Donnerstag, 24. Mai 2012

Vorwürfe nach Todesfall




Rosswag (ub).  Der tragische Tod des Erligheimer Torhüters Horst M. (43) beim Fußballspiel der zweiten Mannschaften am Sonntagnachmittag in Roßwag schlägt auch einen Tag später Wellen. Der Torwart, der normalerweise bei den Senioren spielt, brach während des Spiels ohne jegliche Berührung eines anderen Spielers zusammen; zwei Stunden später verstarb er im Ludwigsburger Klinikum.
Gegenüber der VKZ kritisierten einige Spieler und Zuschauer, dass die Rettungskräfte mit Verspätung eintrafen. Zwar seien nach dem Zusammenbruch des Erligheimer Spielers sofort über 110 und 19222 die Helfer alarmiert worden, doch erst nach 17 Minuten sei der Rettungshubschrauber und nach 20 Minuten der Rettungswagen vor Ort gewesen. „Da der Spieler nicht mehr atmete, wurde mit einer Herzmassage begonnen und mit einer Mund-zu-Mund Beatmung angefangen. Was uns allerdings erschüttert, ist, dass nach 15 Minuten noch kein Rettungswagen zu sehen oder hören war. Auch der angeforderte Rettungshubschrauber fehlte, während Zuschauer um das Leben des Fußballers kämpften. Erst nach erneutem Anruf bei der Rettungsleitstelle wurde berichtet, dass der Hubschrauber versehentlich den Vaihinger Sportplatz angeflogen hat“, heißt es in einer E-Mail aus Roßwag.
Petra Hentschel, Sprecherin der Rettungsflugwacht, bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass „Christopher 41“ um 13.58 Uhr von Leonberg aus startete. Der Einsatzauftrag habe „Sportplatz Vaihingen“ gelautet. Nach dem Absuchen der Sportplätze in Vaihingen habe der Pilot mit der DRK-Rettungsleitstelle Ludwigsburg Kontakt aufgenommen und Roßwag als Ziel genannt bekommen. Um 14.07 Uhr, also nach neun Minuten, sei der Rettungshubschrauber mit dem Notarzt an Bord auf dem Roßwager Sportplatz gelandet. „Die Suche in Vaihingen hat aber maximal zwei Minuten gekostet“, so Hentschel. Der Rettungshubschrauber sei so als „erstes Rettungsmittel“ in der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 15 Minuten eingetroffen.
Dass sowohl der Hubschrauber als auch der Rettungswagen innerhalb von 15 Minuten vor Ort gewesen seien, bestätigte auch Arnim Bauer, Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Ludwigsburg. Die Rettungsleitstelle in Ludwigsburg koordinierte am Sonntag den Einsatz. Bauer: „Das mit den 15 Minuten ist hieb- und stichfest dokumentiert.“ Mehr wollte der DRK-Sprecher nicht sagen, da der Todesfall von Roßwag mittlerweile ein „schwebendes Verfahren“ sei. Die Kriminalaußenstelle in Vaihingen hat die Ermittlungen aufgenommen und auch die Daten der DRK-Rettungsleitstelle angefordert. Eine Sprecherin der Polizeidirektion Ludwigsburg bestätigte die Ermittlungen: „Bei einem nicht geklärten Todesfall ermitteln wir automatisch.“




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