Gündelbacher Rathaus fertig saniert
Gündelbach (elf) – Ein langes Jahr haben die Umbau- und Sanierungsarbeiten im und am Gündelbacher Rathaus gedauert. Gestern wurde die Verwaltungsstelle wieder ihrer Bestimmung übergeben. Damit kehrt für Ortsvorsteher Thomas Fritzlar und Dienststellenleiterin Brigitte Baumann wieder Ruhe ein.
Eigentlich waren die Arbeiten bereits im August abgeschlossen, doch bis die Verwaltung einen passenden Termin zur offiziellen Einweihung gefunden hat, dauerte es einfach noch eine Weile. „Außerdem wollten wir Brigitte Baumann noch etwas Zeit geben, sich in ihren neuen Räumen einzuarbeiten“, sagte Oberbürgermeister Gerd Maisch. Rund 400 Jahre alt sei das Gebäude in der Katharinenstraße. Kein Wunder, dass Pläne vom ursprünglichen Zustand des Hauses nicht mehr existieren würden. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, sei bei der gesamten Maßnahme viel Sorgfalt an den Tag zu legen gewesen.
Mit der nötigen Sorgfalt hätten auch die Handwerksbetriebe gearbeitet. Zwei Drittel des Auftragsvolumens von etwas mehr als 140000 Euro seien bei Handwerkern aus Vaihingen gelandet, freute sich der OB. Die Sanierung öffentlicher Gebäude sei ein Beweis für den Willen der Stadtverwaltung, die Strukturen zu erhalten. „Wir stehen zu unseren Verwaltungsstellen und den Service, den wir darin anbieten.“
Ortsvorsteher Thomas Fritzlar erinnerte an den Auszug der Post aus dem Verwaltungsgebäude im Jahr 2004. Aus dem ursprünglichen Wunsch, dort die Verwaltungsräume unterzubringen, sei ein „riesengroßes Projekt“ geworden. Für Außenstehende im Ort habe die Umbaumaßnahme sehr lange gedauert. Am Weihnachtsmarkt im Dezember könnte sich die Bevölkerung ein Bild vom sanierten Rathaus machen.
„Die Fachwerkkonstruktion deutet darauf hin, dass der Bereich des jetzigen Verwaltungszimmers eine offene Halle auf Straßenniveau war, von der aus ein Zugang zu den höher gelegenen Stockwerken führte“, teilte Waldemar Mann vom Hochbauamt der Stadt Vaihingen mit. Auffällig sei die nahezu komplett aus Eichenholz errichtete Fachwerkkonstruktion. Größere Renovierungsarbeiten fanden in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sowie Anfang der 90er Jahre statt. 1986 wurde der Eingang von der Straßenseite auf die nördliche Giebelseite verlegt.
Vor zwei Jahren löste sich Spachtelmaterial aus Kunststoff am Nordgiebel. Eine nähere Untersuchung ergab gravierende Schäden mit Fäulnis und Pilzbefall am Fachwerk. Dies führte zu Lockerungen in den Gefachen. Anfang Oktober 2008 wurde schließlich mit den Renovierungsarbeiten begonnen. Bis zum Ende des Jahres waren die Zimmererarbeiten weitgehend erledigt. Im Frühjahr 2009 ging es außen mit den Nassputzarbeiten weiter. Parallel dazu wurden die Ausbauarbeiten im Innenbereich durchgeführt. Ein diffussionsoffener Wärmeputz wurde aufgebracht, nachdem statisch notwendige und während früherer Umbaumaßnahmen entfernte Bauteile wie Knaggen und Kopfbänder wieder eingebaut waren. Außerdem wurde ein komplett neuer Boden mit einer 20 Zentimeter dicken Wärmedämmung eingebaut.
Die Holzteile wurden – wie an der Fassade – mit Leinölfarben und -lasuren behandelt. Gefache und Innenputz wurden mit mineralischen Farben gestrichen. Die Decke im Verwaltungszimmer präsentiert sich nach den Bauarbeiten als abgehängte Gipskartonkonstruktion mit Wärme- und Schalldämmung. Der Fußboden erhielt im Arbeitsbereich eine integrierte elektrische Heizmatte. Die Elektrospeicheröfen wurden durch sogenannte Infrarotstrahlflächen ersetzt, die ein gesünderes Raumklima bewirken.
Im Rahmen der Umbaumaßnahmen wurde die Verwaltungsstelle vom Obergeschoss ins Erdgeschoss verlegt. Barrierefrei konnte der Zugang zum Rathaus allerdings aufgrund der erhöhten Lage des Erdgeschosses nicht gestaltet werden. Das Zwischenpodest dient als Wartebereich und wurde mit einer Sitzbank ausgestattet. Die dunkle Holzverkleidung bekam einen hellen Anstrich und neue Leuchten. Außerdem wurde das WC im Erdgeschoss renoviert und kann als Besucher-WC benutzt werden.
