Donnerstag, 24. Mai 2012

Die Schule feiert




Geschenk für die beiden Schulleiter Thomas Schmolck (li.) und Paul Rodach. Foto: Bögel
Geschenk für die beiden Schulleiter Thomas Schmolck (li.) und Paul Rodach. Foto: Bögel

Kleinglattbach (ub). Das Geschenk der Schüler an die beiden Schulleiter hatte Symbolkraft. Paul Rodach von der Ottmar-Mergenthaler-Realschule und Thomas Schmolck von der Bartenbergschule bekamen jeweils ein Bilderpuzzle, das zusammengeführt das Bildungszentrum Kleinglattbach darstellt. Nach 25 Jahren sind die beiden Schulen unter einem Dach sich aber schon lange näher gekommen.
 Mit einem Festakt und einem Schulfest wurde am Samstag das 25-jährige Bestehen des Bildungszentrums Kleinglattbach gefeiert. Somit feierten sowohl die Realschule als auch die Hauptschule den runden Geburtstag. Derzeit werden in der Schule im See über 600 Schüler in 25 Klassen unterrichtet.
„Es ist auch heute noch etwas Besonderes, dass es zwei Schularten unter einem Dach gibt“, sagte der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch. Das Stadtoberhaupt erinnerte an die Planungen vor einem Vierteljahrhundert, als klar wurde, dass die Entwicklung von Kleinglattbach gewaltig sein werde. Und in Vaihingen herrschte schiere Raumnot: 1979 gab es an der Ferdinand-Steinbeis-Realschule 60 Klassen mit 1400 Schülern, die von 90 Lehrern unterrichtet wurden. Das ging damals nur mit Hilfe von Außenstellen.
1979 fasste letztendlich der Gemeinderat den Baubeschluss für das Schulzentrum in Kleinglattbach, 1981 war Baubeginn. „Nach 25 Jahren steht die Schule immer noch gut da. Das spricht für den pfleglichen Umgang mit dem Gebäude und das zeigt auch, dass Schüler und Lehrer sich hier wohl fühlen“, so Maisch. So ist beispielsweise Paul Rodach von Anfang an Schulleiter der Ottmar-Mergenthaler-Realschule.
Maisch sprach beim Festakt im Foyer des Schulzentrums aber auch den Rückgang der Schülerzahlen allgemein an. So habe es vor wenigen Jahren noch 100 Grundschüler mehr gegeben als heute. Auch hätten sich die Übergangsquoten an die weiterführenden Schulen verändert – vor allem zu Lasten der Hauptschule. Wurden vor einigen Jahren in Vaihingen und den Stadtteilen noch 600 Hauptschüler gezählt, sind es aktuell nur noch 400. Maisch: „Wir sind aber auf der Suche nach Lösungen, so dass alle Standorte erhalten bleiben können.“
Schulamtsdirektor Walter Layher vom Staatlichen Schulamt Ludwigsburg skizzierte noch einmal die Schülerzahlen der Anfangsjahre: Bei der Realschule waren es 372 Schüler in 16 Klassen, bei der Hauptschule 124 Schüler in fünf Klassen. Layher unterstrich die Profile der beiden Schulen, „die heute nicht mehr wegzudenken sind“. Die Ottmar-Mergenthaler-Realschule habe sich von Anfang an der Schulgartenarbeit gewidmet, es gebe regelmäßige Musical-Aufführungen und bereits zum 13. Mal den Schüleraustausch mit der ungarischen Partnerstadt Köszeg. Die Bartenbergschule biete regelmäßige Konzerte an, übernehme Umweltpatenschaften und zeige hohes soziales Engagement.
Während die Bartenbergschule am Samstag den Gottesdienst organisierte, war die OMRS für den anschließenden Festakt zuständig. Realschulchef Paul Rodach erinnerte sich in seiner Ansprache an die Gerüche aus den Anfangsjahren der Kleinglattbacher Schule: „Es war dieser penetrante Geruch der Umdruckerflüssigkeit, der einem beim Betreten des Vorraums zum Lehrerzimmer in die Nase stieg.“ Dieses Gemisch, „das einen geradezu süchtig machen konnte“, war zum Herstellen der Vervielfältigungen mittels Matrizen nötig. Ansonsten sei die Welt noch in Ordnung gewesen: 1984 war der VfB Stuttgart gerade deutscher Fußballmeister geworden und ein Landsmann von Rodach, Helmut Kohl, wurde Bundeskanzler.
Heute werde mitten in einer der größten Weltwirtschaftskrisen das 25-jährige Jubiläum des Bildungszentrums gefeiert. „Auch wenn wir aktuell in den Schulen noch wenig von den Auswirkungen zu spüren bekommen, befürchte ich, dass dies in den kommenden Jahren nicht so bleiben wird“, sagte Rodach. Er hoffe, dass die Stadt Vaihingen ihren Schulen auch in Zukunft den notwendigen finanziellen Handlungsspielraum werde erhalten können. Es sei ungewiss, wie die Schullandschaft der Schulstadt Vaihingen in der nahen Zukunft aussehen werde. Rodach: „Ist aktuell der Fortbestand einzelner Schulen in Frage gestellt, so sehe ich mittel- bis langfristig sogar eine Gefahr für das dreigliedrige Schulsystem, besonders wenn man die bildungspolitischen Entwicklungen in den Nachbarbundesländern aufmerksam verfolgt.“




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