Donnerstag, 24. Mai 2012

Gemeindehalle eingeweiht






Einweihung mit flotter Musik. Foto: Arning
Einweihung mit flotter Musik. Foto: Arning

Eberdingen (aa). Wie soll die Eberdinger Gemeindehalle künftig heißen? Festhalle, Kulturhalle oder gar Liederhalle, weil sie ja hauptsächlich vom Liederkranz genutzt wird. Darüber sinnierte gestern bei der Einweihungsfeier Architektin Sabine Mauer. Als Geschenk zum Fest hatte sie etwas Unverfängliches dabei: die Hausnummer 13.
„Machen Sie was draus!“, rief Bürgermeister Peter Schäfer in den Saal. Das war die Aufforderung an die Bürger, die sanierte Gemeindehalle mit Leben zu erfüllen. Am Wiedereinweihungswochenende war der Appell des Schultes leicht zu erfüllen. Bereits am Samstagabend hatte der junge Chor („No Limit“) des Liederkranzes zu einer Veranstaltung eingeladen. Gestern diente das Gebäude als Gotteshaus. Vor über 200 Gästen bezeichnete Pfarrerin Dorothee Lächler das Haus als „wunderbaren Ort der Begegnung“.
Das sah man wohl auch bei den an der Feier beteiligten Vereinen so, denn der Musikverein lobte das Werk mit „Glory Halleluja“. Und auch der Männerchor sowie der Minichor des Liederkranzes setzten zu Lobeshymnen an. Wenn es mit dem gleichen Elan weitergeht, könnte der Wunsch von Peter Schäfer in Erfüllung gehen.
Bei der Einweihung musste der Bürgermeister natürlich an die Sporthalle erinnern. Vor fast genau zwei Jahren sei sie in Betrieb genommen worden und habe zur Konkretisierung der Planungen für die alte Halle beigetragen. Einst habe es ja auch den Wunsch einer Multifunktionshalle gegeben, erinnerte Schäfer: „Visionen sind ja erlaubt.“ Doch man sei meilenweit von einer machbaren Lösung entfernt gewesen.
Die alte Halle sei völlig ungeeignet für den Sport gewesen sei, machte Schäfer am Beispiel der Größe eines Volleyballfeldes deutlich. Ein erstes Sanierungsgutachten von 1994 sei nicht umgesetzt worden, „doch der Druck wurde immer größer“. Das Ergebnis einer Brandverhütungsschau sei vernichtend gewesen.
Schäfer erinnerte an die Entstehungsgeschichte. Da habe es eine Bürgerbefragung gegeben: Sollen wir Kinderschule oder Gemeindesaal bauen? Die Wahl sei auf den Gemeindesaal gefallen. Laut Schäfer steht das Gebäude, erstellt zwischen 1951 und 1954, heute mit einem Anschaffungswert von umgerechnet 227000 Euro in den Büchern.
„Eine grundlegende Sanierung war Pflicht“, meinte Schäfer, „es war nur die Frage, wie weit gehen wir bei der Kür?“ Nur mit Hilfe von Fördergeldern in einer Größenordnung von 243000 Euro sei das Projekt zu stemmen gewesen. Man hoffe, nochmals 20000 Euro herausschlagen zu können. Insgesamt sei die Halle mit einer Kostenendsumme von 700000 Euro aber etwas teuer geworden, als geplant gewesen sei. „Aber das ist bei Altbauten ja oft der Fall, nicht wahr, Frau Lächler“, meinte Schäfer mit Blick auf die Pfarrerin, die ja gerade mit der gleichen Problematik bei der Renovierung der Kirche zu tun hat. Doch für einen Neubau hätte es keine Landesmittel gegeben, stellte der Schultes klar.
Heute zähle das Ergebnis, „das sich sehen lassen kann“. Die Halle sei fit für die kommenden Jahrzehnte, baulich, technisch, energetisch auf einem aktuellen Stand. Alleine die Elektroinstallationen haben 165000 Euro verschlungen. Doch jetzt habe man eine Halle, „ideal für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Familienfeiern“. Da müsse das Herz des Vorsitzenden der Kulturvereinigung doch höher schlagen, sprach der Bürgermeister Wolfgang Bossert an.
Der spezielle Dank von Peter Schäfer ging bei dieser Gelegenheit an das ehemalige Hausmeisterehepaar Lore und Fritz Feucht: „Sie haben die Halle über 30 Jahre als Kleinod erhalten.“ Jetzt ist Horst Franke zuständig, der auch die Sporthalle betreut, als Amtsbote tätig ist und den gemeindlichen Vollzugsdienst versieht.
Man habe schon mit großem Termindruck gearbeitet, meinte Architektin Mauer, die sich über die „Punktlandung“ freute: „Am letzten Donnerstag war die Schlussabnahme.“ Ihr Geschenk war die Nummer 13. Ohne jeglichen Aberglauben. Das Gebäude hat sie saniert, doch an der Hausnummer konnte auch sie nichts ändern.


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