Illingen (ub). „Der Bahnhofsvorplatz in Illingen ist in seinem derzeitigen baulichen Zustand sanierungsbedürftig und als einer der wichtigsten innerörtlichen Knotenpunkte wenig ansehnlich“, schreibt die Verwaltung. Der Pforzheimer Garten- und Landschaftsarchitekt Rüdiger Stahl setzt noch einen drauf: „Der Platz bietet ein desolates Erscheinungsbild.“ Jetzt soll die Fläche umgestaltet werden.
Der Technische Ausschuss stimmte den Planungen grundsätzlich zu; nun muss noch der Illinger Gemeinderat über die Finanzierung beraten. Immerhin wird durch den Umbau zu einem „offenen Platz“ mit Kosten von rund 63000 Euro gerechnet.
Das Thema Sanierung Bahnhofsvorplatz ist nicht neu: Bei Niederschlägen bildet sich regelmäßig eine Pfützenlandschaft, die vorhandene Uhr, die der Gemeinde gehört, ist seit längerer Zeit defekt, die Betonstufen sind marode und es gibt immer wieder Stolperfallen. Dazu kommen die Müllansammlungen in den Ecken und Nischen.
Im Zusammenhang mit der Erschließung des Luig-Areals sollen jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden. In Zusammenarbeit mit dem Pforzheimer Büro Stahl legte die Verwaltung eine Planung für den Platz vor. Dabei sollen künftig „elegante Grautöne“ als Belag dominieren, „angedeutete Schwellen“ fungieren als Belagsstreifen. In der offenen Platzstruktur sollen Fahrradparker installiert werden, die aussehen wie wirkliche Velos. Vorgesehen sind auch Steinwürfel zum Ausruhen, „Eine lustige Möblierung“, wie Architekt Rüdiger Stahl am Mittwochabend bei der Sitzung des technischen Ausschusses sagte.
Allein für eine neue dreieckige Uhr fallen aber Kosten von rund 10000 Euro an. Die Fahrradparker kosten 3200 Euro, der neue Pflasterbelag wird auf 15000 Euro taxiert.
Bei der Diskussion im Technischen Ausschuss spielte vor allem der Vandalismus eine Rolle. „Die neue Uhr ist doch keine acht Tage intakt, außer wir bewachen sie Tag und Nacht“, orakelte Winfried Scheuermann (CDU). Auch die Sitzwürfel seien wohl nicht lange an ihrem Platz. Zu verbessern sei aber auch das Erscheinungsbild des Kiosks. Klaus Kluge (SPD): „Über die Haltbarkeit der Umgestaltungselemente kann man schon Wetten abschließen.“ Die Wirkung des neuen und schönen Platzes gehe aber verloren, wenn der Treppenaufgang zu den Gleisen so bleibe. Peter Pförsich (Grüne) stellte die Notwendigkeit der Umgestaltung heraus, erkundigte sich in diesem Zusammenhang nach der Zukunft des Bahngebäudes. Pförsich regte auch abschließbare Fahrradboxen wie beim Vaihinger Bahnhof an.
