vorteile. Einerseits standen Aufgaben auf dem Programm, die er als Instruktor im Verkehrssicherheitstraining schon hundertmal erklärt und sehr oft schon selbst bewältigt hat. Andererseits kann er auf acht Jahre Teilnahme und schließlich auch den Gewinn der Deutschen Geländewagenmeisterschaft zurückblicken. „Dass ich unter die besten zehn komme, war mir eigentlich klar, als ich zum Finale gefahren bin“, sagt der 39-Jährige. Allerdings waren die Wochen vor dem Wettbewerb etwas stressig, weil Sohn Sebastian gerade das Licht der Welt erblickt hatte und Papa Stefan jede Nacht als Animateur tätig werden musste. „In der Nacht vor dem Finale habe ich zum ersten Mal seit langem wieder durchschlafen können“, berichtet er.

Anspruchsvolle Aufgaben warteten auf die 40 Teilnehmer. Am Start waren neben den 30 Tagessiegern auch die zehn besten Frauen aus allen Vorentscheidungen. Ein Autoslalom mit zusätzlichem Anfahren am Berg auf rutschigem Untergrund bildete den Auftakt. Beim Elchtest, einem genau definierten Ausweichmanöver, fuhr Laudien fehlerfrei und zudem mit der Tageshöchstgeschwindigkeit von 83 Kilometer pro Stunde. Das Bremsen und Ausweichen, wie er es vom eigenen Fahrsicherheitstraining her kennt, bescherte ihm allerdings nur den 19. Platz bei dieser Übung – als erster Teilnehmer konnte er überhaupt nicht einschätzen, wie das Testfahrzeug mit abgefahrenen Reifen auf dem rutschigen Boden reagierte. Immer wieder stand Warten auf dem Programm. „Zwischendurch sind wir mit ein paar Leuten Kart fahren gegangen. Da haben wir endlich mal zehn Minuten am Stück fahren können.“

Privat fährt Stefan Laudien ebenfalls sehr gerne Auto. Schnelle, PS-starke und geländegängige Fahrzeuge haben es ihm angetan. „Nach der Zeit bei der Geländewagen-Meisterschaft habe ich es mit Mountainbikes und Motorrädern versucht. Aber alles, was vier Räder hat, ist mir lieber.“ Darum steht ein Porsche 968CS in seiner Garage, den er als „Spaßfahrzeug“ bezeichnet. Sein Fahrstil sei deutlich defensiver geworden, seit er im Jahr 2001 mit seiner Tätigkeit als Instruktor bei der Verkehrswacht begann, erläutert er. Es gehe nicht nur darum, sein eigenes Fahrzeug in Extremsituationen zu beherrschen, sondern auch auf Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer vorbereitet zu sein.

Beim Verkehrssicherheitstraining zeige sich immer wieder, dass viele Autofahrer ihr Können völlig falsch einschätzen. „Am liebsten gebe ich die Anfängerkurse“, gibt Laudien zu. „Da gibt es die größten Überraschungen.“ Oft zeigten die vermeintlich schlechteren Autofahrer das beste Verhalten im Parcours, während selbstbewusste Fahrer plötzlich die Pylonen rasieren.

Übrigens: Stefan Laudien ist nicht der einzige Fahrer aus der Region, der bei dem Wettbewerb der Zeitschrift „Auto-Bild“ ein Spitzenergebnis holte. Auch Jürgen Müller (Vaihingen) kam in dem Wettbewerb unter die besten 40 besten Autofahrer. Im Finale belegte er Rang 29.




Seitenanfang