Donnerstag, 24. Mai 2012

Offenes Singen




In der Vaihinger Stadtkirche gab es am Sonntagabend ein „offenes Singen“. Foto: Bögel
In der Vaihinger Stadtkirche gab es am Sonntagabend ein „offenes Singen“. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Die Besucher in der Vaihinger Stadtkirche am Sonntagabend waren gefordert: Sie mussten nicht nur singen, sondern sich zu den Liedern auch bewegen. Mit einem „offenen Singen“ wurden 25 Jahre evangelisches Bezirkskantorat Vaihingen gefeiert.
 „Singet dem Herrn ein neues Lied, den er tut Wunder“, stellte Dekan Hartmut Leins das Motto des Abends heraus. Bläserkreis, Chor der Stadtkirche, Singkehlchen, Singkreis, Motettenchor des evangelischen Kirchenbezirks sowie zahlreiche Solisten waren unter der Gesamtleitung von Kirchenmusikdirektor Hansjörg Fröschle am Werk, auch die Besucher waren beim „offenen Singen“ eingespannt. So gab es beispielsweise beim Lied „Lobet den Herren alle, die ihn ehren“ einen 20-stimmigen Kanon. Zu Gast waren bei der Feier auch der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch und der frühere Dekan Gerhard Weimer, in dessen Vaihinger Amtszeit die Bezirkskantorenstelle geschaffen wurde.
Das Musizieren und das Musik hören mache Freude und schaffe eine Gemeinschaft. „Und im Musizieren liegt eine große geistliche Kraft“, sagte Leins bei der Begrüßung. Musik drücke das aus, was nicht gesagt und auch geschrieben werden könne. So zitierte Dekan Hartmut Leins einen Gottesdienstbesucher: „Die Predigt habe ich zwar vergessen, aber die Lieder waren so schön.“ Das Bezirkskantorat habe eine segensreiche Wirkung für die Gemeinden.
Das „offene Singen“ nahm das kirchenmusikalische Jahresthema „Zum Singen bringen“ der Württembergischen Landeskirche auf. Auf dem Programm standen sogenannte Kernlieder, das sind Lieder aus einem generationsübergreifend zusammengefassten Pool von etwa 30 Kirchenliedern. Daneben hatte Bezirkskantor Fröschle weitere „Lieder mit Kern“, also mit musikalischer und textlicher Substanz herausgesucht. Dass hier nicht einfach die Strophen hintereinander abgesungen wurden, verstand sich von selbst. So mussten die Besucher in der Stadtkirche beim Lied „Die güldene Sonne voll Freud und Wonne“ bei ihren Lieblingsworten aufstehen.
Die Singpausen wurden durch die Beiträge der Chöre und Organisten genutzt. Der Motettenchor des evangelischen Kirchenbezirks hatte zwei vielstimmige Chorwerke aus vergangenen Projekten vorbereitet. Der Jubilar „Händel“ (250. Todestag) grüßte den Jubilar „Bezirkskantorat“ mit einem Stück des zu einer stattlichen Zahl angewachsenen Chors der Stadtkirche. Der Bläserkreis bemühte den anderen Komponisten-Jubilar „Felix Mendelssohn Bartholdy“ (200. Geburtstag) mit „Liedern ohne Worte“. Die Kinderchöre „Singkehlchen“ und „Singkreis“ zeigten, was sie gelernt haben. Und gemeinsam führten zum Schluss alle ein dreichöriges Werk von Michael Praetorius auf.
Besondere musikalische Leckerbissen hatten die beiden ehemaligen Orgelschüler Beate Stein (ehemals Großsachsenheim) und Friedwald Hruby (ehemals Enzweihingen) vorbereitet. Als weitere Organisten wirkten Annegret Fischer und Hans-Ulrich Lauer bei Begleitaufgaben und am Flügel der Pop-Beauftragte des Kirchenbezirks, Marcus Zierle, mit.




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