Notunterricht an der Realschule geplant
Vaihingen (aa). Der Mann von der Kripo drückt sich deftig aus: „Da hat so ein Bachl wohl den Handtuchhalter angezündet!“ Die Polizei ermittelt nach dem Brand in der Vaihinger Ferdinand-Steinbeis-Realschule (FSR) in Richtung Brandstiftung. Auch für die 598 Schüler gibt es Neuigkeiten: In der kommenden Woche soll nach einem Notstundenplan unterrichtet werden.
Rektor Olaf Büscher und sein Stellvertreter Christoph Neumann sitzen am Freitagnachmittag einsam in ihrem Notbüro in der Mensa, pinseln auf bunten Stundenplanvordrucken herum und tippen ihre Ergüsse in einen Laptop. „Wir wollen am Montag im Nebengebäude den Unterricht so gut es geht aufnehmen“, sagt Büscher. Alle 23 Klassen sollen in den „Genuss“ von zehn bis zwölf Wochenstunden kommen – das ist das ehrgeizige Ziel des Gespanns. Es stehen zwar nur vier Klassenräume zur Verfügung, doch die sollen effektiv genutzt werden.
Schulrat Walter Layher lässt sich am Telefon informieren: Englisch, Deutsch, Mathematik und natürlich Sport werde man anbieten. Auch der Technikbereich werde genutzt. „Niemand hat die ganze Woche frei“, verspricht Olaf Büscher seinem Schulrat. Nach dem jetzigen Stand der Dinge werde man den ersten und zweiten Stock nach den Herbstferien wieder nutzen können, die Etage mit dem Foyer (hier kam es zu dem Brand) wohl erst mit Zielrichtung Weihnachten. Der Verwaltungsteil könne vermutlich am Montag bezogen werden.
Die Polizei gehe inzwischen auch von Brandstiftung aus, teilt er mit. Da am Mittwochabend Volkshochschulkurse stattgefunden hätten, sei das Haus nicht abgeschlossen gewesen. Und er selbst sei auch erst kurz vor 21 Uhr aus dem Gebäude gegangen – ohne etwas gemerkt zu haben.
Derweil untersuchen die beiden Polizisten von der Kriminalaußenstelle die Toilette. Die Reste der Handtuchrolle ist schon vorher sichergestellt worden. Daran sei deutlich erkennbar gewesen, dass die Rolle seitlich angezündet wurde. Einen ähnlichen Verdacht hatte Hausmeister Helmut Szemerits schon am Vortag geäußert. Der Papierkorb sei geleert gewesen.
In der Schule hat eine Spezialfirma inzwischen mit der Grobreinigung begonnen; zehn Männer sind im Einsatz. Für Freitagnachmittag hat die Hochbauabteilung der Stadt Vaihingen die Vertreter eines Architekturbüros bestellt, die die Schäden aufnehmen und innerhalb von drei Tagen eine Sanierungsausschreibung erstellen sollen. Konkretes kann noch nicht mitgeteilt werden. „Stündlich kommen neue Erkenntnisse“, sagt der Rektor, „es ist wie beim Wetterbericht.“ Auch ein öffentlich bestellter Sachverständiger für Brandschadstoffe ist im Auftrag der Versicherung vor Ort. Eigentlich darf er ja nichts sagen, doch der Chemiker meint dann doch, dass die durch das Feuer und das schmelzende Plastik verursachte Schadstoffbelastung wohl unproblematisch ist. Die Rauch- und Wärmeabzugsanlage an den Türen im Treppenhaus wird inspiziert. Durch ihre Sensoren sind die Abzugsklappen geöffnet worden.
Das Wichtigste für die Schüler ist indessen: Sie dürfen sich nicht auf vorgezogene Herbstferien freuen. Die Stundenpläne sollen am Wochenende ins Internet gestellt werden. Auf der Homepage der FSR ist zudem ein Ticker mit aktuellen Nachrichten geschaltet.
www.fsr-vai.de

